Rockstah: „Früher haben wir auch mal Scheiße gefressen“ // Interview

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Rockstah war die letzten Jahre von der musikalischen Bildfläche verschwunden, um sich seiner Podcast-Leidenschaft zu widmen. Mit „Cobblepot“ hat sein Album „Pubertät“ nach vier Jahren endlich einen Nachfolger. Unsere Redakteurin Antonia Weber hat sich mit Rockstah getroffen, um über den neuen Longplayer, seine Tour, seine lange Auszeit und vieles mehr zu sprechen.

Vier Jahre nach „Pubertät“ kommst du jetzt mit einem neuen Album zurück: „Cobblepot“. Eigentlich sollte sich die Frage für erübrigen, wenn man ein bisschen Ahnung hat von Filmgeschichte. Aber der Vollständigkeit halber: woher kommt der Albumtitel und wieso identifizierst du dich damit?

Eigentlich war ja die Idee das Album „Nerdrevolution 2“ zu nennen. Dann war ich aber Anfang des Jahres in Holland das Album schreiben und dachte mir, dass Fortsetzungstitel von Alben eh immer mega scheiße sind (lachen beide) und setzen auch immer das Falsche voraus. Dann guckte ich an meinem Bein runter und ich habe Cobblepot, also den Danny DeVito-Pinguin aus „Batman Returns“ von 1992, tätowiert. Ich fand den immer unheimlich inspirierend, ich habe ihm ja auch schon eine Line auf dem „Pubertät“-Song „Superheldenanzug“ gewidmet: „Nachname Cobblepot, wütendes Komplexkind“. Das beschreibt eigentlich auch schon alles: er ist sauer und nimmt Rache. Das ist natürlich die total überzogene, böse Metapher, die wir in was eher Positives umgewandelt haben. Früher haben wir auch mal Scheiße gefressen, was wiederum auch ziemlich theatralisch klingt (lacht), aber man war halt manchmal der Mobbing-Depp. Wenn man daraus dann aber die Kraft bezogen hat, was cooles aufzubauen, dem die Leute, die einen früher runtergemacht haben, dann vielleicht sogar zuhören: dann hat man die Position der Schwäche quasi in eine der Stärke umgewandelt. Deswegen die Metapher des Cobblepot.

Quasi: „In sein ist jetzt out und out das Neue in“.

(lacht) Genau.

Dann kommen wir nochmal zu deinem Album „Nerdrevolution“: das hatte ja gestern 8-Jähriges, also Glückwunsch an der Stelle. „Nerdrevolution“ war ja noch sehr konzeptuell, Wikipedia-artig an diesem Nerdthema entlang gehangelt und weniger persönlich. Mit „Pubertät“ wolltest du was Autobiographischeres schaffen, dich den Leuten näher bringen. Was bedeutet „Cobblepot“ jetzt für dich, deine musikalische Richtung und Entwicklung? Also was möchtest du den Leuten damit geben?

Also „Nerdrevolution“ war tatsächlich dieses Klischee-Nerdtum, weil es damals nichts in der Richtung gab. Ich dachte, wenn man es überzeichnet, kapieren die Leute das Thema am schnellsten. Deswegen habe ich ihnen Bilder gegeben, die sie verstehen. Bei „Pubertät“ hab ich dieses Prinzip dann komplett an die Seite gelegt und bei „Cobblepot“ hab ich dann gemerkt: du bist das alles. Du bist zwar ein Nerd, aber du kannst trotzdem deine Geschichte erzählen, so wie ich es die letzten Jahre im Podcast gemacht habe. Deswegen war dieser Weg für mich der logischste Schritt: zum einen dem Projekt ein musikalisches Gewand zu geben, das etwas eigenartiger ist, weil das bei „Nerdrevolution“ und „Pubertät“ definitiv noch nicht so war. Als „Nerdrevolution“ kam, war diese Zeit der Atzen, alles auf Elektro-Beats und Dubstep. Bei „Pubertät“ war gerade die Post-Casper-Ära, mit Band und so weiter. Jetzt bei „Cobblepot“ war es so: alles, was gerade stattfindet, ist schön und gut. Aber wenn ich das mache, ist es eher so: „Lel“, „Max Alter, auf gar keinen Fall machst du eine Trap-Platte“. Für mich war der Sound aber wie gesagt sehr wichtig bei „Cobblepot“und da war dieses 80er-Jahre-Synthie-Wave, dieses „Stranger Things“-Theme, was ich persönlich auch den ganzen Tag höre, passend. Thematisch wollte ich auf jeden Fall nicht mehr dieses Brechstangen-Ding: zwar privat bleiben und die Metapher benutzen, aber nicht mehr in der Manier wie: „Ich spring auf dein Kopf wie Super Mario“. Ich wollte es schlauer lösen, denn das war auch dem Thema würdiger. Ich hatte kein Bock mehr auf dieses Image als „Gaming-Rapper“. Es kam auch neulich jemand zu mir und meinte: „Ich finde es voll cool, dass du jetzt wieder Musik machst, aber mit diesem ganzen Gaming-Thema kann ich einfach nichts anfangen.“ Eigentlich habe ich dann keine Lust mehr das zu erklären, aber meine Musik hat einfach nichts mehr direkt mit Gaming zu tun. Klar bedienen sich die Metaphern manchmal am Gaming und seinem Vokabular, aber eigentlich ist es meine Geschichte in deren Gewand.

Also wolltest du das Projekt auf gar keinen Fall in dieser Dame-Manier halten? Quasi ein komplettes Spiel berappen.

Oh, das auf gar keinen Fall. Ich hasse Dame! Diese Nummer wollte ich auf jeden Fall nicht bringen: einen Song für FIFA-Fans machen oder für WoW, niemals. Keep your shit together! Es ist natürlich trotzdem sehr erfolgreich, es spricht seine Leute an. Aber ich wollte das nicht machen. Ich wollte es etwas erwachsener machen. „Nerdrevolution“ ist wie gesagt acht Jahre alt geworden und auch die Leute, die meine Musik hören, sind älter geworden. Wir haben auch bei „Radio Nukular“, unserem Retro-Podcast, extrem viele ältere Hörer, für die ich auch was machen wollte. Keine Kiddie-Mucke.

Dann nochmal an den Sound, das „Stranger Things“-Synthie anknüpfend. Wie kam es genau dazu bzw. wie seid ihr daran gekommen? Gibt’s da eine besondere Verbindung?

Zum einen, wie gesagt, weil ich es abfeier und einfach schön finde. Zum anderen, weil ich es in Verbindung mit deutschsprachiger Musik noch nicht gehört habe. „Stranger Things“ hat uns als Retro-Liebhabern ja auch ganz viele Türen geöffnet. Wie viele Leute gibt es, die keine Affinität zu dem Thema haben, aber „Stranger Things“ trotzdem so vergöttern. Inzwischen ist das eine gewisse Art Mainstream, nicht dass ich jetzt vorzugsweise darauf gucken würde, aber die Leute verstehen es einfach. Wenn du etwas in die Richtung rausbringst, gucken dich nicht mehr alle komplett verwundert an, sondern wissen aus welcher Ecke es kommt. Ich empfand es als ein sehr schönes Element, das ich mal dahin bringen wollte, wo es noch gar nicht stattgefunden hat: im deutschen Rap.

Und den bringst du ja ab nächster Woche auf deutsche Bühnen, weshalb du wahrscheinlich auch gerade kein „Red Dead Redemption 2“ zocken kannst. (lachen beide)

Ich versuche gerade mir noch einen kleinen Fernseher zu organisieren, um den mitzunehmen.

Aber es gibt eine Sache, die mich bezüglich deiner Tour ein wenig verwirrt hat. Man kennt natürlich „Wütendes Komplexkind“, aber trotzdem ist es ja eigentlich Standard, die Tour nach dem aktuellen Album zu benennen. Also wieso ist es die „Wütendes Komplexkind“- und nicht die „Cobblepot“-Tour?

Das ist eigentlich ein ganz einfaches Baustück: die Tour musste angekündigt werden bevor das Album angekündigt wurde. Zu dem Zeitpunkt war den meisten noch gar nicht klar, dass ich eine Platte mache. Wir haben dann gesagt, ich würde nur wieder auf Tour gehen, weil ich nach der langen Zeit einfach wieder Bock habe ein bisschen Musik zu machen. Auf der „Autokino“-Tour im April haben wir dann kommentarlos „Cobblepot“-Poster verteilt, auf denen auch nicht Rockstah stand, sondern: „Vote for Cobblepot 2018“. Alle haben gefragt: „Was ist das?“ Wir meinten nur: „Nimm’s doch einfach bitte mit.“ Und dann kam wieder nur: „Aber was soll das? Macht ihr jetzt Werbung für Batman?“ – „Nimm’s doch einfach mit, man!“ (lachen beide) Dann hab ich einfach angefangen eine Brücke zu bauen, indem wir die Tour „Wütendes Komplexkind“ nennen, weil sie dann nicht wie das Album heißt, aber trotzdem die Line erklärt. Wenn man dann von dem „Cobblepot“-Poster im April mitbekommen und irgendwann von dem Tour-Titel gehört hat, kann man sich die „Superheldenanzug“-Line erschließen. Das war mein Gedanke und mein Move, hat zwar keiner verstanden, aber ich fand’s geil (lacht).

Dann müsste es ja jetzt auch der Letzte verstanden haben (lachen). In einem splash! Mag-Interview von 2014 hast du mal gesagt, dass du gerne alles um deine Kunst und Musik herum rund haben möchtest. Du meintest, dass das, woran dieses Vorhaben bisher gescheitert ist, deine Live-Shows sind. Damals hast du ihnen eine solide 3 gegeben, wolltest dich aber auf jeden Fall auf eine 1 steigern. Haben du und dein Team sich was für deine jetzige Tour überlegt, die das ganze auf ein 1er-Niveau heben könnte, falls das noch dein Ziel ist?

Ich glaube ich komme jetzt schon auf eine 2 (lacht). Es ist tatsächlich immer noch nicht so leicht, aber so langsam finde ich meinen Weg zur besseren Bühnenshow. Wenn man zum Beispiel den Song „Der Pinguin“ nimmt: wenn der nicht ordentlich inszeniert wäre, hätten wir was falsch gemacht. Das wäre tragisch. Deswegen sind wir gerade dabei eine angemessene Licht- und Bildshow drumherum aufzubauen, auch im kleinen Rahmen. 2014 hatte ich ja eine riesige Band, mit sechs Leuten auf der Bühne, was viel zu aufwendig und teuer war für die kleinen Locations. Jetzt ist aber alles auf einem sehr guten Weg und ich bin gespannt. Wir haben ab übermorgen große Generalproben. Aber es wird alles viel strukturierter, es steht ein besseres Team dahinter.

In „Highscore“ geht es ja um die Liebe zwischen zwei Außenseitern. Du besingst außerdem deinen „Safe Space“. Was ist denn für dich dieser Rückzugsort? Manchmal muss das ja auch nicht ein Platz, es kann ja auch eine Beschäftigung oder eine Person sein?

Tatsächlich ist mein Rückzugsort mein Zuhause. Das sollte ja normalerweise auch so sein, finde ich. Wenn man sich Zuhause wohlfühlt, ist das ja schon die halbe Miete. Auch wenn ich mal Urlaub bzw. ein paar Tage frei habe, bin ich am liebsten dort, weil ich da ich sein kann. Der zweite Safe Space ist Bergen an Zee, worüber ich ja auch einen Song für die Platte geschrieben habe. Meine zweite Heimat, da kann ich immer schnell hinfahren, muss mich nicht aklimatisieren, sondern bin sofort da. Ich fahre dort schon seit 45.000 Jahren hin, weil meine Mutter Flugangst hatte und immer nur dort mit uns hingereist ist. Sie hat es mir quasi ins Gehirn gehämmert, dass Bergen an Zee gut ist und deswegen fühl ich mich dort auch so wohl.

Wenn das aber so dein geliebter Rückzugsort ist, wieso ist der Track „Berg an Zee“ dann so düster, was ja auch deine Lines teilweise unterstreichen. Du sagst sowas wie „mein dunkles Geheimnis“ oder „mein Monster am Grund“. Was hat es dann damit auf sich?

Der Song befasst sich ja in erster Linie mit Liebe bekommen, aber sie nicht erwidern können. Ich war in den letzten Jahren drei Mal in Bergen an Zee, mit Menschen, die ich mochte, deren Gefühle ich aber nicht erwidern konnte. Deshalb sind dort immer Lieben zu Bruch gegangen und Bergen an Zee hat sich in Sachen Liebe quasi als dunkler Fleck entpuppt. Vielleicht sollte man mal woanders hinfahren als nach Bergen (lacht).

Ja, vielleicht ist das besser so (lachen beide). Vielleicht ist Bergen an Zee nur für deine Romanze mit der Musik gedacht.

Oh, das hast du aber schön gesagt.

Danke (lacht). Damals, was du auch im 2014-Interview mit splash! Mag erwähntest, hat Falco dich als den spannendsten Newcomer des Jahres angepriesen. Auf „Highscore“ hab ich das Gefühl, dass du ein bisschen in seiner Manier rappst. Ist das so ein bisschen als Hommage gedacht?

Ja, das war auf jeden Fall eine kleine Falco-Hommage. Ich mag ihn sehr gern, finde ihn als Künstler großartig und der Song hätte auch mit normalem Acting nicht funktioniert. Wir haben das zwar auch probiert, aber ich meinte dann irgendwann im Studio: lass mich mal meinen Falco-Swag auflegen (lacht). Ich fand’s lustig, obwohl das Ganze natürlich nicht als Lustigmachen gedacht ist! Es hat ja schon einen ernsten Hintergrund, aber hat das Ganze auch aufgebrochen und geholfen der Figur, die im Song beschrieben wird, diese Weirdness zu verleihen.

Auf „Alle meine Gang“ sprichst du von „vier Jahren Promophase“. Aber jetzt mal for real: wie lange hast du an Cobblepot gearbeitet und was hast du, neben den Podcasts, noch getrieben in den letzten vier Jahren, vielleicht auch musikalisch?

Im September letzten Jahres hab ich mit der Beatproduktion von „Cobblepot“ angefangen, als ich Phil kennengelernt habe. Wir haben in zehn Tagen die Beats geballert, dann ging es zwei Monate gar nicht voran, weil ich mit den Podcasts zu tun hatte. Im Januar bin ich dann nach Holland gefahren und habe die Texte geschrieben und danach waren wir nur noch acht Tage im Studio. Also eigentlich waren’s nur 30 Tage Arbeit an „Cobblepot“. Ich bin ja eigentlich jemand, der langsam schreibt und da war ich echt von mir selbst überrascht. Mit diesen vier Jahren meinte ich aber natürlich diese ganze Podcasterei, ich habe wie gesagt viele Podcasts gemacht, habe moderiert für Xbox in Deutschland. Man muss in diesem Sinne die Podcasts aber auch auf mehreren Ebenen erwähnen, denn ich habe irgendwann angefangen und dann auf einmal fünf Podcasts gemacht! Und vieles davon nochmal live. Dann hab ich auch noch für Ubisoft und Call Of Duty moderiert, also hab viel in diesem Moderations- und Streaming-Sektor gemacht. Ich habe mich einfach mal ausprobiert und geguckt, was mir gefällt. Nach einigen Wochen hab ich dann meistens gemerkt, dass mir irgendwas nicht liegt, aber beim Podcasten bleibe ich.

Und musikalisch hast du aber in der Zeit gar nichts gemacht?

Ganz wenig. Ich hab 2016 mit meiner damaligen Freundin noch ein paar Gigs gespielt und sie war noch DJ’n, was ziemlich nice war. Das war auch das erste Mal, dass ich wieder gemerkt habe, dass es Leute da draußen gibt, die noch auf Musik von mir warten. Die sind inzwischen schon fast Hooligans geworden (lacht). Wir haben drei Gigs auf der „Radio Nukular“-Tour gespielt, einen in Berlin, einen in München und einen in Köln. Da waren dann immer so 200 Leute und die waren halt nuts! Das fand ich wirklich krass und da habe ich wie gesagt gemerkt, dass die Leute immer noch Bock darauf haben. Da habe ich mir gesagt, dass wenn der Tag kommt, an dem ich wieder Lust habe Musik zu machen, dann muss ich es auch wirklich tun. Denn es ist immer noch was, worauf sich die Leuten freuen könnten. Aber zu dieser Zeit kam musikalisch wirklich nichts sinnvolles, ich habe damals die schlimmsten Texte geschrieben. Ich habe echt ein bisschen rumprobiert, aber es war wirklich schäbig. (lacht)

Kann man davon noch was hören? (lacht)

Zum Glück nicht (lacht). Ich habe damals Lance was geschickt und er war so mitleidig: „Ach komm, das geht schon.“ Aber ich wusste, dass es gar nicht geht. Also ich habe wie gesagt ein bisschen rumprobiert, aber 2017 hat es erst so funktioniert, wie ich mir das gewünscht habe. Aber mir hat halt auch ewig der Produzent gefehlt. Wenn du dann aber so eine Person findest, die dich sofort kapiert… Phil und ich haben sofort geklickt und auch so krass geklickt, wie ich das auf musikalischer Ebene mit noch keinem anderen hatte. Dann hatte ich halt auch Bock, weil wenn er so einen Hunger hat, hab ich den auch. Davor war es immer so: „Ja, ich hab dir da mal was gebaut.“ Und ich meinte: „Ja ok, ist halt so mittel, aber Hauptsache es ist was da.“

Also hast du ihm dann manchmal auch blind vertraut? Weil ich eigentlich das Gefühl habe, dass du ein Künstler bist, der in alles involviert sein möchte, was seine Musik angeht. Ob jetzt Merch, Beats oder Texte.

Phil und ich haben die ersten paar Tage einfach unser Ding zusammen gemacht. Die ersten drei Beats, die wir in der Zeit gebaut haben, waren „Der Pinguin“, „Highscore“ und „Alle meine Gang“. Nebenbei sind noch ein paar andere Beats entstanden, die aber nicht mit auf die Platte gekommen sind. Ich musste mich dann aber auch ein bisschen absetzen, weil ich auch noch andere Sachen zu tun hatte. Wir waren so eine Art Kreativhaus, oben wurde gepodcastet und einiges aufgezeichnet, unten saß Phil und hat den ganzen Tag Beats geschraubt. Durch das Eingrooven von den ersten Tagen waren wir halt auf demselben Film und ich konnte mich komplett auf ihn verlassen. Ich mag das auch bei Produzenten, wenn die schöne Instrumentals haben, wie zum Beispiel auf dem „Will Russell“-Beat oder bei „Mond“. Die hat Phil mir zum Beispiel erst in Holland geschickt und ich hab sie am gleichen Abend noch fertig geschrieben. Die kamen quasi und zwei Stunden später waren die Songs fertig, obwohl ich nicht mal eine Ahnung hatte, dass ich solch einen Track schreiben will. Aber ich wollte dann unbedingt, denn ich kann mich gut von Beats treiben lassen. Aber ich mag es natürlich auch manchmal Gesamtkonzepte vorzugeben.

Also hast du alle Texte in Holland, in Bergen an Zee geschrieben?

Ja genau.

Krass. Dann noch zu einem der aggressiveren Songs, der auch einer der direkteren Rap-Tracks ist: „Rote Fässer“, halt ein Shooter-Essential quasi. Aber jetzt mal bezogen auf die Realität: bei welchem Thema kannst du nicht deine Fresse halten? Wo gehst du hoch wie rote Fässer?

Also erstmal kann ich halt gar nicht gut mit dem Internet und den Kommentaren dort (lachen beide). Eigentlich ist der Song ja eher auf Partys und dort abgehen bezogen, aber wenn man es mal auf ernstere Themen bezieht… (überlegt) Fangen wir mal so an: wenn jemand dich scheiße findet, dann findet er dich halt scheiße. Das ist dann auch völlig ok. Aber ich kann mich nicht halten, wenn Leute, auch im Privaten, Dinge mit ihrem gefährlichen Halbwissen behaupten. Egal ob das jetzt mich betrifft oder andere Leute. Wenn dann einige denken, sie wüssten, was jetzt die Wahrheit ist oder wie jemand etwas meint. Aber das ist Bullshit. Auf privater Ebene dann dieses ganze Lästern anstatt Leuten einfach die Meinung zu sagen. Und ich mag keine Wurst… (beide schweigen) … (beide lachen)

Ja, das war doch ein schönes Abschlusswort. Dann danke dir!