Der Echo wird abgeschafft // News

Die Echoauszeichnung von Kollegah und Farid Bang zieht unvorhersehbare Folgen mit sich.

Der Echo hat schon sehr lange mit seinem Imageproblem zu kämpfen. In den vergangenen Jahren wurde vor allem immer wieder kritisiert, dass das Talent der Künstlerinnen und Künstler anhand ihrer Verkaufszahlen gemessen wurde – unabhängig von politischer Korrektheit. Nachdem dieses Jahr aber Kollegah und Farid Bang trotz einer antisemtischen Line mit einem Echo ausgezeichnet wurden, schien der Echo weitaus mehr als nur ein Imageproblem zubekommen.

Nach der diesjährigen Verleihung entfachte eine heftige – und auch für den Mainstream viel zu lang ausgebliebene – Diskussion, die sich auch zwei Wochen später nicht beruhigte und zwischen gerechtfertigter Kritik und Legitimationsfindung für eigenen Rassismus oder den üblichen Verallgemeinerungen in Bezug auf HipHop schwankten. Angefangen bei den Geissens und Bushido bis hin zu Außenminister Heiko Maas, gab jeder seine nicht unbedingt immer qualifizierte Meinung dazu ab.

Infolgedessen gaben immer mehr Musiker und Bands ihre Auszeichnungen zurück und distanzierten sich von dem Preis. Der Echo schien damit in einer tiefen Krise zu stecken und geriet immer mehr unter Druck. Wie nun heute der Bundesverband der Musikindustrie bekannt gab, wird es nun den Echo nicht mehr geben. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Aussage, dass der Echo keinesfalls als eine Plattform wahrgenommen werden solle, die Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit oder Homophobie unterstütze. Zwar wurden Kollegah und Farid nicht explizit erwähnt, jedoch ist das nach der gesamten öffentlichen Diskussion auch nicht mehr nötig gewesen, da nun jeder mitbekommen haben dürfte, weshalb die Debatte im Vordergrund stand. Der Bundesverband für Musik berät sich nun für einen neues Konzept für einen neuen Preis.

An dieser Stelle Shoutout an Haiyti, die damit die letzte Empfängerin eines Echos ist.