YouTube sperrt einen Song von Sookee und alles daran ist falsch // Kommentar

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Sookee macht einen Song gegen Hassreden. Sookees Song wird von YouTube gesperrt. Grund: Er wird für eine Hassrede gehalten. Irgendwas stimmt hier nicht.

Sookees Song „Zusammenhänge“ (feat. Spezial-K) wurde vor vier Jahren veröffentlicht und kursiert genauso lange schon auf YouTube, was bisher auch kein Problem zu sein schien. Aber wie Papa Bu schon wusste, Zeiten ändern dich und Zeiten ändern auch YouTubes Richtlinien und vor allem YouTubes Sensibilität für solche Themen und ciao – Sookees Song wurde gelöscht. Dagegen wirkt selbst die Diskussion um die Zensur von Künstlernamen wie „Juicy G*y“ und „Prinz P*rno“ lächerlich, denn eine Löschung geht nochmal einen bedeutenden Schritt weiter.

Was den Anlass dazu gab, ist unklar. Vielleicht waren es rechte Trolle, die das Video kollektiv gemeldet haben, aber jeder, der schon einmal Videos, Kommentare etc. gemeldet hat (und ja, an ganz einsamen Abenden mache ich das manchmal), weiß, dass das selten erfolgversprechend ist.

Wenn man das Video über den alten Link aufrufen will, erhält man folgende Meldung: Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die YouTube-Richtlinie zum Verbot von Hassrede verstößt.

LOL.

Auf einer Plattform voller Verschwörungstheorien, einer Plattform, auf der milde ausgedrückt kontroverse Bands wie Frei.Wild unbeschwert stattfinden können, einer Plattform, die auch in unseren und dem von mir eigentlich geliebten HipHop-Interview-Kosmos homophobe (Grüße gehen raus an Mert), sexistische und teilweise einfach strunzdumme Meinungen toleriert – und das sind jetzt wirklich nur die bekannten Standard-Beispiele, ich will nicht anfangen mit der berühmten „Dark Side of YouTube“, wo dann auch die noch so guten Filter Nazi-Untergrund-Shit und Co. übersehen – soll Sookees Song ein Problem darstellen?

Noch absurder wird es, wenn man sich den Song genauer anhört, beziehungsweise die Lyrics heranzieht, die inhaltlich für Sookee nicht überraschen und für HipHop technisch und metaphorisch nicht sonderlich aus der Reihe tanzen. Ok gut, sie spricht vom Bomben und Pissen und der Song ist vielleicht nicht auf dem weichgespülten, pazifistischen „We are the world“-Film, aber seit wann ist HipHop das schon? „Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben, Realität, ich blick’s nicht.“ „Wir machen Politik, sind korrektiv und schmeißen nicht nur Steine. Rap war immer politisch, immer gegen Rassisten.“ Zusammengefasst: Auf dem Song wird sich gegen Homophobie, Antisemitismus, Sexismus, Rassismusundsoweiterundsofort ausgesprochen. Kurz: gegen Hass.

So, YouTube, was hat das mit Hate Speech zu tun? Schreibt’s in die Kommis.