Die besten Musikvideos des Monats: April // Visualizing Music

von am

Ja, der April ist mal wieder vorbeigerannt und der Sommer rückt näher (auch wenn es sich noch nicht ganz danach anfühlt). Daher gibt’s auch in den besten Musikvideos des letzten Monats erste sommerliche Vibes, außerdem geht’s um Kartoffeln und Selbstreflexion. Viel Spaß!

10

James Blake Feat. Rosalía – Barefoot In The Park (R: Diana Kunst & Mau Morgo)

James Blakes Album „Assume Form“ war für mich bisher eines der besten des Jahres, Rosalías „El Mal Querer“ eines der besten des letzten Jahres. Dass ein großartiger Song herauskommt, wenn sich die beiden zusammentun, war ja wohl irgendwie klar, das Video ist ebenso schön. Ästhetisch ansprechend und auch auf narrativer Ebene gut ausgearbeitet, erzählt es vom Aufwachsen der Protagonisten und dem Verschwinden des jüngeren Selbsts, bis sich ihre Wege kreuzen und sich damit auch die Anfangsszene wiederholt. Schöne BIlde für ein schönes Lied.

09

Stormzy – Vossi Bop (R: Henry Scholfield)

Was für Dab, bei uns gibt’s nur Vossi Bop. Ebenso in Stormzys neuem Video, der sich endlich mit neuer Single zurückmeldet, nachdem er 2017 mit „Gang Signs & Prayer“ eigentlich ALLES abgeräumt hat, was so geht. Die neuen Visuals spielen in London, Stormzy und seine Gang führen an den bekanntesten Plätzen der Stadt eine unterhaltsame Choreographie vor und setzen so den Inhalt des Songs perfekt in die Bildsprache um. Außerdem: Wer außer Stormzy flext schon mit einem Toyota Yaris?

08

Anderson .Paak Feat. Smokey Robinson – Make It Better (R: Andy Hines)

Anderson .Paak und Smokey Robinson liefern die Hymne für all jene, die auf Facebook früher „Es ist kompliziert“ als Beziehungsstatus angegeben haben. Denn wenn es zu „Verliebt, Verlobt, Verheiratet“ kommen soll, muss man eben daran arbeiten. Schöne Zeiten miteinander verbringen, sich gegenseitig bestärken, neue Erinnerungen schaffen. Im Video geht es genau darum: Der Kontrast zwischen guten und schlechten Zeiten stellen die beiden Protagonisten abwechselnd da und am Ende wird hoffentlich alles gut – Freudentränen & Gänsehaut.

07

Tierra Whack – Unempoyed (R: Cat Solen)

Dass Tierra Whack ins Sachen Musikvideos ganz oben mitspielt, sollte ja mittlerweile klar sein. Nicht nur hat sie’s bei uns mit ihren Visuals zu „Whack World“ in die Jahresbestenliste 2018 geschafft, sondern mit ihrem Video zu „Mumbo Jumbo“ auch gleich eine Grammy-Nominierung eingeheimst. Jetzt gibt’s neue Visuals zu „Unemployed“ und die sind nicht weniger weird und voller Kreativität als gewohnt. Tierra schlüpft in die Rolle einer Köchin, die Kartoffeln zubereitet (die mehr oder weniger panisch darauf reagieren), um die Gerichte dann wiederum riesigen Kartoffelmonstern zu servieren. Schaut’s euch einfach an, ihr Kartoffelnasen.

06

slowthai – Gorgeous (R: The Rest)

Auch slowthais neues Video ist ein schönes Stück: In absoluter Liebe zu seiner Heimatstadt Northhampton zeigt er uns hier alle Facetten der Stadt, die Freizeitbeschäftigungen der Einwohner und das große Community-Gefühl, das Northhampton ausmacht. Selbst zu den VIsuals befragt, bleibt er ebenso poetisch: “Reflect and feel ugly. Compare to see the worst, the truths we’ve learnt taking turns, chucking stones in glass homes, gorgeous. with self worth, you’re gorgeous, with self worth, you’re gorgeous.”

05

Die Orsons — Ewigkeit im Loop

Auweia. Ja, Die Orsons haben Fehler gemacht. Aber das sieht die BaWü-Boyband auch mittlerweile selbst ein und liefert in ihrem aktuellen Single-Release-Wahn ein kleines Stück Selbstreflexion, das die größten Fehlverhalten und Peinlichkeiten der einzelnen Mitglieder behandelt. Das Video dazu folgt einem simplen, aber prägnanten Konzept: Die Originalvorfälle werden nochmal gezeigt, das Ganze perfekt zugeschnitten auf die Lyrics. Es wird schleunigst Zeit für Teil 2, den Vieren werden die Peinlichkeiten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

04

Kevin Abstract – Peach (R: Kevin Abstract)

Nachdem 2017 gleich drei Alben von Brockhampton erschienen sind, mussten wir uns letztes Jahr mit nur einem einzigen Release abfinden – Aber dieses Jahr scheintwohl endlich wieder alles anders zu werden. Zumindest hat Mastermind Kevin Abstract sein Projekt „Arizona Baby“ schon mal veröffentlicht und dabei auch zwei schöne Videos geliefert. In den Visuals zu „Peach“ sehen wir nicht nur die Kraft der Freundschaft, sie bereiten uns auch auf den perfekten Sommer vor. Jedes Video aus dem Umkreis der Boyband spült eine neue Welle kreativer Energie an die Oberfläche des Internets.

03

Ufo361 Feat. RIN – Next (R: CHristoph Szuelcki & Ufuk Bayraktar)

Bei allen Beschwerden über die erfolgreichen Artists der großen Spotify-Playlists, vergisst man immer wieder, dass es auch unter diesen Künstlern ein großes Gefälle gibt. Sprich: Dass es auch hier echte Diamanten gibt. Denn Rin und Ufo361 sind offensichtlich die Väter dieser neuen Rapgeneration, machen baba Tracks (HITS) und haben ach noch Leute am Start, die unfassbar schöne Videos schießen. Sowie dieses. Wie kann man so viel Style haben und so gekonnt damit flexen?

02

Der Täubling – Du Penner (R: Der Täubling, Lydia Leerstelle, Oliver Hillenbrand, Katharina Heinemann)

Zurück zu Kartoffelnasen. Das Video zu „Du Penner“ ist eigentlich schon letztes Jahr erschienen, wurd dann aber wieder von Youtube gelöscht wegen pornografischen Inhalten. Ja genau, von der gleichen Plattform, die es nicht schafft, gegen das ChristChurch-Video vorzugehen. Naja. Es ist auf jeden Fall wieder da, ab 18 Jahren verfügbar und wunderschön. So muss Untergrundrap 2019 aussehen, ästhetisch ebenso radikal wie gut ausgearbeitet, inhaltlich gibt’s gewohnt konfus auf die Fresse. „Falsch abgebogener Jazz“ eben, wie es der Täubling selbst beschreibt.

01

FKA twigs – Cellophane (R: Andrew Thomas Huang)

Ja damn. FKA twigs meldet sich aus der Versenkung zurück und reißt sofort alles ab. Als der Song vor einem Jahr, kam ihr direkt das visuelle Narrativ, das wir hier jetzt bewundern können, in den Sinn, aber: Sie musste dafür eben Pole Dancing lernen. Und das, könnt ihr glauben, ist verdammt hart. Jetzt erklären sich mir auch diese unendlichen Instagram-Livesessions, in denen sie einfach nur eben das übt. Das Endprodukt ist jetzt schon ein Anwärter auf den Titel „Musikvideo des Jahres“. Berührend, wunderschön und technisch perfekt umgesetzt.