Redaktionscharts: Miriam Davoudvandi // Jahresrückblick

von am

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir beginnen, zurückzublicken. Insgesamt war vieles schlecht, vieles langweilig, vieles einfach nur verachtenswert. Musikalisch gesehen gab es dennoch einige Lichtblicke. Aber weil auch das bekanntlich Geschmackssache ist, haben wir unsere Schreiberlinge gefragt, welche zehn Momente, Songs, Alben, Pranks oder was auch immer ihr Hip Hop-Jahr geprägt haben. Zum Abschluss unserer Redaktionscharts gibt es heute die Top 10 von Chefredakteurin Miriam Davoudvandi.

10

All Good Podcast über Rap und Depressionen (Podcast)

Jan Kawelke hat für die JUICE ausgehend von Kid Cudi, Kendrick Lamar, Danny Brown usw. einen Artikel über den Wandel vom Umgang von Rappern mit Depressionen geschrieben. Mit Jan Wehn hat er das Ganze noch einmal aufgerollt und die Beobachtungen für Deutschrap vorgenommen. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht viel dazu sagen, lest den Artikel und hört den Podcast, denn das waren meine absoluten Lichtblicke im Musikjournalismus dieses Jahr. Shoutout an Jan & Jan.

09

Luciano – Psychose (Song/Video)

Bleiben wir beim Thema. „Psychose“ ging mir nah und war definitiv einer meiner meistgehörten Deutschrap-Tracks in diesem Jahr, auch Lucianos Tape „Banditorinho“ und das Major-Debüt „Eiskalt“ fand ich – trotz musikalischer und inhaltlicher Wiederholungen (Jacky, Cola, ihr wisst schon) – herausragend gut. Außerdem bin ich langsam angepisst von den ganzen Rich Kids, die vor Blöcken posen, aber schon Höhenangst im zweiten Stock bekommen. Aber Luciano kauf ich alles was er sagt und tut ab.

08

Juicy J – Highly Intoxicated (Mixtape)

Ich bin komplett auf Memphis-Rap und alles aus dem Three 6 Mafia-Kosmos hängengeblieben. Daher: NEVER CLICKED SO FAST wie als ich gesehen habe, dass Juicy Js neues Tape auf Datpiff zum Download bereit steht. Und ich bin jedes Mal fasziniert, wie es der saftige J schafft, mit dem Alter nicht abzubauen und den alten Swag mit modernem Sound zu kombinieren. Die Beats von TM88, Southside und vor allem von den $uicideboy$, die Features (außer XXXTentation) – ein perfektes Mixtape.

07

Mahalia – Sober bei Colors (Song/Video)

Mahalia ist eigentlich schon so lange im Game, sie hat z. B. mit acht ihren ersten Song geschrieben und 13 einen Plattendeal abgesaubt. Aber ich muss zugeben, dass ich sie erst dieses Jahr so richtig auf dem Schirm hatte und das habe ich Colors aus Berlin zu verdanken. Der Song ist auch so ein Ohrwurm, aber in Kombination mit ihrer Gestik, Mimik und der ganzen Videoästhetik ist es ein rundes Ding.

06

J Hus – Common Sense (Album)

„CAME IN A BLACK BENZ, LEFT IN A WHITE ONE!“ Bruder, ich hab nicht mal ein Auto, aber ich gönne dir alles. „Common Sense“ ist die perfekte Kombi aus Grime, Dancehall und Afrobeat und für mich eines der besten Alben dieses Jahr.

05

Cardi Bs Instagram-Account (Phänomen)

Cardi B ist mein Spirit Animal. Beziehungsweise ich wünschte, sie wäre es. Denn während ich schüchtern und zurückhaltend bin, ist Cardi B laut, direkt offen und vermutlich der witzigste Mensch auf der Welt. Wer Lebensweisheiten, beneidenswerte Maniküre und Freestyles sehen will, wird hier fündig. Außerdem gibt sie auf ihrem Account super Spartipps.

???

Ein Beitrag geteilt von Cardi B Official IG (@iamcardib) am

04

Jorja Smith & Preditah – On My Mind (Song)

Jorja Smith hat eine der schönsten Stimmen auf dem Planeten. Darunter ein UK-Garage-Instrumental von Preditah, eine Video-Hommage an Toddla Ts „Take it Back“ und mein Song des Jahres ist vollendet. Investigativ wie ich bin, habe ich ein süßes Video von Baby-Jorja gefunden, was ihr euch hier anschauen könnt.

03

Tyler, The Creator – Flower Boy (Album)

Während ich das hier schreibe, sitze ich bei meinen Eltern in der Provinz und höre das Album noch einmal durch. Selten habe ich „Boredom“ so gefühlt wie jetzt. Tyler verfolgt mich seit meiner tristen Dorfjugend und schafft es jedesmal, mich thematisch und musikalisch dorthin zurückzukatapultieren. Daher ist es immer irgendwie schmerzhaft „Flower Boy“ durchzuhören, aber Balladen wie „See You Again“ stimmen mich wieder positiv. Außerdem bin ich Tyler dankbar dafür, dass ich durch ihn vor zwei Jahren das erste Mal von Kali Uchis gehört habe. Und hört euch unbedingt sein Tiny Desk Concert an, akustisch klingt alles noch schöner.

02

GIRLS* (Phänomen?)

Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nicht alles, was nicht männlich ist, in eine Kategorie schmeißen. Es gab schon immer krasse Frauen und es gab auch 2017 haufenweise davon. Aber: Ich habe das Gefühl, dass Frauen (aber auch Transpersonen, queere Personen etc.) dieses Jahr verdient mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Außerdem wollte ich schummeln, um mehr Namen droppen zu können, hehehe. Absolute Lieblinge: Junglepussy, Ebow, H.E.R., das DJ-Kollektiv Hoemies, Taliwoah, Dai Burger, Bbymutha, 070Shake, Leikeli47, Yaeji, Rainy Milo und viele weitere.

01

Trettmann – #DIY (Album)

Hey, wer von euch kennt schon Trettmann? Was soll man dazu noch sagen, mein Puls hüpft seit Release-Datum im Dembow-Rhythmus rauf und runter. „Grauer Beton“ ist mein Herzenssong des Jahres, „#DIY“ ein Meisterwerk, Trettmann der beste Typ zwischen Altenburg und Zwickau und KitschKrieg haben 2017 nur Hits produziert. Big up.