Die besten Musikvideos des Monats: Dezember & Januar // Visualizing Music

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Frohes Neues! Na gut, etwas zu spät. Aber weil zu Silvester so viel los war, dass die Kolumne einfach untergegangen wäre, gibt’s die besten Videos aus Dezember und Januar einfach gesammelt hier. Lasst gut gehen und habt einen schönen Februar!

10

Döll – Ich bleib (R: Pete Schilling)

Döll hat nicht nur ein erstklassiges Album veröffentlicht, darauf findet sich mit „Ich bleib“ auch noch ein unfassbar schönes und persönliches Lied über die Beziehung zu seinem Bruder Maggo aka. Mädness. Das Video dazu wurde in der Normandie abgedreht und spiegelt mit seinen ruhigen Landschaftsaufnahmen zwischen tiefen Klüften und bewegten Oberflächen die Höhen und Tiefen des brüderlichen Verhältnisses perfekt wieder. Dass sich das Video auch manchmal leicht wie eine Autowerbung anfühlt, könnte vielleicht daran liegen, dass Pete Schilling sonst eher als Regisseur von Werbeclips in Erscheinung tritt.

09

Injury Reserve Feat. Rico Nasty & Pro Teens – Jawbreaker (R: Parker Corey)

Von professioneller Regie ab zum absoluten DIY: Regie geführt beim neuen Video von Injury Reserve hat kein geringer als der Crew-eigene Produzent Parker Corey. Dafür ist das Ding aber unfassbar gut gemacht und das lyrische Thema der Hypebeast-Kultur perfekt im Video vertreten. À la: „Wir sind zwar selbst Teil davon, aber das ganze Business ist doch trotzdem scheiße.“ Und der „Two Pairs“-Shot ist einfach sau geil.

08

Yassin – Meteoriten (R: Valentin Hansen)

Ruhige, persönliche Songs waren im Januar STANDARD (GZUZ-Voice) im Deutschrap. Dazu gehört auch „Meteoriten“ vom neuen Yassin-Album, das übrigens unfassbar gut ist (hört euch das an). Die Stille und Unfähigkeit, Worte zu finden, während um einen herum die Welt untergeht, zieht sich nicht nur durch den Song, sondern ist auch zentrales Motiv im Video, bei dem Valentin Hansen (der auch das Albumartwork zu verantworten hat) Regie geführt hat. So passt es trotz relativer Ereignislosigkeit perfekt zur muskalischen Untermalung, außerdem gibt’s das ein oder andere bekannte Gesicht zu bewundern.

07

slowthai & Mura Masa – Doorman (R: THE REST)

Dass slowthai & THE REST sich als filmaffin erweisen, kennen wir ja schon von dem Horror-inspirierten Video zu „North Nights“. Dieses Mal finden sich wiederum einige Referenzen an den Kultfilm „Trainspotting“, dazu gibt’s Eindrücke aus dem Nachtleben. Denn was ein normaler Clubabend werden sollte, scheitert an Stress mit dem Türsteher, am Ende wird der Protagonist von gleich vier dieser übernormal massiven Herren zu Boden gedrückt. Das ganze Video könnte als „chaotic good“ beschrieben werden und ist ebenso trippy wie unterhaltsam.

06

Tightill Feat. LGoony – Pink (R: Konstantin M. Freys & Miklas Hoffmann)

Und auch Tightill hat es mal wieder in diese Liste geschafft. Zu seinem kürzlich erschienenem Debütalbum gab’s auch dieses wunderschöne Video mit LGoony, das nicht nur vor popkulturellen Anspielungen strotzt, sondern auch circa die ganze Lebensrealität des Bremers abbildet. Mit reichlich Specialeffects und ungewöhnlichen Szenen schaffen es die Jungs dann auch noch, einige Bilder toxischer Männlichkeit vorzuführen und zu brechen, die sonst in Rapdeutschland allzu weit verbreitet sind.

05

21 Savage Feat. J.Cole – A lot (R: Aisultan Seitov)

Neben der Tatsache, dass 21 Savages bevorstehende Abschiebung massig Schlagzeilen gemacht hat und Basis unzähliger Memes wurde (Wieso eigentlich? Ich sehe den Witz nicht), wird öfters Vergessen, dass der schon lange nicht mehr 21-Jährige zuletzt ein verdammt gutes Album veröffentlicht hat. Zum größten Hit dieses Werks gibt es jetzt auch noch ein Video, dass die gezeigten Familienfeierlichkeiten mit der bitteren Realität gegenüberstellt und so jeden Zuschauer den Schmerz spüren lässt.

04

ROSALÍA – De Aquí No Sales (R: Diana Kunst & Mau Morgo)

ROSALÍA ist im HipHop-Kosmos leider noch den Wenigstens ein Begriff. Sie macht modernen Flamenco mit Anleihen aus allen möglichen urbanen Genres und hat es damit in letzter Zeit zu einer Art Kritikerliebling gebracht. Dass sie es auch auf visueller Ebene drauf hat, kann man hier bewundern. Aber wirklich: Bewundern. Die Metaphorik und der Symbolismus sitzen zu tief, um richtig entschlüsselt zu werden und werden dabei noch mit einer gehörigen Portion Action erweitert.

03

City Girls Feat. Cardi B – Twerk (R: Daps & Sara Lacombe)

Damn, that’s what I call a party! Die City Girls und Cardi B schmeißen einen Twerk-Wettbewerb und das Ergebnis ist wahnsinnig unterhaltsam. Outfits, Szenerie und schnelle Schnitte passen perfekt und die Dancemoves sind der Wahnsinn. Wenn ihr mal ’nen schlechten Tag habt, schaut euch das an, es wird helfen.

02

TUA – Vater (R: Leigh Lisbão Underwood)

Okay, als der Song rauskam, hab‘ ich Ihn natürlich direkt angehört. Und geheult. Dann kam das Video. Noch mehr geheult. Wer schon mal jemanden verloren hat, kennt das 1:1. Wer nicht, bereitet euch drauf vor, indem ihr dieses wahnsinnige Meisterwerk anschaut. Es könnte deutschem Rap zurzeit nichts besseres passieren als Songs und Videos wie diese.

01

Earl Sweatshirt – Nowhere, Nobody (R: Naima Ramos-Chapman & Terence Nance)

Ich musste das Video noch nicht mal anklicken, um zu wissen, dass es auf der Eins landet. Denn alles, was Earl Sweatshirt anfasst, wird Gold. Beziehungsweise ein tiefer, dunkler Abgrund mit einzelnen Hoffnungsschimmern. So überschwemmt auch dieser Kurzfilm mit einigen Songausschnitten aus Earls letztem Album unser Emotionszentrum hoffnungslos und hinterlässt das Publikum einfach nur zutiefst beeindruckt. Macht euch selbst ein Bild!