Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

So, hier gibt’s endlich wieder die besten Tapes der Woche für euch. Zumindest unsere fein selektierte Auswahl davon, was uns die letzten Tage so an Releases erreicht hat. Eine etwas ausführlichere Review zu Tylers „IGOR“ findet ihr hier.

Slowthai – Nothing Great About Britain

Endlich ist es soweit, der selbsternannte Brexit Bandit und einer der wohl bemerkenstwertesten musikalischen Exporte der letzten Jahre aus dem Vereinten Königreich, Tyron Frampton aka slowthai, veröffentlicht mit „Nothing Great About Britain“ sein lang antizipiertes Debütalbum. Wie der Titel schon verrät, lässt der in Northhampton geborene MC kein gutes Haar an seiner Heimat. Neben einer starken politischen Message, glänzt Ty mit seinen Skills und zersägt jeden Beat noch so konsequent. Egal ob Ausflüge in den Punk-Rock, mit der von Mura Masa produzierten Nummer „Doorman“, oder sanfte Gitarrenklänge auf dem Track „Toaster“, slowthai’s Markenzeichen – seine markante Stimme, steht stets im Zentrum jeder Produktion. Daran ändern auch die Featuregäste, in Form der beiden Kumpels, Jaykeae und Skepta nichts, die Ty ergänzen, aber nicht ersetzen. Slowthai überzeugt mit seinem Debüt auf ganzer Linie – laut, frech, aber auch unverblümt und reflektierend, nimmt er uns mit auf eine Reise durch seine Heimat. Einen sympathischeren Botschafter könnten wir uns nicht vorstellen – slowthai for Prime Minister! Wer noch mehr über den sympathischen Spaßvogel erfahren möchte, sei unser Interview mit slowthai ans Herz gelegt.

Lieblingstracks: „Doorman“, „Toaster“, „Inglorious feat. Skepta“ ,

Duckwrth – The Falling Man

Männer mit Emotionen? Leider oft immer noch ein Tabu-Thema, dass auch männliche Artists sich mit emotionalen Struggles durch’s Leben quälen. Nicht so bei Duckwrth. Der West Coast-Rapper schickt uns mit seiner neuen EP eine deutliche Message: RAPPER HABEN FEELS UND DAS IST AUCH OKAY SO. Von „BOW“ über „KING KING“ bis hin zu „FALL BACK“: Der Los Angeles Moshpit-König flext mit seiner Flow-Variation während er auf Wall of Death-Beats zum Ausrasten einlädt und zwischendurch mal ganz locker über den gesellschaftlichen Druck auf seinen Schultern erzählt. Ohren auf, hier könnt ihr was lernen.

Lieblingstracks: „LOVE IS LIKE A MOSHPIT“ feat. Rico Nasty, Medasin, „BOW“

Injury Reserve – Injury Reserve

Das Trio aus Arizona bestehend aus Stepa J. Groggs, Ritchie With a T und Produzent Parker Corey, releasen mit „Injury Reserve“ ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Die im Vorfeld veröffentlichten Singles „Jawbreaker“ feat. Rico Nasty & Pro Teens und „Jailbreak from the Tesla“ feat. Aminé machten bereits deutlich: „Injury Reserve“ steht für experimentellen Sound mit Message, die der Internet-Genaration den Spiegel vorhält. Dieses Konzept zieht sich auch, wie ein roter Faden, durch die verlbeibenden elf Tracks des Albums und weil Gesellschaftskritik im Kollektiv oft besser funktuniert, hat man sich mit: JPEGMAFIA, Cakes da Killa, Freddie Gibbs, DRAM, Tony Velour & Dylan Brady, ein paar Gleichgesinnte mit ins Boot geholt. Bitte mehr davon!

Lieblingstracks: „Jailbreak the Tesla feat. Aminé“, „Rap Song Tutorial“

Santi – Mandy & The Jungle

Könnt ihr euch erinnern, als wir euch im November letzten Jahres von unserer Neuentdeckung Santi erzählt haben. Naja, hier sind wir wieder und plädieren nochmal an eure Vernunft: Öffnet eure Ohren doch endlich für diesen Musik-Diamanten! Nigeria-born, Dubai-based Uprising Star Santi ist nämlich gekommen, um uns mit seinem Album „Mandy & The Jungle“ in eine neue Welt zu entführen. Eine Welt bestehend aus bouncigen Afro-Beats, feinsten R&B-Anleihen, wummernd-trappigen 808s und unglaublicher visueller Umsetzung seines Sounds. Neben Gastbeiträgen seiner Altè-Kollegen wie Kida Kudz, Tay Iwar, Amaarae und noch einigen mehr, haben sich auch GoldLink und DRAM zwischen den 16 Tracks eingefunden. Fazit: keine Kritik, nur Liebe!

Lieblinsgtracks: „Raw Dinner“ feat. Kida Kudz, „Maria“ feat. GoldLink

Megan Thee Stallion – Fever

Kein gemütliches dahintraben auf der „Old Town Road“, Megan Thee Stallion kommt stilsicher im Cadillac und cruist mit uns im Stile von „Sittin‘ Sidewayz“ auf der memorylane des unverwechselbaren Sounds aus Houston Texas. Dabei ist Hot Girl Meg keineswegs als Copycat unterwegs, sondern bereichert die Traditionsreiche Stadt mit ihren unbestreitbaren Talent. „Fever“ bringt auf 14 Tracks – Achtung schlechtes Wortspiel – Hitze und Flows, die von der ersten bis zur letzten Sekunde stets on point sind. Mit „Money Good“ und „Dance“, liefert uns Megan Thee Stallion zwei Club-Hymnen und spittet Hustler-Wisdom und Female Empowerment auf einem klassischen Südstaaten-Klangteppich , für den u.a. niemand Geringers als Juicy J verantwortlich ist, der sich, neben DaBaby, auch selbst die Ehre am Mic gibt. Hot Girl Meg hüllt Three-6-Mafia Vibes in ein neues Gewand, ohne dabei an Individualität zu verlieren. Houston hat definitv eine neue Queen auf dem Rap-Thron.

Lieblingstracks: „Simon Says feat. Juicy J“, „Dance“, „Big Drank“

Wu-Tang Clan – Of Mics and Men

The Wu is back! Nach ihrem letzten Album “The Saga Continues” melden sich die New Yorker Hiphop-Legenden nun mit ihrer neuen EP “Of Mics and Men” zurück. Der Soundtrack zur gleichnamigen Doku und Sendung bietet auf sieben Songs noch tiefere und persönlichere Einblicke in die nun schon über 25 Jahre lange Geschichte des Clans. Auf der EP wird über Probleme in der Anfangszeit, die musikalische Prägung im Hiphop und den bis heute anhaltendend Erfolg gerappt. On Top wird dies thematisch und stilistisch durch Skits mit den Erzählungen von GZA, Masta Killa, Nas und Cheo Hodari Coker untermauert und bietet somit ganz neue Einblicke in die Entwicklung des Clans. In Kombination mit den klassischen Wu-Tang Beats, liefert “Of Mics and Men” regelrecht die optimale Platte zum Kopfnicken und Abschweifen in alte Zeiten.

Lieblingstracks: “On That Shit Again”, “Of Mics and Men”