Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Irgendwie ist ja gerade Sommerloch. Aber, dass weniger Tapes als gewohnt erscheinen, heißt nicht, dass wir uns mit schlechterem Material zufriedenstellen müssten. Denn verdammt nochmal, die Releases der Woche sind HEISS! Wir brauchen jetzt erst mal einen kühlen Drink.

Tightill & Doubtboy – Deutsch-Amerikanische Schaft

„Homie, gib mir Five, denn kein Weg ist zu weit, geht man ihn zu zweit.“ Was Jay Pop auf „Friendz“ singt, kann als Motto für dieses ganze Tape bezeichnet werden. Denn die Wege von Tightill & Doubtboy sind auf ewig verbunden, das sind verdammt nochmal echte Friendship Goals! Das konnte man auch schon letztes Jahr auf „RnB Anarchie“ hören, dem Debüttape der beiden, das uns sofort mitgerissen hat. Auf dem neuen Album der beiden gibt es einige Songs, die schon bekannt sind, viel Neues, unterhaltsame bis zuckersüße Skits und mit „Blühzwei“ sogar ein Remake. Die Featuregäste kommen aus dem Erotik-Toy-Umfeld, die Produktionen auch. Die Songs zeigen eine Vielfalt auf, sowohl im Sound, als auch in der Themenwahl und sind Beweis dafür, dass Tightill & Doubtboy für viel mehr als nur Spaßrap stehen. Hört euch dieses Ding einfach an, das ist verdammt nochmal die Zukunft von Rap!

Lieblingstracks: „Mittelfinger“, „Wo Ist Das Geld“, „Friendz“, „BlühZwei“ und alle anderen eigentlich auch.

Tobi Lou – Tobi Lou And The Juice

Seit wir Tobi Lou mit dem Smino-Feature „Troop“ entdeckt haben, ist er einer der Redaktionslieblinge geworden. Zurecht, wie er heute mit seiner neuen EP beweist. Diesmal gibt’s nochmal einige Anspielstationen mehr als auf dem letzten Tape, ohne dass sich dabei Schwäche auftun. Die Beats klingen teilweise weniger organisch, es wird mehr mit Synthies gearbeitet, aber gerade auf Tracks wie „Knock Knock“ wird Tobi auch wieder seinen Gewohnheiten gerecht. „Tobi Lou And The Juice“ ist wieder mal ein sehr entspanntes Tape ohne große Experimente, dafür aber unfassbar unterhaltsam und gut ausproduziert.

Lieblingstracks: „Knock Knock“, „Birthday Boy“, „Billy“

Trippie Redd – Life’s A Trip

Trippie Redd zog in der Vergangenheit immer wieder die Aufmerksamkeit der Szene auf sich, leider jedoch häufiger durch Konflikte mit dem Gesetz oder mit anderen Rappern als durch seine Musik. Trotz allem hat das XXL-Magazin sein Talent erkannt und ihn zum Mitglied der „Freshman Class 2018“ gekürt – eine Auszeichnung die oft einen gewaltigen Hype mit sich bringt. Dieser blieb verglichen mit anderen „Freshman Class“-Kameraden wie Lil Pump oder BlocBoy JB für Trippie Redd bisher aber leider aus. Nun ist nach monatelangen Ankündigungen und Teasern mit „Life’s a Trip“ das Debütalbum des 19-Jährigen erschienen. Wie schon auf den beiden Teilen von „A Love Letter To You“ fällt Trippie durch seinen unverwechselbaren Stimmeinsatz auf, zeigt aber auch auf Tracks wie „Missing my Idols“ (Nein, das ist wirklich nicht von Drake!), dass es ihm an klassischen Rap-Skills nicht mangelt. Neben den Featuregästen Travis Scott, Young Thug, Diplo, Reese LaFlare und WE ARE THE STARS tummeln sich auch unter den Producern des Albums Hochkaräter wie Murda Beatz oder OZ. Mehr als auf seinen bisherigen Projekten beweist Trippie Redd, dass er emotional sein kann, ohne sich in Kitsch zu verlieren; dass er sich präsentieren kann, ohne sich in Selbstverherrlichung zu verlieren und dabei den Vibe auf Albumlänge stimmig halten kann. Ob er an den Erfolg der anderen Freshman-Newcomer anknüpfen kann, wird sich nun zeigen.

Lieblingstracks: „Missing my Idols“, „Dark Knight Dummo“