Die besten Musikvideos des Monats: Juni // Visualizing Music

von am

Um ganz ehrlich zu sein: Ich hätte jetzt auch lieber am See gelegen. Aber vielleicht ist es bei der Hitze ja auch noch mal ganz angenehm, sich in der dunklen, kühlen Wohnung zu verkriechen und sehr, sehr gute Musikvideos anzuschauen. So oder so: Film ab!

10

MIKE – PLANET (R: Conor Prunty)

MIKE ist ein aufstrebender Künstler aus der neuen LoFi-Avantgarde-Rap Szene New Yorks um das [sLUms].-Kollektiv. Einige Aufmerksamkeit bekam er letztes Jahr schon durch sein Album „War In My Pen“, jetzt ist ein neues Projekt draußen und zum Track „PLANET“ gibt es zu diesem Anlass ein schönes Musikvideo, dass sich vor allem durch seine Stream Of Consciousness-artige Bildabfolge ausmacht und einen schönen kleinen EInblick in die Gedankenwelt des Rappers bietet. Sollte man dringend auf dem Schirm behalten.

09

BLVTH – The Void (R: Felix Aaron)

BLVTH steht komplett unter Strom. Und das nicht nur dann und wann, sondern durchgehend. Das ist zumindest aus seinem neuen Musikvideo zu schließen, in dem er voll aufgedreht durchs Leben rennt und circa überall Stress anfängt, wo es nur möglich ist. Singt dem Jungen endlich ein Gute-Nacht-Lied, sonst wird er noch daran sterben.

08

Rich Brian feat. Bekon – Yellow (R: Dave Meyers)

Rich Brian geht es wie eigentlich immer: Nicht so sonderlich prächtig. Aber das macht nichts, denn im neuen Video kämpft er sich aus der Isolation heraus und brennt sein Haus zusammen mit seinem alten Leben, das sich vor unseren Augen abspielt. Regie geführt hat dabei Dave Meyers, der euch von den Credits einiger Kendrick-Videos bekannt sein könnte. Qualitätssiegel iz da.

07

Haiyti – Coco Chanel (R: Steffen Goldkamp & Paul Spengemann)

Haiyt hat zuletzt ein verdammt starkes Album veröffentlicht, „Perroquet“ kam gänzlich ohne Ankündigung und Promophase, stattdessen liegt der Fokus voll und ganz auf der überaus hohen Qualität des Produkts selbst. Im VIdeo zu „Coco Chanel“ ist sie in einer Villa zu sehen und macht vor allem eins: Flexen. Sowohl auf herkömmliche Weise, als auch im Musikalischen. Ob diese Villa auf Ibiza liegt? Kann sein. Ob man die schon aus anderen Videos kennt? Schaut selbst.

06

ScHoolboy Q feat. Kid Cudi – Dangerous (R: Alexandre Moors)

ScHoolBoy Q und Kid Cudi fühlen sich gefährlich. Somit steht das Video zum gemeinsamen Song vom Album „CrasH Talk“ ganz unter dem Motto „Sterben und Sterben lassen“. Die Visuals, die nur zwei Einstellungen beinhalten, fließen dabei ganz ruhig neben der Musik her und steigern und reduzieren sich parallel zu dieser, die Höhepunkte und Tiefen sind genau abgestimmt. Starkes Stück.

05

Max Herre feat. Trettmann – Villa auf der Klippe (R: Lucie Rox)

Max Herre lädt Trettmann ein zu einem Spaziergang an den physischen und psychischen Abgründen des Lebens. Das zweite Video zum kommenden Album „Athen“ spielt wieder in mediterranen Gefilden, dabei wirkt es wie ein Mischung aus Architekturfotografie und Tanzfilm. Die Stimmung des Songs mit seiner subtilen Abgründigkeit spiegelt sich perfekt in den ruhigen Bildern wieder, die die Musik begleiten.

04

Donvtello & Tightill – Ratzen & Rennen (R: Henrik Paro & Hannes Rademacher)

Sommer ist nicht nur die Erholungsjahreszeit, sondern irgendwie auch die Saison, um mal wieder richtig Scheiße zu bauen. Aber versucht nicht, Tightill und Donvtello zu erwischen, die beiden sind so schnell verschwunden, wie sie zu ihren Schandtaten auftauchen. Eine geile hitzige Hymne für das Rennen gegen die Polizei, ein ebenso hitziges Video dazu.

03

Octavian feat. Theophilus London – Feel It (R: Alex Sossah)

Die nächste große Sommmerhymne kommt von Octavian und Theophilus London, ersterer hat gerade sein neues Mixtape „Endorphins“ veröffentlicht. Schön trippy und entspannt kommt der Song daher, das Video schnappt in Home Video-Optik einzelne Ausschnitte aus dem L.A.-Trip Octavians auf und die Kontinuität der Musik (inkl. Karaoke-Untertitel) fügt sie zu einem Fluss zusammen, der einfach nur Lust drauf macht, sobald wie möglich eine ordentliche Party mit allen Freund*innen zu schmeißen.

02

Deichkind – Wer Sagt Denn Das? (R: Auge Altona)

Uff. Deichkind haben sich nochmal selbst übertroffen. Masken von Katja Ebstein, Rezo, Henry Maske, Linda Zervakis und anderen, visuelle Referenzen an Kendrick, Gesaffelstein, Matrix, Eminem und Tyler, The Creator. Kulturelle und politische Referenzen kommen en masse noch dazu. Insgesamt: Ein wahnsinnig starkes, postmodernes Stück über die Masse und die Wahrheitsfindung in der heutigen Gesellschaft. Das kann wohl rein filmtechnisch und in der Referenzialität nicht mehr übertroffen werden.

01

KUMMER – 9010 (R: Philipp Gladsome & Paul Bröse)

Und jawoll. Felix Brummer von Kraftklub landet mit seinem Solo-Projekt KUMMER auf Platz 1. Er zeichnet ein düsteres Bild von Kaltland, speziell seiner Heimat Karl-Marx-Stadt. Dabei geht es sowohl um seine Kindheeit als auch die aktuellen sozialen und politischen Zustände im deutschen Osten, der wie ganz Deutschland von Rassismus und Rechtsterrorismus geprägt ist. Gespickt ist das Musikvideo mit historischen Aufnahmen ebenso wie Performance-Shots, die sich perfekt einreihen. Alles, was es sonst noch zu diesem Musikvideo zu sagen gibt, hat Felix Brummer hier im Interview geäußert.