Redaktionscharts: Nina Francesca Nagele // Jahresrückblick

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2018 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und wir blicken mal wieder zurück. Insgesamt war vieles schlecht, vieles langweilig, vieles einfach nur verachtenswert. Musikalisch gesehen gab es zum Glück dennoch einige teilweise sehr helle Lichtblicke. Aber weil auch das bekanntlich Geschmackssache ist, haben wir unsere Schreiberlinge auch dieses Jahr gefragt, welche zehn Momente, Songs, Alben, Pranks oder was auch immer ihr HipHop-Jahr geprägt haben. An dieser Stelle gibt’s die Top Ten von Nina.

10

Kelsey Lu – Shades Of Blue (Video)

Uff. Einfach nur UFF. Kelsey Lus Stimme, diese Synthesizer, die Poetry-Ansätze, diese Aesthetics, diese Visuals, dieses Styling, EINFACH ALLES! WOW!

09

Chester Watson – Project 0

Ich check‘ nicht, wieso Chester Watson immer noch so viele Leute nicht auf dem Schirm haben. Sein Album „Tin Wookie“ ist eines der besten Alben ÜBERHAUPT! „Project 0“ ist dabei einfach die logische Weiterführung seines grenzenlosen Talent. Facts. Zwischen Anxiety, Laid Back-Utopie und der wohl besten musikalischen Unterlegung zum Kiff-Kraut rauchen wird Chester für immer in meinen Jahreslisten sein. Bussi.

08

Alté: Nigerias New Wave (Movement)

Als ich über Santis „Rapid Fire“-Video gestolpert bin, hat sich mir eine komplett neue Welt eröffnet: Nigerias Alté-Movement. Eine Musikszene, bestehend aus einer oft missverstandenen aber unglaublich ästhetischen, styleorientierten Jugend, die auf dem direkten Weg ist, den Rest der Welt mit ihrer genregrenzenüberschreitenden Afro-R&B-Trap-Fusion (oder wie auch immer man diese bunte Mixtur aus Sounds beiteln mag) zu infizieren. Aber ohne hier viel zu labern, checkt einfach diese Artists aus und dankt mir später: Santi, Zamir, Odunsi (The Engine), Amaarae, Lady Donli, Wavy The Creator.

07

Lava La Rue – Letra

90s Videos, London-Flair und Lava La Rues überzeugende Raps. Mehr braucht man nicht, um von dieser unglaublich talentierten Künstlerin und ihrem NiNE 8-Kollektiv gefesselt zu sein!

06

Marco McKinnis – Underground (Tape)

Ich glaube meine diesjährige musikalische Vorliebe, kristallisiert sich in dieser Liste ziemlich schnell heraus. Auch das Tape von Marco McKinnis schmiegt sich perfekt zwischen „Negro Swan“ und Kelsey Lu. Sanfter Gesang, beinahe perfekte Instrumentierung und eine textliche Wanderung zwischen Depression, Liebe, Hoffnung, Verlust. Naja, hört einfach das ganze Tape und ihr werdet verstehen.

05

Yeek – Cleaner Air (Video)

„Cleaner Air“ soll hier einfach nur ein Beispiel für Yeeks unfassbares Talent sein. Seine Gitarren-Riffs beamen mich in utopisch schöne Landschaften – ganz ohne Stress, Probleme und vor allem dumme Menschen. S/O Yeek für den musikalischen Safe Space.

04

Bakar – Badkid (Tape)

Mein inner Punk-Rock Baby ist durchgedreht, als ich das erste mal über Bakar gestolpert sind. Der Londoner hat es mit seiner süchtigmachenden Mischung aus Indie- & Punkrock, Madlib-Inspiration und energisch-dreckigen London-Vibes in nur wenigen Sekunden geschafft mein Herz zu erobern. Ja, I know: daS iSt kEiN rAp (R A P, groß geschrieben). Doch rechtfertigen nicht nur die offensichtlichen Jazz-Einflüsse zwischendurch und Tracks wie „WTF“ Bakars Beitrag in einem so wundervollen HipHop Magazin wie splash! Mag, sonder vor allem sein genreübergreifendes Talent. Egal wie sehr irgendwelche Real-Keeper haten werden, es ist ein VERDAMMTES MEISTERWERK!

03

Blood Orange – Negro Swan (Tape)

Dev Hynes ist einer der talentiertesten Künstler unsere Generation. Fact. ALLE Videos sind unglaublich schön! Fact. Da war es also kein Wunder, dass „Negro Swan“ bei jedem Menschen mit halbwegs akzeptablen Musikgeschmack in den Top Ten ist. Ich heule immer noch zu diesem Tape. Stay Soft.

02

Earl Sweatshirt – Some Rap Songs (Tape)

No. Words. Needed. Earl. Sweatshirt. Bleibt. Mein. Held.

01

Zaytoven feat. Gucci Mane – Intro (Track + die Schönheit von Freundschaft)

Was soll ich dazu groß sagen. Gucci Mane ist und bleibt mein God und dieses „Intro“ ist wohl das emotionalste, was ich je gehört hab. Ich habe geweint, und das nicht, weil ich großer Zaytoven-Fan bin, sondern weil mich Guwops Worte an seinen DayOne daran erinnert haben, auf was es eigentlich wirklich ankommt. Freundschaft, Loyalität und endlich aufzuhören so verdammt judgy zu sein. Wie ein weiser Mann einst sagte: “If you ain’t got no sauce, you lost. But you also can get lost in the sauce.” Verliert euch nicht, Kinder und seid nett zueinander!

WILD CARD: Spotify Playlists

Eigenlob (stinkt…) riecht manchmal ganz gut, also ganz kurz: Ich hab‘ killer Spotify Playlists für euch also folgt mir, ihr Süßen. <3