Die besten Musikvideos des Monats: November // Visualizing Music

von am

Alle Videos gesichtet, ausgewählt, eingepflegt. Schriftgrößen eingestellt, Regisseure verlinkt. Screenshots erstellt, Collagen gebastelt. Und schon kann’s losgehen: Hier warten mal wieder die besten Musikvideos des letzten Monats – Viel Spaß!

10

Duckwrth – Soprano (R: Eugene McMahon)

Duckwrth ist ein starker Anwärter auf den Titel Newcomer des Jahres. Mit experimentellen Songstrukturen, durchdachten Beats, provokanten Lines und verdammt coolen Videos hat er sich in mein Herz gesprechgesangt und kommt da soll schnell nicht mehr raus. Wer ihn bei seinem Berlin-Gig verpasst hat, sollte sich zumindest dieses Video anschauen, das sich vor allem durch seine ~Andersheit~ zu einem meine liebsten Videos des Monats gemacht hat.

09

Holy Modee – Absturz (R: Raphael Grischa)

Uff. Wer macht sich schon freiwillig so viel Arbeit wie Raphael Grischa? Die ca. 2846 Schnitte (grob geschätzt, aber glaube auch zu wenig) machen das hier zu einem wahnsinnig dynamischen Video, das uns schon mit Überforderung bedroht. Nichtsdestotrotz: Jeder Frame ist genau gewählt, alles sitzt, passt und hat Luft. Außerdem passt das Ganze zur absoluten Überladenheit des Songs. Absturz hat sich noch nie so gut angefühlt.

08

Dendemann – Keine Parolen (R: Jakob Grunert)

Oh, wie lange habe ich darauf gewartet: Dendemann ist zurück und in Bestform. Natürlich hat auch er sich weiterentwickelt, sowohl musikalisch als auch textlich, bleibt dabei aber authentisch und der Inhalt spannend. Das Video zur ersten großen Single des Albums, das Anfang 2019 erscheint, mutet zunächst simpel an, strotzt aber vor perfekt eingesetzten Effekten und guten Ideen. Dabei spielen die Effekte und das Editing immer wieder genau wie seine Bewegungen auf die Aussagen des Songs an, insgesamt einfach ein starkes, gut umgesetztes Video.

07

AMA – Monochrome (R: Arnaud Bresson)

Hach, was gibt es schöneres als die Liebe? Wahrscheinlich gar nichts. Denn während in der Welt immer noch so allerhand Scheiße vor sich geht, kann man sich wenigstens während AMAs Video auf das konzentrieren, was sich gut anfühlt. Vielleicht hat mich das Video einfach nur so mitgenommen, weil ich mich selbst gerade verlobt habe, aber die Hochzeit, die hier gezeigt wird, spiegelt nicht nur die Lebensrealität der Protagonisten wider, sondern ist auch eine erfrischende Herangehensweise an das Thema Ehe. Noch dazu sind die Farben und das Styling im Video einfach wunderschön.

06

Vince Staples – FUN! (R: Calmatic)

Vince Staples bleibt auch mit seinem neuen Projekt „FM!“ einer meiner Lieblingsrapper. Auf „FUN!“ spricht er in den Verses allerlei Straftatbestände, Gang Violence und sonstige Scharmützel an, relativiert das aber in der Hook wieder: Sie wollen niemanden verletzen, nur ein wenig Spaß haben. In guter alter Google Maps-Manier führt uns das Video in diese Lebensrealität ein. Diese Medialität ist auch wieder spannend: Gerade durch die letzte Szene wird aufgezeigt, dass diese Perspektive dazu führt, dass die weiße, bürgerlich-priviligierte Schicht eben diese Lebensrealitäten nur durch Medien wie Musik, Filme, Zeitungen (INTERNET!!!!) erfahren und sie so nie verstehen können.

05

Mahalia & Kojey Radical – One Night Only (R: KLVDR)

Zurück zur Liebe: Wo bei AMA noch alles perfekt war, geht es hier um eher schwierigere Liebesbeziehungen. Mahalia fühlt sich ausgenutzt und betrogen, Kojey versucht seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und sich zu erklären. Auch im Video wurde dieser Perspektivwechsel gut umgesetzt und die Visuals sind auch einfach wahnsinnig ästhetisch. Ganz nebenbei gibt dieses Video mit seinen Schauspielerinnen und der generellen Mise-en-Scene eine Natürlichkeit wieder, die in ihrer Schönheit mit all den perfekten Hochglanzvideos, die man so um die Ohren gepfeffert bekommt, ganz auf einer Ebene stehen kann.

04

Yaeji – One More (R: Alex Gvojic)

Dass das 88rising-Kollektiv immer wieder mit richtig guten Videos auffährt, brauche ich eigentlich kaum mehr zu erwähnen. So hatte es Yaeji mit ihrem Video zu „Drink I’m Sippin‘ On“ in unsere Jahresbestenliste der Musikvideos geschafft. Jetzt hat sie sich endlich mit einer neuen Single zurückgemeldet und das Video dazu überzeugt auf voller Länge: Formal stehen dabei Licht und Farbe eindeutig im Vordergrund und setzen die wichtigsten Fokusse, inhaltlich stehen die vielen Seiten der Persönlichkeit der Künstlerin im Mittelpunkt. Mit dem Break zum Ende des Liedes drehen dann auch die Special Effects komplett durch.

03

Free Nationals Feat. Daniel Caesar & Unknown Mortal Orchestra – Beauty & Essex (R: Scott Lazer)

Uff, und schon wieder Liebe. Beziehungsweise Sex. Beziehungsweise beides. Denn zu dem Song kann man sich eigentlich nur verlieben. Das Video sieht ein bisschen aus,j als wären die Beteiligten ins Colors-Studio eingebrochen, was das Ganze aber nur umso schöner macht. Und wieder mal punkten hier Visuals in erster Linie mit dem Styling der Schauspielerinnen und Schauspieler. Manche Ideen und Metaphern durchschaut man, manche sind komplexer, sehen aber alle zusammen einfach verdammt gut aus.

02

Yassin – Abendland (R: Björn Dunne & Yassin)

Yassin ist neuerdings auf Solopfaden unterwegs und bringt uns mit seiner Albumankündigung ordentlich Vorfreude für das neue Jahr. Ebenso dürste ich damit nach Singles und Videos, denn das Label Normale Musik steht für Qualität. Das Video zur ersten Single ist trotz (oder gerade wegen) seiner Einfachheit richtig mitreißend und zeigt, was passiert, wenn all die Unsicherheiten, über die Yassin rappt, eskaliert. Ebenso interessant ist die prominente Platzierung des Vortragenden im Video, die der Perspektive desselben besondere Bedeutung verleiht.

01

A$AP Rocky – Sundress (R: Frank Lebon)

Bei jedem neuen Rocky-Video denke ich mir, dass es eigentlich nicht mehr besser werden kann und dann kokmmt DAS. Verdammt. Ich sehe auch schon das Video zu „Gunz ’n‘ Butter“ in der nächsten Liste landen und so weiter und so fort. Aber zunächst mal hierzu: Die technische Raffinesse, die Darstellung des Flashbacks zur Beziehung der beiden Protagonisten, die absolute zeitliche Verspieltheit des Videos, als das macht es zum besten Video des Monats. Und selbst wenn Rocky musikalisch nicht immer auf voller Linie überzeugt: Seine Videos bleiben unschlagbar.