Die besten Tapes der Woche // Weely Release

von am

Leute, in einem Monat ist Weihnachten und wir freuen uns schon mega darauf. Nicht nur weil wir uns dann wieder mit leckerem Essen vollfressen können, sondern weil wir endlich wieder Christmas-Rapsongs hören können. Für dieses Wochenende haben wir aber erst mal wieder die besten Tapes der vergangenen Tage für euch gesammelt. Die Review zu Luciano „L.O.C.O.“ gibt’s separat.

Jaden Smith – The Sunset Tapes: A Cool tape Story

Wenn Fußballspieler, Youtuber oder Schauspieler beginnen, Musik zu machen, wird’s meistens ziemlich unangenehm. Bei Jaden Smith hingegen war schon früh ersichtlich, dass der Weg zur Musik kein bloßer Schrei nach größerer medialer Aufmerksamkeit ist – Talent und Kreativität vermisst man bei ihm nämlich keineswegs. Genau ein Jahr nach „SYRE“ legt er nun mit „The Sunset Tapes: A Cool Tape Story“ nach. Auch wenn dieses nicht auf voller Länge an seinen Vorgänger rankommt, experimentiert Smith wieder gekonnt mit außergewöhnlichen Sounds, schafft träumerische Klangbilder und spinnt rote Fäden über das Werk hinaus. Obwohl man nach fast acht Jahren Musik kaum noch von einem Karrierebeginn sprechen kann, mag wohl unumstritten sein, dass dem 20-jährigen alle Tore für eine großartige künstlerische Zukunft offen stehen.

Lieblingstracks: „Play This On A Mountain At Sunset“, „Distant“

Yung Adamu & Doubtboy – Windows

Die süßesten Süßboys Doubtboy und Yung Adamu liefern mit „Windows“ eine Hommage an gute alte Zeiten – Zeiten in denen wir nach der Schule noch unsere Traumwelten mit Paint auf unseren PC-Bildschirmen niedergemalt haben; unbeschwerte Zeiten eben. Genau so unbeschwert flowen die beiden auch über die teils hüpfenden, teils düsteren Future-Beats des aktuellen Tapes. Naja, was haben wir uns anderes erwartet von der Erotik Toy Records-Crew? Mittlerweile ist es ja schon weltweit bekannt, dass die Bremer Qualitätsinstanz die perfekte Abwechslung für unsere gequälten Rap-Herzen liefern.

Lieblingstracks: „Tropfen“, „Ghetto Terror“

The Diplomats – Diplomatic Ties

2004 erschien „Diplomatic Immunity 2“ – Was erwartet man also nach 14 Jahren Wartezeit auf ein Studioalbum? Produziert wurde „Diplomatic Ties“ von den Heatmakerz, die sich ihr Hak mit dem Intro schon komplett abholen. Zu hören ist Drake, der 40 um „Dipset Heatmakerz shit“ bittet. Cam’rons Intro-Part beinhaltet direkt einen Kayne-Diss. Irgendwie seltsam, wenn 2004 auf 2018 trifft. Mit „Dipset/Lox“ feat. The Lox wäre vermutlich der unkreativste Songtitel des Jahres gekürt, auf „On God“ klingt Juelz besorgniserregend – aber es gibt auch Lichtblicke mit „Uptown“ und „Sauce Boyz“, die sich gut durchhören lassen. Um die Anfangsfrage zu beantworten: Man erwartet irgendetwas zwischen extrem viel und eigentlich nichts mehr. Hofft man bei einem Dipset-Album auf Neuerfindung, modernste Produktionen oder super gewitzte Lyrics? Wenn man mal ehrlich ist, ist all das ziemlich egal. Ein Dipset-Album ist vor allem eine Reise in die Vergangenheit, daher ist eine objektive Review selten so schwer wie an dieser Stelle – wir bleiben also diplomatisch.

Lieblingstracks: „Sauce Boyz“, „On God“

Kelvyn Colt – Mind Of Colt Pt. 1

Kelvyn Colt gönnt sich keine Pause. Nach seiner erfolgreichen Deutschland Tour beschenkt der charismatische Crooner seine Fans mit neuem musikalischen Output in Form der „Mind of Colt Pt. 1“-EP. Der Nachfolger der letztjährigen Debüt-EP „LH914“ wird eröffnet mit dem Track „Mama“, auf dem Kelvyn unter anderem seinen anfänglichen Struggle in der Musikwelt verarbeitet, der Dank Mamas starken Rücken durchgestanden wurde. Eine wunderbare Ode alle liebenden Mütter in dieser Welt. Auch auf den restlichen fünf Anspielstationen, unter denen sich auch die im Vorfeld veröffentlichten Singles „Waited On Me“ und „Weakend“ befinden, lässt Colt tief blicken und gewährt mit persönlichen Lyrics einen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Die Tiefgründigkeit der Texte wird eingehüllt durch ein düsteres und trappiges Soundbild für das unter anderem The Krauts verantwortlich sind. Insgesamt liefert die EP den unterstützenden Soundtrack für die bevorstehende Melancholie des Winters.

Lieblingstracks: „Mama“ , „Waited on Me“