Drake goes Adidas – From Jumpman to Trefoil

von am

Vor einigen Wochen wurde das rappende Meme Drake mit einem kompletten Adidas-Outfit gesichtet. An sich kein großer Deal, jedoch war der OVO-Rapper bis dato bei Nike unter Vertrag. Und diese beiden Marken vertragen sich in ungefähr so gut, wie P. Diddy und Suge Knight. Oder Ice Cube und Suge Knight. Oder die ganze Welt und Suge Knight. Doch was treibt den Hybriden aus Teddybär und Sexsymbol zu diesem Transfer? Schauen wir uns dazu seine bisherige Historie bei Nike an.

Vor fünf Jahren brachte Drake seine ersten Jordan-Modelle heraus. Die OVO-Eule auf der Zunge bedeutete szeneintern eine Wertsteigerung von ca. 300% – soll heißen: Schuhe, die für 200$ verkauft wurden, fanden auf dem Drittmarkt für 600$ einen neuen Besitzer. Sein Song „Jumpman“ zusammen mit Future unterstrich die Liebe des Rappers zu der Marke aus Oregon. Alle Parteien waren glücklich. Drake konnte zeigen, dass er neben fragwürdigen Dancemoves und Nummer 1-Hits auch in Sachen Mode seine Hausaufgaben gemacht hatte.

Der Erfolg schien sich jedoch zu wandeln, als die ersten Modelle in Europa erhältlich waren. So langsam dämmerte es dem Rapper: die Fans kauften die Schuhe nicht, weil sie cool waren, sondern in erster Linie aufgrund ihrer exklusiven Verfügbarkeit. Die letzten Jordan 8 von Drake standen länger in den Regalen, als die Sneaker seiner Kollegen Kendrick Lamar oder Travis Scott.

So viel Herzschmerz schien dem Rapper nicht zu bekommen. Bereits geleakte Bilder von kommenden Jordans, die ganz klar aus Drakes Feder stammen, kamen mit Jumpman-Logo anstelle des OVO-Brandings – hatte Drake sein Commitment zur Marke zurückgezogen? Gab es aus dem Süden Deutschlands ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte?

Obwohl Adidas eine deutsche Brand ist, wäre er in guter und bekannter Gesellschaft. Pharrell Williams hatte bereits einige Projekte für die Marke aus Herzogenaurach iniziiert. Kanye West, der ebenfalls vorher bei Nike unter Vertrag stand, hatte dank seiner Yeezy-Season Adidas zu einem zweiten Frühling verholfen. Zusammen mit diesen beiden Arbeitskollegen würden dem Rapper sämtliche Türen aufstehen, sich kreativ zu entfalten. Jetzt, wo selbst Rihanna Drizzy aus der Friendzone gelassen hatte, scheint es zur Aufbruchsstimmung in Toronto zu kommen. Und die Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt zu sein.

In Herzogenaurach wirkt das Gras grüner, die Blumen duften mehr und die Rapper scheinen sich komplett austoben zu dürfen. Kanye West verändert nach Belieben Yeezy-Releases. Schuhe, die seine Frau bereits auf den sozialen Netzwerken anteasert, kommen erst ein Jahr später heraus. Eine eigene Kollektion ohne 3-Sreifen-Branding und Preisen im Wert von kleinen Gebrauchtwagen sind ebenfalls möglich. Sein Kollege Pharrell Williams brachte an einem Tag 100 verschiedene Superstars heraus. Was aus Einzelhandel-Sicht einen logistischen Alptraum darstellt, war für Pharrell eine weitere Art seine Vision umsetzen zu können.

Ein OVO x Ultraboost vielleicht? Oder einen Superstar? Vielleicht auch ein Retro-Modell zum Adidas Toronto?

Sollten die Gerüchte stimmen, erwartet uns eine Vielzahl an verschiedenen Produkten mit Eulen- und 3-Streifen-Branding. Während Drake bei Nike lediglich Basketballschuhe und Kleidung kreierte und somit nur eine bestimmte Zielgruppe bedienen konnte, würden bei Adidas ganz neue Silhouetten ins Spiel kommen. Ein OVO x Ultraboost vielleicht? Oder einen Superstar? Vielleicht auch ein Retro-Modell zum Adidas Toronto? So oder so könnte Drake viel mehr Leute mit seinen Produkten erreichen.

Zudem: Wie geil wäre denn bitte eine Schnellfickerhose mit 3-Streifen, Knöpfen und der Designhandschrift eines abwechselnd traurigen und frechen jungen Kanadiers?

Es bleibt definitiv spannend. Leider sind Drakes Absichten nicht so klar gezeichnet wie sein Bart. Und genau wie sein Verhältnis zu Rihanna bleibt auch seine Beziehung zu den Marken vorerst ungeklärt. Bis dahin überlegen wir uns, ob Kanye West nach dieser Nachricht komplett wahnsinnig wird, sich die Haare abrasiert und eine Blitzhochzeit mit Kevin Federline wagt – oder wieder normal wird. Fuck Donald Trump!