Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Freitag ist Hightag (unsere Weekly-Intros beginnen ab jetzt immer mit Sido-Zitaten). Statt illegalen Substanzen liefern wir einfach nur verdammt gute Musik zum High werden, oder irgendwie so. Egal. Hier gibt’s wieder die besten Tapes der Woche. Ihr wisst was das heißt: hinsetzen, Gläschen Spätburgunder einschenken und genießen.

Playboi Carti – Die Lit

Gut ein Jahr nach seinem Debüt-Mixtape schiebt Playboi Carti mit „Die Lit“ überraschend ein neues Album nach. Bis auf vereinzelte Feature war es (u.a. auf Lana Del Rays „Summer Bummer“) daraufhin sehr ruhig um den Herren aus Atlanta geworden. Die im April veröffentlichten Nummer mit Travis Scott, „Love Hurts“, ist nun im Nachhinein als erster Vorbote von „Die Lit“ zu sehen und fügt sich stimmig im ersten Drittel des Werks ein. Auch für die übrigen Tracks hat sich das A$AP-Member weitere namhafte Unterstützung geholt. Zusammen mit Skepta, Nicki Minaj, Young Thug und Lil Uzi Vert nuschelt er sich durch die 19 Lieder. Seine entspannte Vortragsweise hat er im letzten Jahr natürlich nicht verloren. Großen Anteil an der Gesamtatmosphäre hat neben Carti Pi’erre Bourne. Der ist nicht nur zwei Mal als Rapper gefeatured, sondern hat auch 16 melodisch verträumte Produktionen gestellt. Verspielt, aber luftig und leicht, entspinnt sich so ein zugängliches Album, das zugleich den perfekten Soundtrack für Sommerausflug und Fahrt durch die Hood zugleich liefert.

Lieblingstrack: „Shoota“ feat Lil Uzi Vert

morten – Disc 1

Mit „disc 1“ ist heute ein weiteres der vielen angekündigten Projekte aus dem Hause Immer.Ready erschienen. Wie gewohnt gibt sich Morten experimentierfreudig und spart nicht an Adlips, nicht an Querverweisen und vor allem nicht an Features: Mit dabei sind Chima Ede, Chris Henry, Butch, Marvin Game, Al Kareem, Ziry und Jorden. Auch wenn die Auswahl der Gäste nicht überrascht, sind die Tracks nicht langweilig. So ähnelt zum Beispiel „Wort.flp“ mit Marvin Game kein bisschen irgendeinem anderen der unzähligen gemeinsamen Songs. Was in 37 Minuten ganz klar raussticht, ist viel Gefühl, viel Liebe für Details und vor allem der DIY-Grundsatz. Klatscht!

Lieblingstracks: „Norma jeane mortenson.flp“, „Wort.flp“

Junglepussy – JP3

Simpel „JP3“ benannt, feuert die New Yorkerin dieser Tage ihr drittes Album unters Volk. Mit „State Of The Union“ wird sofort die Blaupause für das restliche Material gelegt. Soulige, warme Samples treffen auf ein modernes Drumset, über allem thront Shayna McHayle dunkle, charismatische Stimme. Auszeichnen kann sich hier Shy Guy, der mit seinen hypnotischen Produktionen der 26jährigen der perfekten Teppich zur Entfaltung webt. Über die nächsten 30 Minuten überzeugt Junglepussy darauf mit variablem Vortrag und eingängigen Hooklines. Unterstützung gibt es hier von Rico Love („Get Down“), Three 6 Mafias Gangsta Boo („Long Way Home“) und Wiki („Ocean Floor“). Wem nach einem entspannten Album – mit vielleicht ein bisschen zu viel Sextalk – ist, sollte „JP3“ anschmeißen.

Lieblingstracks: „Long Way Home“, „Showers“

Ski Mask The Slump God – Beware The Book of Eli

Ski Mask The Slump God hat sich schon lange aus der Rolle des Sidekicks von Knastkumpanen und Rappartner XXXTentacion befreit und zeigt mit „Beware The Book of Eli“ endgültig noch einmal, dass er auch sehr gut allein zurechtkommt. Natürlich kommt er nicht völlig ohne Hilfe daher und hat unter Anderem Rich The Kid und seit Neuestem auch rappenden Produzenten Ronny J als Features am Start. Wie gewohnt gibt es schnelle Flows, viel Aggression und übersteuerte 808s. Ski Mask hat einfach eine Formel aus Beats, Raps und Adlibs für sich entwickelt, die einen immer kriegt bis man nicht anders kann, als laut über seine Lines zu lachen und aufgedreht durch den Raum zu springen.

Lieblingstracks: „Suicide Season“, „Child’s Play“, „Dapper Dan“

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Bali Baby – Baylor Swift

Bali Baby droppt „Baylor Swift“, mit acht Tracks, auf denen wir sie ganz ohne Features hören.
Sie kündigte bereits an, dass das Album die Geschichte von einem Mädchen erzählt, das ihren Herzschmerz mithilfe der Musik verarbeitet. Also dürft ihr euch auf verdammt emotionalen Output freuen, der durch Zeilen wie „I wanna stay, but you wanna play“ aus „Candy“ dann wohl ihre Gefühle und den Frust perfekt auf den Punkt bringt. Sie selbst beschreibt ihren Sound als einen Mix aus Rap, Rock und Pop. Damit liefert uns die Pop-Punk-Princess einen experimentellen Sound, der sich von dem altbekannten Mainstreamzeug abgrenzt und frischen Wind ins eingesessene Rap-Game bringt.

Lieblingsstrack: „WWW“, „Backseat“

BJ The Chicago Kid – The Opening Ceremony

Die Liste an hochkarätigen Kollabos, an denen BJ The Chicago Kid bisher beteiligt war ist mittlerweile wirklich zu lang um sie aufzuzählen. Abgesehen davon hat er auch selbst schon diverse Mixtapes und Soloalben veröffentlicht und erweitert sein Portfolio mit „The Opening Ceremony“ jetzt um drei neue Songs. Der Crooner aus Chicago besingt mit seiner smoothen Stimme ebenso smoothe Beats und erzählt wie gewohnt seine Geschichten von der Liebe. Insgesamt ein echt schöner R&B-Snack und passender Soundtrack für eventuelle Sexy Times.

Lieblingstrack: „Nothin into Something“

bladee – Red Light

Letzte Woche bescherte uns Bladee dank der Videoauskopplung zu „Decay“ die perfekte Mischung aus Melancholie und Romantik. Ähnlich geht’s auch auf seinem „Red Light“-Album zu: Zwischen Genreüberschreitenden Pop-Hybriden und experimentellen Balladen findet man die gewohnten Produzenten aus seinem Umfeld wieder – Neben Whitearmor und Yung Sherman steuert auch Gud seine sphärischen Beats dazu. Auch bei den Featuregästen bleibt alles beim alten: Ecco2k und Uli K geben mit viel AutoTune und Fühls ihren Herzschmerz zum besten. Es wird relativ schnell klar, dass „Red Light“ keinesfalls von viel Innovation oder neuen Ausschreitungen von Bladees Talent bereichert wird. Aber wieso sollte man etwas am Sound ändern, wenn das was man macht, mittlerweile vor Perfektion nur so strotzt?

Lieblingstrack: „That Thing You Do“