Die besten Sneaker-Releases 2018 // Jahresrückblick

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Ähnlich facettenreich und intensiv wie die Rapszene, kamen in diesem Jahr auch zahlreiche vielversprechende Sneaker von Marken wie Nike, Adidas, Reebok, Puma etc. auf den Markt. Pünktlich zu Silvester wird es Zeit, das Jahr Revue passieren zu lassen und die zehn stärksten Modelle aufzulisten. Unser Redakteur Rami hat da eine Kleinigkeit vorbereitet.

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Union L.A. x Jordan 1

Union steht seit 1989 für coole Mode und schicke Sneaker. Der Laden in New York setzte den Startschuss für einen legendären zweiten Store in Los Angeles, der als feste Instanz in Sneaker- und Streetwearkreisen gilt. Fast 30 Jahre nach ihrer Gründung konnten die Basketballfans ihren eigenen Jordan designen. Das Ergebnis spricht für sich: Chris Gibbs, der Gründer von Union, arbeitete mit den Originalfarben des Modells und verwendete ein sehr offensichtliches Stichmuster, um ein Mash-Up zu kreieren, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. In zwei Colorways erschienen, gehen diese beiden Jordan 1-Modelle zwischen 500-800,- Euro auf dem Drittmarkt weg.

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Nike Air Max TN OG

Den 187-Rapper LX und mich verbinden eigentlich nur wenige Dinge. Doch eine Sache, die uns beide im Geiste vereint, ist die unbändige Liebe für ein frisches Paar Air Max TNs. Umso erfreulicher erreichte mich Ende diesen Jahres die Nachricht, dass Foot Locker sämtliche OG-Colorways aus den 90ern nun zurück und mit neuen Materialien auf den Markt bringt. So war ich nicht gezwungen einen alten Schuh für viel Geld zu kaufen und mein Bruder LX hat sich über weitere „Haifischnikez“ gefreut. Der „Tiger“-Colorway ist übrigens mein absoluter Favorit. Solltet ihr aber in einer fremden Stadt in, sagen wir mal, BAYERN sein, rate ich euch von den Schuhen ab. Der Air Max TN steht seit jeher für Jungs von der Straße. Und obwohl wir bald 2019 haben, scheinen einige Polizisten noch in alte Muster zu verfallen.

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Vans Vault Slip-On x John Van Hamersveld

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Sneaker-Marken popkulturelle Kooperationen wagen. So geschehen bei Vans Vault x John Van Hamersveld. Vans Vault ist quasi die Premium-Linie von Vans, die in der Vergangenheit bereits mit vielen, etablierten Marken und Künstlern wie Takashi Murakami oder WTAPS zusammenarbeitete. Der Slip-On von dem holländischen Künstler John Van Hamersveld hat es mir besonders angetan. Zum einen zollt der Schuh seinen Tribut an das Schaffen des Künstlers, der bereits Cover für so Musiker wie die Beatles oder Jimi Hendrix entwarf und zum anderen beschreibt die Aufschrift „Crazy world, ain’t it“ meine Gefühlslage an etwas 360 Tagen im Jahr. Wer selbst eingefleischte Sneakerheads mit gutem Geschmack überzeugen möchte, hat mit diesen Schlappen von Vans Vault alles richtig gemacht. Da die Kollaboration komplett unter dem Radar der hiesigen Hypebeasts gelaufen ist, sind manche Modelle sogar noch erhältlich.

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Adidas Yung-1

Heutzutage ist es nahezu unmöglich einen Sneaker zu kreieren, der ALLEN gefällt. Adidas hat mit dem Yung-1 zumindest ein Modell gefunden, dem 98% aller mir bekannten Menschen ein klares „Daumen Hoch“ geben würden. Der Schuh wurde bereits Monate vor seinem Release angeteasert und das Warten schien nahezu unerträglich. Als das Modell dann endlich herauskam und zusammen mit dem Adidas Falcon für Frauen auf den Markt losgelassen wurde, sah man an den Füßen der Stadtbewohner kaum einen Schuh ohne 3-Streifen. Das Modell ist von dem Adidas Falcondorf aus den 90ern abgeleitet und hat in diesem Jahr das Comeback des Jahrzehnts voller Eurodance, Grunge und der Neuen Deutschen Welle endgültig besiegelt. Als wenn das nicht genug wäre, ist der Schuh zudem dermaßen bequem, dass ich ihn kurzerhand zu meinem Festivalschuh auf dem diesjährigen splash! auserkoren hatte. Vielleicht hat ihn der ein oder andere bei unserem Fashiontalk gesehen, der nebenbei bemerkt grandios ankam…NICHT!

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Puma x Ader Error RS-100

Manchmal sieht man den Schuh vor lauter Hype nicht mehr. In solchen Fällen kann es nie schaden Experten von Außen zu beauftragen, um mit frischen Ideen und mutigen Designs den Nebel zu lichten. Im Falle von Puma waren es die Südkoreaner von Ader Error, die frischen Wind ins Herzo-Archiv brachten und ikonische Silhouetten auf ihre Weise neu interpretierten. So hat es der Puma x Ader Error RS-100 umgehend in meinen heimischen Schuhschrank geschafft. Die dazugehörigen Klamotten sind ebenfalls der Hammer und lassen im Vergleich jede Berliner Fashionshow wie eine Dorfdisko wirken. Für 2019 wünsche ich mir von Puma mehr Sachen mit Labels wie Ader Error oder Han Kjobenhavn. Denn nur wer auch mal Andere ans Steuer lässt, kommt ans Ziel.

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Nike React Element 87

Solltet ihr mal in das Vergnügen kommen, bei einem waschechten Sneaker-Stammtisch zugegen zu sein, werdet ihr häufiger hören, dass die Marken „heutzutage gar keine Innovationen mehr haben“. Diese Aussage kommt meistens von Leuten, die sich 2018 immer noch über Autotune aufregen und sich lieber 30 Jahre lang die selben Alben von EinsZwo und Torch anhören, bevor sie auch nur einen Migos-Track anmachen würden. Nike hat jedoch in diesem Jahr mit dem React Element 87 gezeigt, dass diese Leute lieber wieder in das Jugendzentrum verbannt werden sollten, wo sie herkommen. Der Schuh ist progressiv, verfügt über ein transparentes Upper und einen Look, den man so noch auf keinem Schuh gesehen hat. Eine wahre Innovation. Für den gewissen Japan-Flavor sorgten zudem vier verschiedene Modelle der japanischen Brand Undercover. Der Schuh ist sehr leicht, lässt sich dank des teils durchsichtigen Obermaterials mit bunten Socken cool kombinieren und ist deswegen nicht umsonst auf dem Spitzenplatz vieler Jahrescharts.

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Adidas Futurecraft x Daniel Arsham

Die Adidas-Innovationsschmiede Futurecraft steht für ungewöhnliche und zukunftsorientierte Designs. Während manche Schuhe komplett aus dem 3D-Drucker kommen, wurden andere Modelle mittels Lichtsymbiose hergestellt. Diese Modelle laufen unter dem Namen „4D“ und stellen momentan das schnellste Pferdchen im Hause Herzogenaurach dar. Als der amerikanische Künstler Daniel Arsham seine eigene monochrome Version auf dem Modell konzipierte, waren sich Viele einig, dass hier kontemporäre Kunst auf futuristisches Schuhdesign treffen. Der einzige Grund, warum dieser Schuh nicht auf Platz 1 dieser Charts landet, ist der hohe Retailpreis von über 400,- Euro, der viele Fans, darunter mich, leider verschreckt hat. Aber gut. Innovation soll ihren Preis haben.

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Kiko Kostadinov x Asics Gel-Delva

Den ersten Platz auf dem Treppchen vergebe ich an einen Überraschungserfolg, mit dem so natürlich keiner gerechnet hat. Asics hatte 2017 ein schwieriges Jahr. Der Dauerbrenner Gel-Lyte III wollte irgendwie nicht mehr zünden und die Fans waren ermüdet vom immer gleichen Design der japanischen Brand. Ihr diesjähriger Schachzug verdient deswegen sehr große Anerkennung. Die Brand kollaborierte mit dem bulgarischen Fashion-Designer Kiko Kostadinov und brachte auf dem Gel-Burz 2, seines Zeichens ein typischer Laufschuh ohne große Lifestyle-Allüren, eine Kollaboration heraus. Die Schuhe waren sehr hochpreisig und lagen bereits im Retail bei rund 350,- Euro. Was nun passieren sollte, überraschte bestimmt nicht nur Asics selber. Sämtliche Stückzahlen aus den hiesigen Highfashion-Shops waren binnen kürzester Zeit restlos ausverkauft. Mehr noch: sie wurden auf dem Drittmarkt sogar noch für 500,- Euro weiterverkauft. Das Dreamteam bestehend aus Bulgarien und Japan dominierte das Jahr und durchbrach die Vorherrschaft vom Swoosh und den 3-Streifen. Der komplett schwarze Gel-Delva hat es dann auch in meine persönliche Sammlung geschafft. Trotz seiner hohen Beliebtheit scheint der Schuh die Sneakerheads noch zu verunisichern. Mir ist das relativ egal. Lieber ein spannendes und dafür schwieriges Design, als die selbe alte Leier ein Leben lang durchzuziehen.

02

Sean Wotherspoon x Nike Air Max 97/1

Wenn es ein Schuh schafft, ein Jahr lang vor seinem eigentlichen Release bereits auf allen sozialen Medien abgefeiert zu werden, um dann am Releasetag immer noch für Massenhysterien zu sorgen, dann kann es sich dabei nur um den Hybriden vom Round-Two-Gründer Sean Wotherspoon handeln. 2017 durfte die Community aus zwölf Designs ihren Favoriten wählen. Das Volk hat entschieden und Sean wurde über Nacht zum Store. An seinem Release wurde weltweit dem Air Max gehuldigt und zudem hat der Schuh dank seines Uppers auch ein Revival des Cords initiiert. Selbst heute, circa neun Monate nach seinem Release, bieten die Fans immer noch bereitwillig 600,- Euro für ein Paar in ihrer Größe. Viel Glück dabei! Meinen werde ich zumindest nicht so schnell verkaufen.

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Parra x Nike Air Max 1 “Friends & Family”

Es kann natürlich nur eine Nummer 1 geben. Auch wenn manch einer jetzt behaupten würde, dass diese Wahl unfair sei, geht es doch um meine persönliche Meinung und da komm ich an dieser Maschine hier nicht vorbei. Kurz zu der Story: Ich war beim Parra x Nike Family-Dinner in Berlin eingeladen. Ich rechnete damit, dass ich, wie viele andere, den regulären Air Max 1 von Parra bekommen würde, was mir völlig ausgereicht hätte! Schon seit den frühen 2000er-Jahren ist der holländische Künstler ein fester Teil der Nike-Family. Seine Schuhe sind so schön, wie sie unerreichbar sind. Der „Burgundy“, der in Zusammenarbeit mit dem holländischen Store Patta entstand geht momentan für circa 3000,- Euro weg. Diese Fakten im Hinterkopf, packte ich meinen Schuh beim Dinner aus und siehe da: Nike hat mir tatsächlich die „Friends and Family“-Variante des Schuhs. Sneaker mit einer solchen Bezeichnung können nicht gekauft werden, da sie lediglich an Freunde der Marke herausgegeben werden. Dieser Schuh zeigt mir, dass ich anscheinend auch ein Teil der Nike-Familie geworden bin, was mich unglaublich ehrt. Leider ist dieses Webformat zu kurz, um meine komplette Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, aber so viel schonmal vorweg: zum Zeitpunkt des Dinners boten manche Sneakerheads bis zu 11.000 Euro für den Schuh. Nuff said. 2018 war gut zu mir. 2019 kann kommen!