Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Was wir über „Kids See Ghosts“ von Kanye West & Kid Cudi halten, erzählen wir euch in einem anderen Artikel. Hier haben wir wieder die restlichen erwähnenswerten Releases dieser Woche gesammelt um euch die nervige Suche zu ersparen – Jorjas Debütmixtape hat dabei wohl die meiste Aufmerksamkeit bekommen.

Jorja Smith – Lost & Found

Ist man der Meinung, dass ein Debütalbum, das auf 12 Tracks ausschließlich das Thema Liebe behandelt, auf Dauer ziemlich langweilig wird, hat man wahrscheinlich recht – so generell. Bei Jorja Smith jedoch nicht. Das britische Soul-Wunder schafft es nämlich irgendwie die verschiedenen Aspekte der schönsten und gleichzeitig schmerzhaftesten menschlichen Emotion so detailliert und vielseitig zu beleuchten, dass man nicht das Gefühl hat, irgendwelche Dopplungen zu hören – ob textlich oder musikalisch. „Blue Lights“, „Teenage Fantasy“ und „February 3rd“ haben unsere Freude im Vorhinein in unerreichbare Höhen getrieben, sodass unsere Erwartungen kaum zu befriedigen waren. Trotzdem hat es Jorja Smith geschafft, uns zu begeistern: Der Rap-Part auf „Lifeboats (Freestyle)“ ist so dermaßen herausragend, dass der Pop-Einfluss auf so manch anderen Tracks ohne Meckern akzeptiert wird. Wenn man nämlich das restliche Soul-Outcome dieses Jahr betrachtet, ist „Lost & Found“ ganz eindeutig an der Spitze mit dabei. „Lost & Found“ ist ein (teilweise zu sehr popinfiziert) Soul-Meisterwerk, das Jorja und ihr unbeschreibliches Talent für immer in der Musiklandschaft festigen wird.

Lieblingstracks: „Blue Lights“, „Lifeboats (Freestyle)“

Wifisfuneral – Ethernet Vol. 1

Das Internet stirbt und wird Dank Lan-Kabel wiederbelebt (Jeder der dieses zu tiefst genialen Statz in Bezug auf Wifisfuneral und „Ethernet“ nicht versteht, muss noch viel über Dadjokes lernen). Egal, wahrscheinlich hat die Fangeneration von Wifisfuneral, die größtenteils nach den 00er Jahren auf die Welt kam, keine Ahnung wie Lan-Partys funktionieren und wie genial es war und muss deshalb auch erstmal googeln was Ethernet ist (außer man hat Ahnung von Computertechnik, das setzten wir jedoch nicht vorraus). Auch egal, eigentlich wollen wir damit nur sagen, dass wir die Wahl des Albumtitels genial finden. Trotzdem vermissen wir Tracks wie „JoeBuddenProbablyThinksICantRap“ oder „Pop“, die das 2017-Tape „Boy Who Cried Wolf“ des Florida Spitter so überragend gemacht haben. Neben „25 Lighters“, „IMVU“ und „Been 2 Hell & Back“ findet man nämlich nicht viel Dauerschleifen-Material auf „Ethernet“ sondern viel eher random zusammengewürfelten Einheitsbrei, der auf Dauer leider etwas langweilig wird.

Lieblingstrack: „25 Lighters“, „IMVU“

Chief Keef – Ottopsy

Chief Keef bekam in letzter Zeit vor allem durch den ausgearteten Beef mit 6ix9ine sehr viel Aufmerksamkeit– ob seine Überraschungs-EP dadurch mehr in den Hintergrund gerückt ist, oder sich das Ganze als krassen Promomove für ihn auszahlen wird, steht wohl noch offen. „Ottospy“ folgt den „The Glo Files Pt. 1 & 2“ Mixtapes und ist mit fünf Tracks auf jeden Fall sehr übersichtlich gehalten. Neben vielen melodischen Autotune-Parts, die Parallelen zu dem vorherigen Mixtape aufweisen, gibt es im Einstiegstrack „Gang Gang“ erstmal einige Lines über etwas, das im Rap viel zu oft vernachlässigt wird und zwar: „vegetarian tofu“. Auf den restlichen Tracks werden Refenzen zum Death-Talk deutlich, die sich ganz offensichtlich auch im Coverart widerspiegeln. Bis auf einen Part seines Cousins Tadoe auf dem Outrattrack „Randomly“ kommt die gesamte EP ganz gut ohne Features aus.

Lieblingstrack: „Water Resort“, „Randomly“

Superfly Soundtrack

Gut 45 Jahre ist es schon her, dass Curtis Mayfield den legendären Soundtrack zum Blaxploitation-Film „Super Fly“ veröffentlicht hat. Wir schreiben das Jahr 2018, Leerzeichen sind uncool geworden und Future macht den Soundtrack zur Neuauflage des Films, „SuperFly“. Statt Songs wie „Give Me Your Love“ gibt es jetzt „Show My Chain Some Love“ und auch musikalisch klingt das neue Album unüberraschenderweise ziemlich anders. Future macht mehr oder weniger das Gleiche wie immer und liefert einige neue Banger mit dem ein oder anderen interessanten Feature. Dennoch wird auf vielen Songs trotz dicker 808s und Hi-Hat-Gerassel versucht, die Smoothness des Orginals beizubehalten. Am besten gelingt das, wenn Sänger wie Scar oder Khalid zu Wort kommen. Ob der Film was taugen wird oder nicht bleibt abzuwarten – der Soundtrack macht auf jeden Fall schon mal neugierig.

Lieblingstracks: „This Way“, „Bag“ feat. Yung Bans, „Money Train“ feat. Young Thug & Gunna