Trippie Redd: „Ich klinge wie kein Anderer“ // Interview

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Trippie Redd ist gerade mal 20 Jahre alt, 1,68m groß und kommt aus einer ziemlich belanglosen Kleinstadt in Ohio. Gott sei Dank gibt es ja das Internet, sonst hätte er es wahrscheinlich nicht geschafft, mit seinem düsteren Crooner-Rap zu einem der erfolgreichsten Musiker unserer Zeiten zu werden. Till Wilhelm hat den Superstar (Selbstbezeichnung) zu einem Gespräch über seine Heimatstadt, Die Simpsons und natürlich seine Musik getroffen.

Fotos: Till Wilhelm

Fotos: Till Wilhelm

Wie high bist du gerade auf einer Skala von 1-10?

(Überlegt) …10.

Gut, ich habe dir nämlich ein paar Snacks mitgebracht, die ich früher immer gegessen hab, wenn ich high war.

Danke (lacht). (Packt einen Knoppers Riegel aus).

Ich hab’ zunächst mal ‘ne Line für dich: “So can you do me a favor? If I pull it together, make it…”

Scheiße, ich weiß nicht. Was ist das für ‘ne Line?

“Sooner Than Later”! Von Drake. Welchen Einfluss hatte dieser Song auf dich?

Ahhhh. Das ist mein Lieblingssong von Drake. Wegen diesem Song wollte ich anfangen, zu singen, R’n’B zu machen.

Dann lass uns mal zu deiner Heimatstadt Canton springen. Was kannst du uns über Taggarts Ice Cream erzählen?

Das ist der Eisladen in Canton, wo ich immer mit meiner Mum hingegangen bin. Der war auf meiner Straße! Einer der besten in Ohio.

Dumonts Sporting Goods?

Da haben wir früher immer die ganzen Jerseys gekauft! Woher weißt du das?

Wer ist Tavion Harris?

Das ist mein Cousin, mit dem habe ich angefangen, Musik zu machen. Fiji Macintosh ist sein Künstlername.

Was ist auf diesem Bild los?

(Lacht lange). Das ist eigentlich aus einem Video, da hab’ ich einen neuen Song angeteast, da hat wohl jemand einen Screenshot gemacht. Da war ich 15… Noch keine Facetats.

Wie war dein Leben, als du 14 warst?

Oh… Wie war das? Keine Ahnung. Ich war auf ‘nem ganz anderen Weg als jetzt. Ich war schlimm. Es war auf jeden Fall ein gutes Jahr, aber auch ein verrücktes.

Ich hab’ mal versucht, andere berühmte Leute aus Canton zu finden: Zahlreiche Playboy Playmates und Elsa Jean, die Pornodarstellerin.

(Lacht) What the fuck?? Also.. What the fuck?

Ich konnte nicht rausfinden, auf welcher High School sie war, aber sie ist nur zwei Jahre älter als du.

Damn… Das wusste ich überhaupt nicht. Ich weiß nur, dass die O’Jays und Marilyn Manson aus Canton kommen.

Apropos, deine Mutter ist mit Marilyn Manson zur gleichen Kirche gegangen?

Ja, aber die kannten sich nicht persönlich, die sind nur zum gleichen Gottesdienst gegangen.

Deine Mutter stand ja früher deiner Musik skeptisch entgegen – Hat dich das damals zurückgehalten?

Meine Mutter fand meine Musik, also die Songs, eigentlich immer gut… Aber sie fand nicht gut, dass ICH das mache. Sie hat nicht daran geglaubt, dass es mich aus meinen damaligen Schwierigkeiten rausholen könnte. Aber ich wollte das einfach durchziehen.

Wie hat sich dein Leben verändert, als du nach Atlanta gezogen bist?

Da bin ich dann super in meine Musik eingetaucht, habe mich viel mehr mit meiner Stimmer beschäftigt und wurde experimenteller. Ich habe in der Zeit sehr hart an meinem Sound und meiner Stimme gearbeitet. Es hat mich zu einem besseren Künstler gemacht.

Was ist für deine Musik wichtiger: Storytelling oder der Vibe?

Beides ist super wichtig. Da kann ich mich nicht entscheiden.

Du hast letztens gesagt, Young Thug zu kopieren sei der heutzutage der Schlüssel zum Erfolg – Wieso ist Young Thug so sehr seiner Zeit voraus?

Es ist einfach so, dass die am meisten gehypten Rapper zurzeit alle wie Young Thug klingen. Ich werde jetzt keine Namen nennen, aber Young Thug ist einfach der Vater dieses Styles. Aber ich klinge wie kein Anderer, kein Anderer klingt wie ich.

Wo wir schon über’s Biten reden: Wie erklärst du, dass du deinen ganzen Swag von Sideshow-Bob gestohlen hast?

(Lacht laut) Ja mann, das ist die 100% die gleiche Energie, kann ich nicht leugnen. Ich habe bei den Universal Studios ein Bild mit Sideshow Bob gemacht, das wurde irgendwie zu einem der meistgeliketen Bilder auf meinem Instagram…

Ich denke viel länger über die Lyrics nach, wenn ich freestyle.

Trippie Redd

Die meisten deiner Lyrics freestylest du – Denkst du, du könntest irgendwann Größeres erreichen, wenn du länger über die Texte nachdenken würdest?

Schau, das ist das Missverständnis. Ich denke viel länger über die Lyrics nach, wenn ich freestyle. Es ist viel schneller und einfacher, einen Text zu schreiben, aber ich nehme mir lieber Zeit und mache alles in meinem Kopf. Das ist viel Arbeit und Überlegung, ich stecke dann komplett im Vibe, in meiner Musik.

Kannst du nochmal erzählen, wie du deinen Hit “Love Scars” recordet hast?

Das war ein One-Take Freestyle, in einem dunklen, kalten Kellerraum mit meinem Kumpel Elliott Trent. Manchmal brauche ich so harte Bedingungen, um mich richtig reinzufühlen.

Siehst du dich selbst als Rockstar?

Ja, als Megastar. Ich wär nicht unbedingt gerne einer, aber das bin ich jetzt schon.

“Black diamonds and my gold Rollie, ball hard like..:”

Manu Ginobli. Krass, dass du den Song kennst. Das war der erste Song, den ich jemals aufgenommen und veröffentlicht habe. Das hatte 10.000 Plays auf Soundcloud. Eigentlich relativ gut für den allerersten.

Kiss oder Lil Wayne?

Lil Wayne.

Der war ja einer deiner größten Idole, wie war es dann, ihn kennenzulernen und mit ihm zusammenzuarbeiten?

Das hat richtig Spaß gemacht. Er ist ein großartiger Mensch und ein noch großartigerer Künstler.

Du planst ja auch gerade ein Rock-Album – Welche Bands sind deine größten Inspirationen?

Na, Kiss auf jeden Fall. Und Blink-182.

Du willst ja auch einen Anime gestalten, wie weit bist du damit?

Ich bin tatsächlich gerade fertig mit dem grundsätzlichen Konzept. Wie ich die Show zusammenstellen will, wie sich der Plot entwickeln soll. Aber ich hab noch nicht wirklich was gemalt, was die Charaktere angeht. Aber der Protagonist wird mein Signature-Red-Face.

Bist du eine spirituelle Person?

Ja, voll. Ich bin ja Sternzeichen Zwilling, ich bin super spirituell, ich bin einfach on some other Shit. Ich weiß´einfach, dass ich schaffen kann, was ich mir vornehme. Und wenn ich sage, dass etwas bestimmtes passieren wird, passiert es auch.

Du spielst dieses Jahr zum ersten Mal auf dem splash! Festival. Was kann das deutsche Publikum von dir erwarten?

Die können erwarten, dass es ein gottverdammter Abriss wird! Turn the fuck up!

Du bist ja viel unterwegs – Welche Gegenstand hast du immer dabei?

(Ohne nachzudenken) Backwoods.

Wenn du den Sound deines kommenden Albums in drei Worten beschreiben würdest, welche wären das?

(Zieht am Blunt)
Makellos.
(Zieht am Blunt)
Divers.
(Zieht am Blunt)
Und wunderschön.

Du kaufst dir ja für jedes Album eine neue Trophäenkette – Welche kommt als nächstes?

Ich glaube, eine riesige 14. Aber nicht nur einfach so, mit so richtig viel Extra-Shit drumherum. So, dass man sie sieht und sich denkt: “Ohhhh Shit, Trippie Redd hat eine Kette gemacht.”

Hast du letzte Worte?

(Überlegt sehr lange) …Illuminati.