Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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50 Wochen Weekly Release liegen jetzt hinter uns. Das wird gefeiert mit gleich neun Tapes, die uns voll überzeugen konnten. Von House bis Kifferrap, von Lo-Fi bis zu hasserfüllten Headbanger-Beats. Viel Spaß mit den besten Tapes der Woche.

Marsimoto – Verde

Bei Marsimoto ist bekanntlich immer alles ziemlich durchdacht. Bisher ist aber scheinbar noch niemand daraus schlau geworden, was hinter Marsis Promophase steckt: In den letzten Wochen kamen immer wieder kurze Musikvideos, jeweils ungefähr eine Minute lang, in denen sich Fotograf Paul Ripke statt Marsimoto hinter der Maske verbarg ­- eine Flut von verrückten Fantheorien ließ selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Wie gewohnt widmet sich Marterias Alter Ego keinen gewöhnlichen Themen, sondern zum Beispiel Hühnchen, GoPros oder Photoshop. Mit dabei sind interessante Features wie Casper, Trettmann oder Audio88, die sich hinter mehr oder weniger offensichtlichen Decknamen verstecken und dafür sorgen, dass das Album nicht langweilt. Mit „Verde“ erschafft Marsimoto etwas Neues, doch bleibt seinem Stil treu ohne sich zu wiederholen.

Lieblingstracks: „Immer wenn ich high bin“, „Chicken Terror“

Post Malone – Beerbongs & Bentleys

Bereits Ende 2016 deutete Post Malone den Titel seines zweiten Albums auf Twitter an. Schon damals stand für viele Fans fest, dass das gefühlvolle Multitalent nach „Stoney“ ein weiteres Meisterwerk liefern wird. Nachdem die Singleauskopplungen „Rockstar“ mit 21 Savage und „Psycho“ mit Ty Dollar $ign dann gefühlt immer und überall in Dauerschleife liefen, bestand daran kein Zweifel mehr. Auch die anderen Features auf dem Album können sich sehen lassen: Neben Ty Dollar $ign und 21 Savage hat Post Malone sich mit Swae Lee, Nicki Minaj, G-Eazy und YG interessante Gäste ausgesucht. Wie „Stoney“ auch klingt „beerbongs & bentleys“ keineswegs nach einem reinen Hiphop-Album, wirkt aber, obwohl es ebenso abwechslungsreich ist, insgesamt stimmiger als sein Vorgänger und wird seinen Erwartungen gerecht.

Lieblingstracks: „Otherside“, „92 Explorer“

Die Achse – Angry German EP

Schon seit einigen Jahren brodelt der Vulkan namens Die Achse, der Zusammenschluss zwischen Farhot und Bazzazian, nur auf den eigenen Ausbruch wartend. Nach diversen Hitbeats halten wir jetzt endlich die erste EP der beiden in den Händen. Die ist gefüllt mit drückenden Beats, wummernden Bässen und ekstatischen Synthies. Und auch die UK-Features, die für die nötige Abrissstimmung sorgen, können sich sehen lassen.

Lieblingstracks: „Angry German“, „Hate You“

Akua Naru – The Blackest Joy

Auch auf Akua Narus Album warten wir jetzt schon eine Weile. Die Künstlerin überzeugt nicht nur mit seinsten souligen Produktionen und verdammten Skills, sondern auch mit thematischem und lyrischem Tiefgang. Das ganze Album strotzt vor Selbstbewusstsein, -reflektion und Black Excellence. Und so kämpft sie sich auch fast ganz ohne Features durch die zwölf auf voller Linie überzeugenden Anspielstationen.

Lieblingstracks: „My Mother’s Daughter“, „Made It“

Tobi Lou – Tobi Lou and the Loop EP

Es hat ehrlich gesagt das Feature mit Smino auf „Troop“ gebraucht, damit wir endlich auf Tobi Lou aufmerksam werden. Rückwirkend dann die „Tobi Lou and the Moon“-EP zu entdecken, hat uns zu kleinen Tobi-Fans gemacht und jetzt kommt endlich der Nachfolger. Vier entspannte Tracks, die uns durch die Gefühls- und Lebenswelt des Chicago-Native führen, erfüllen uns mit Sonnenschein. Außerdem gibt’s schon einen weiteren Ausblick: Das Intro heißt „The Name Of My First Album Is ‚Cult Classic'“.

Lieblingstracks: „Darlin'“, „The Fun“

Priesemut – Brainwaves On Late Days

Aus dem großen Sumpf der Beatmaker steigt ein junges Talent empor und veröffentlicht nach „Oppa Green“ gleich sein zweites Tape in kürzester Zeit. Es ist Lo-Fi, es ist funky, und hat doch seinen ganz eigenen Vibe. Das hier ist die bessere Alternative zu deiner unangenehmen Chillhop-Spotify-Playlist. Gastbeiträge kommen dabei von The Beep, Sisi Jalé und Nepumuk. Lehnt euch doch einfach mal zurück und lasst Priesemuts warmen Sound euren Körper durchströmen.

Lieblingstracks: „The Sinner“, „What’s Gucci?“

Jugo Ürdens – Yugo EP

Kein Beamer, kein Benz, kein Porsche – Jugo rollt im glänzenden Yugo auf die Tanke. Wenn die Türen dann aufgehen, wummern erstmal feinste Balkan-Sound-Einflüsse aus den Boxen. Textlich bleibt’s wie gewohnt zwischen ironischer Provokation und melancholischem Tiefgang. Das einzige, das sich verändert hat: Im Vergleich zur letztjährigen „DiesDas“-EP wirkt alles viel runder, durchdachter und irgendwie ausgereifter. Ach ja, sorry Juice, aber Jugo will dann doch lieber in die Women.

Lieblingstrack: „Allein“

Denzel Himself – Baphomet James

Denzels Sound ist pure Intensität. Die rumpelnden Drums und seine kompromisslosen Lines lassen alle Ersthörer wahrscheinlich erstmal etwas verwirrt zurück. Doch lässt man sich auf den schonungslosen Style zwischen Hardcore-, HipHop- und Garage-Einflüssen des Outer-Londoner ein, bekommt man nicht mehr genug davon. Irgendwann stolpert man dann über den Tyler, The Creator-Vergleich und seine gewaltigen Musikvideos und versteht, dass Denzel Himself kein Artist ist, den man einfach mal nebenbei hört. Vielleicht ein kleiner Nachtteil, doch musikalisch gesehen eindeutig genial.

Lieblingstrack: „Navy“

Glenn Astro & Hodini – Turquoise Tortoise

Hulk Hodn aka. Hodini und Glenn Astro sind nicht nur Legenden der deutschen Beatmaker-Blütezeit, sondern auch (zumindest mittlerweile) verdammt heiß im House-Game am Start. So ist auch das eine House-EP, nimmt aber Einflüsse aus Jazz, Funk und HipHop auf und das Tape platzt aus allen Nähten vor Anleihen. Perfekt, um in den frühlingswarmen Feierabend zu starten. Macht das bier auf, schmeißt das Tape an und macht euch ein schönes Wochenende.

Lieblinsgtracks: „Ze Regal“, „Malaysian Moped“