Die besten Musikvideos des Jahres (national) // Visualizing Music

von am

Guten Morgen! Während ihr euch noch auf das große Fressen mit der Familie und den Austausch peinlicher Geschenke vorbereitet, haben wir für euch schon das schönste Geschenk vorbereitet, das wir uns vorstellen konnten: Die besten Musikvideos des Jahres 2018! Den Anfang machen die Werke aus dem deutschsprachigen Raum, also Film ab!

10

Ebow – Das Wetter (R: Diana Andrei)

Ebow hat dieses Jahr nicht nur gut an Bekanntheit gewonnen, sondern auch einige schöne Videos veröffentlicht. Dazu gehören auch die Visuals zum Track „Das Wetter“ vom 2017 veröffentlichten Album „Komplexität“. Und auch das Video ist so komplex wie schön: Es präsentiert sowohl die Protagonistin selbst vor monochromen Flächen, als auch tiefe, verspiegelte Räume, die einen Einblick in die Produktion des Werks geben. Kunst darf eben gerne auch mal etwas transparenter und DIY sein, ohne amateurhaft zu wirken.

09

Lance Butters – So Schön (R: Christian Alsan)

Meiner Meinung nach war das Lance Butters-Album eines der größten Überraschungen des Jahres. Denn obwohl er größtenteils seinem Stil treu geblieben ist, hat er mit „Angst“ bewiesen, wie viel Wert er eigentlich auf Songwriting und Deepness legt. So ist auch dieses Video eigentlich simpel gehalten, aber erfrischend ideenreich und im besten Sinne bedrückend. Jedes Scheidungskind und Halbwaise fühlt den Shit und auch alle anderen sollten durch das Video einen Einblick in diese harte Realität bekommen haben.

08

Ufo361 – Beverly Hills (R: Christoph Szulecki)

Ufo361 und Christoph Szulecki sind ein Dreamteam, wenn es um Musikvideos geht. Schon letztes Jahr sind die beiden mit „Für die Gang“ in dieser Liste gelandet und auch dieses Jahr strotzten die Ufo-Videos vor Kreativität und Aesthetics. Hier wird uns ein wunderschöner Thriller präsentiert, der den Mythos zwischen Ufo361 und seiner Tiffany weiter ausbaut. Auch unabhängig davon ist Szulecki aka. Amigo Blanco ein unfassbarer Video- und Photograph, also checkt das aus!

07

Rapkreation – Moshpit (R: Cafoni Corner & Zuckerkind)

Bei Rapkreation aus Kreuzberg ist alles DIY, handmade und authentisch. Eigentlich ist das hier ja ein ziemlich simples Studiovideo, aber von den Outfits über die Kulisse bis zu der Performance der beiden Rapper sitzt einfach alles. Neben dem heißen Newcomertipp meinerseits gibt es auch noch ausgesprochenes Lob für die Authentizität des Videos – Rapkreation zeigen was sie fühlen, was sie leben, was sie sind.

06

Nura Feat. SAM – babebabe (R: Stefanie Soho)

Zu dieser Jahreszeit sollte man sich ja auch auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens besinnen, dazu gehört auch die Liebe. Und was gibt es Schöneres, als sich Hals über Kopf zu verlieben? Die Hymne dazu haben dieses Jahr Nura und SAM geliefert, mit einem Video, das genau das spiegelt. Die Photographien zwischendurch passen perfekt zu den unfassbar sweeten Shots und der positive Vibe des Songs ergänzt sich mit dem wholesomen Video. Diese Positivität ist es, was man von SAM in Erinnerung behalten sollte. Rest in Peace ♥.

05

Zugezogen Maskulin – Der Müde Tod (R: Martin Swarowski)

Zurück zur harten Realität: Zugezogen Maskulin schreiben nicht nur ihren Heimatkäffern, sondern auch dem darin lauernden Tod eine Hymne. Die ruhigen Shots aus diesen Gegenden verschmelzen mit den poetischen Untertiteln und gibt einem das schaurige Gefühl, in diesen verlorenen Orten dem Tod schon Auge in Auge gegenüberzustehen. Ebenso reizvoll ist der dahinter geschnitte Dialog von grim104 und Testo, der den ganzen Song nochmal eine Nummer persönlicher macht.

04

Serious Klein – Voodoo Money (R: HUSH & HYPE)

Dass Serious Klein mittlerweile eigentlich durchgehend mit dem TDE-Kader verglichen wird, dürfte nicht nur an seiner Delivery und dem Soundbild liegen, sondern auch an den unfassbar intensiven Videos, die sich ebenso mit den Werken der little homies, die sich um die ganz großen TDE-Musikvideos kümmern, vergleichen lassen. Die Visuals zu „Voodoo Money“ präsentieren wahnsinnig ikonische Bilder, die sich vor allem um den Gegensatz zwischen Ruhe und Action drehen – So wirkt das Gesamtprodukt, als würde der Protagonist im Auge des Sturms stehen, während rund um ihn die Welt tobt. Seri ist auf dem Weg, einer von den ganz Großen zu werden, daran besteht kein Zweifel.

03

Tightill & Doubtboy – Normal (R: Urs Mader & Philipp Panhey)

Herzlich Willkommen zu den Top 3! Zunächst wär da mal der gesamte Video-Grind aus dem Bremer Hause Erotik Toy Records, hier vertreten durch die Visuals zu Tightill und Doubtboys Track „Normal“ vom unfassbar guten Album „Deutsch-Amerikanische Schaft“. Im Vordergrund steht hier nicht nur bloß die reine Ästhetik des Ganzen mit seinen gedeckten Farben und langsamen Schnitten, sondern auch die ordentliche Packung Weirdness, die schon fast zum Markenzeichen des Labels geworden ist. Bremen ist eben irgendwie einfach anders. Und genau das, die Unterscheidung vom restlichen Szenegeschwurbel, macht dieses Video zu etwas Ganz Besonderem.

02

Trettmann – Billie Holiday (R: KitschKrieg)

Musikvideos wie dieses lassen mein Filmwissenschaftler-Herz höher schlagen. Denn was das Kitschkrieg-Team hier aufarbeitet, ist ein Paradebeispiel für den Zusammenhang zwischen Film und Photographie, zwischen Montage und Melodie. Das Video gibt dem Song eine ganz neue Dynamik und erschafft eine tiefe Melancholie, die dem Werk innewohnt und sich direkt auf den Zuschauer überträgt. Nebenbei ist das Ganze natürlich noch ein super Fotoalbum aus der Jamaikareise, die das Team unternommen hat.

01

OG Keemo – Vorwort (R: Breitband)

Dass OG Keemo auf der Eins landet, ist schon allein der heftigen Fleißarbeit zu verdanken, die die Jungs von Breitband das ganze Jahr über geleistet haben. Eigentlich zeichnete sich jedes Video der Clique durch technische Finesse, kreative Ideen und ordentlich Unterhaltungswert aus. Mit „Vorwort“ gab’s jetzt zum Jahresende noch mal ein unfassbar gutes Video zum offensten, direktesten und introspektivsten Track von „Skalp“. Die Visuals kommen als eine Art Dreiakter daher, gezeichnet von Visualität und Aussehen des Gesichts des Protagonisten, der radikal in den Mittelpunkt gesetzt wird. Ein starkes Video für einen unfassbar starken Song. Ich hoffe, dass der Scheiß funktioniert.