Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Kein Angst, Leute, die Trauer ist vorbei und unsere Weekly Release-Liste iz da. Nach einer kurzen Pause gibt’s endlich wieder pünktlich zum Wochenendstart für euch online! Also, hört euch wie immer durch die ganzen wunderbaren Releases der letzten Woche und denkt dabei an uns.

John Known – John Doe

„Vorhang auf für John Doe. […] Willkommen zur Dissoziation meiner selbst…“ Mit diesen epischen Worten beginnt der Hamburger MC John Known das Intro seines Debütalbums „John Doe“. Auf insgesamt 14 Tracks (inklusive Skits), vollzieht der Wahlberliner die persönliche Psychoanalyse von John Doe, ein Teil seiner selbst und offenbart, was sich bereits auf den drei verheißungsvollen Vorgänger EPs abgezeichnet hat: John Known alias John Doe ist undefinierbar und unberechenbar und fährt seinen eigenen Film. Auf den Produktionen von u.a Sucuki Shucati, Cane De’Monté, Ghanaian Stallion und Paul Mond variiert der MC spielerisch Stimme und Flow und ergänzt sich wunderbar mit seinen Featuregästen Morten, Tighty und California. „John Doe“ ist der Seelenstriptease eines jungen Mannes und erzählt authentisch Geschichten vom Scheitern und wieder Aufstehen, die von John Known in jeden Track individuell inszeniert werden. Mit seinem Skill-Set aus Rap, Gesang und unkonventionellen Flow ist der Hamburger MC zu Recht einer der vielversprechendsten Newcomer im Deutschrap.

Lieblingstracks: „lfdy“, „bisnichtmehrgeht feat. Tighty“, „DMs“

Omar Apollo – Friends EP

Das 21-Jährige Singer/ Songwriter und Multitalent meldet sich mit seiner neue EP „Friends“ zurück und beweist erneut, dass er neben seiner engelsgleichen Stimme auch einiges an musikalischen Know-how mitbringt, mit dem er sich stets neu erfindet. Auf insgesamt sieben Tracks zeigt sich der junge Musiker genauso experimentierfreudig, wie bereits auf seiner Debüt-EP „Stereo“. Machen die Nummern „Ashamed“ und „So Good“ durch ihr funkiges Klanggerüst durchaus Lust zum Tanzen, bewirken die Tracks „Hearing your Voice“ und „Trouble“ das exakte Gegenteil und versetzen den Hörer in eine Schockstarre aus Melancholie und tiefer Traurigkeit. „Friends“ lädt ein zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle und ist damit einer perfekter Soundtrack für den abwechslungsreichen April.

Lieblingstracks: „Ashamed“, „Hearing Your Voice“

Anderson. Paak – Ventura

Schon beim ersten Track hüpft unser Herz vor Freude: Auf einem unfassbar entspannten Instrumental säuselt uns Andy ins Ohr, bevor the one and only André3000 einen wahnsinnigen Part hinspuckt. Weiter geht’s dann ebenso entspannt: Andy spricht über die Höhen und Tiefen der Liebe in all ihren Facetten und auf „King James“ wird’s auch politisch-kämpferisch, ohne dabei den Soul zu verlieren. Wer sich nach „Oxnard“ nach einer Rückkehr zu den Wurzeln gesehnt hat, findet im smoothen „Ventura“ sein Glück. Und wer die harten Grooves auf „Oxnard“ liebt, der darf dieses Mini-Album trotzdem genießen.

Lieblingstracks: „Come Home“, „King James“, „Make It Better“

Galv & Nepumuk – Alarmstufe Rot

Der Sichtexot tut sich für ein kleines Projekt mit dem Lieblingsrapper deiner Lieblingsrapper Galv zusammen und kreiert ein schönes Stück Musik für Liebhaber. Auf jazzigen Beats liefern die beiden assoziative Lyrics, Galv präsentiert seine krassesten Flows und Nepumuk wunderschön konfuse Lines. Dass das harmoniert ist eh klar, thematisch ist von kleinen Storytellern bis Battlerap alles dabei. Dazu gibt’s dann noch zwei Instrumentals und die EP ist perfekt.

Lieblingstracks: „Stattdessen“, „Torten“, „Out Of Tune“

Rapkreation – RK.EP.03

Die Kreuzberger Jungs kochen jetzt auf großer Flamme. Nachdem sie sich mit ihren ersten beiden EPs schon lange in unsere Herzen gerappt haben, kommt jetzt die dritte Installation. Und die geht durch Mark und Bein: Neben großartigen Representertracks präsentieren sich die beiden jungen Männer sehr reflektiert und sprechen neben den Bestsellern Kiez, Gang und Rapszene auch über eigene Probleme und Schwächen, was auf den drückenden Beats umso besser klingt. Die Zukunft gehört RapK!

Lieblingstracks: „10997“, „Wach“, „Schlaf Ein“

Solo439 – SoisSo

2011 erschien „439mm“ mit Hanybal und SOLO439: Ein kompromissloses Street-Mixtape aus der Franfurter Nordweststadt. Acht Jahre später ist es nun an der Zeit für SOLO solo zu gehen. „SoisSo“ ist vollgepackt mit den bitteren Storys aus der Nordi: Arbeitslosigkeit, Gewalt und gestorbene Träume in einer Wüste aus Betonschluchten. SOLO439 ist es mit düsteren Streicher und Pianosamples und harten Lyrics gelungen, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen. Das klingt an manchen Ecken vielleicht hölzern, doch passt zu der Stimmung des Albums: In Frankfurts Nordwesten ist nichts glattpoliert. Hier ist es dreckig und rau.

Lieblingstracks: „Alles“, „Brüder machen Geld“

Yung Kafa & Kücük Efendi – Uboot

Yung Kafa und Kücük Efendi haben im letzten Jahr mit ihrem gemumbleten und überzeichneten Stimmeinsatz auf ihrer Single „Diamonds“ einen Untergrund-Hit abgeliefert. Nun liefern sie mit „UBOOT“ ihr Debüt-Mixtape nach — Und der Name ist Programm. Die beiden tauchen mit satten 808 Bässen und hypnotisierenden Melodien in unsere Gehörmuscheln ab und feuern aus allen Rohren mit Hits. Verträumt (oder faded?) erzählen uns die beiden von ihrer Welt. Einer Welt voller Extravaganz: Sie drehen in Nobelkarossen ihre Runden, jetten um die Welt und tragen neben italienischen Designerstoffen und Bündeln voller „Hunnis“, auch noch eine große Portion Herzschmerz mit sich mit. Es ist angerichtet für den „Rosenkrieg“.

Lieblingstracks: „21Zoll“, „Rosenkrieg“, „Vor Gericht“

Wun Two – Dolphi EP

Ein weiteres Release aus dem Hause Sichtexot. Wun Two droppt mit „Dolphi“ eine kleine, aber feine Beat EP mit insgesamt vier Tracks. Zu Hören gibt’s darauf jazzige und mellow Instrumentals à la Wun Two mit Unterstützung von Knowsum und Anthony Drawn. Achtminütiges Wellnessprogramm für die Seele, besser als jeder Power Nap.

Lieblingstracks: Alle