Redaktionscharts: Anton Fahl // Jahresrückblick

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2018 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und wir blicken mal wieder zurück. Insgesamt war vieles schlecht, vieles langweilig, vieles einfach nur verachtenswert. Musikalisch gesehen gab es zum Glück dennoch einige teilweise sehr helle Lichtblicke. Aber weil auch das bekanntlich Geschmackssache ist, haben wir unsere Schreiberlinge auch dieses Jahr gefragt, welche zehn Momente, Songs, Alben, Pranks oder was auch immer ihr HipHop-Jahr geprägt haben. Den Anfang macht unser freier Autor Anton Fahl.

Wild Card: The Blaze (Alles)

Rap sei Dank: Auf dem Lovebox Festival zu früh vor jener Bühne aufgeschlagen, auf der Vince Staples wenig später auftreten würde – und so rein zufällig das Ende des Blaze-Sets erlebt und auf Anhieb gefühlt. Grüße gehen raus nach Frankreich (Ich kann kein Französisch). Gebt euch diese.

10

Yung Hurn @ Columbiahalle (Live)

On time. On point. No Playback. Terrific. Einfach:

09

Luciano – L.O.C.O. (Album)

Flow sein Vater. Bestes Deutschrap-Album 2018, wenn man mich fragt. Und man fragt mich ja offensichtlich.

08

Juice WRLD @ Heimathafen Neukölln (Live)

Rookie of the Year. Mit einem überragenden Debüt-Mixtape platzte Juice WRLD Ende Mai ins Game. Einen guten Monat später bewies er, wie außergewöhnlich reflektiert er für einen 20-Jährigen ist. Auf eine enttäuschende Club-Show Anfang Juli im Prince Charles folgte Mitte September ein sehr, sehr, sehr überzeugender Live-Auftritt im Heimathafen Neukölln. Das Kollabo-Album mit Future will mir allerdings bis heute nicht so recht gefallen. What’s next?

07

Luke Christopher – The Renaissance

Google it und dankt mir später.

06

SAINt JHN – Collection One (Album)

„God bless the internet“, meint SAINt JHN. „Neuland”, meint Frau Merkel. Fair, meine ich. Schließlich wäre ich ohne das Internetz 2017 nie über die Instagram-Story eines russischen Models (Wer kennt’s?) auf „Reflex“ gestoßen. Ohne das Internet wäre SAINt JHN ein gutes Jahr später also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht der erste US-amerikanische Rapper gewesen, den ich je interviewen durfte. Irre, oder? In diesem Sinne: Danke und Ehre @babykateli.

05

Flatbush Zombies @ Astra Kulturhaus (Live)

Top 5, Top 5, Top 5: Bis Zombie Juice, Meechy Darko und Erick Arc Elliott im Oktober im Astra auftraten, fand ich „Vacation in Hell” solide. Seit dem Konzert führt für mich kein Weg an einer Top-5-Nominierung der Beast Coastler vorbei. Die Zombies machen Musik, die live nochmal deutlich heftiger wirkt als es jeder Kopfhörer transportieren kann. Ganz nebenbei ist „Vacation“ das wahrscheinlich genialste Musikvideo des vergangenen Jahres. Untertitel = unterschätzt.

04

XXXTentacion – ? (Album)

Viele der Fragen, die Jahseh Onfroy zu Lebzeiten durch sein Verhalten aufwarf, beantwortet XXXTentacion in seiner Musik. Mindestens genauso viele Erkenntnisse hält im Übrigen das No Jumper-Interview von 2016 bereit. Kategorie: sehenswert. Einige wichtige Fragen werden allerdings für immer unbeantwortet bleiben. Long Live X.

03

BHZ (Bewegung)

Berlin West ist das Revier (s/o Rapkreation): Begonnen mit der „Monk EP“, über ein gutes Debüt-Album „2826“, bis hin zum vorweihnachtlichen Abriss des Kreuzberger Festsaals spielten sich die Schöneberger im Jahr 2018 Stück für Stück in den Fokus. Berlin lebt. Mal abgesehen davon grenzt es aber an einen Skandal, dass „Schließe die Augen“ immer noch nicht auf Spotify verfügbar ist.

02

Mac Miller – Swimming (Album)

Das Beste kommt zum Schluss? Nicht immer. So ist „Swimming“ in meinen Ohren ‚nur‘ Macs zweitstärkstes Projekt – nach GO:OD AM. Was an dieser Stelle wiederum zweitrangig ist. Ein Held meiner Jugend. Tot. Immer noch unwirklich und doch längst Realität.

01

Kid Cudi & Kanye West – Kids See Ghosts (Album)

Es war völlig klar, dass die gemeinsame Platte ein Meisterwerk werden würde. Jedem, jederzeit. Blöderweise machte dieses Wissen die jahrelange Wartezeit kein bisschen erträglicher. Trotzdem muss man sagen: Das Warten hat sich gelohnt. Danke für alles, Cudi und Ye.