Yallentins Clothing – „Bei uns läuft den ganzen Tag Musik.“

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Das Stuttgarter Label Yallentins Clothing, welches ursprünglich aus dem Tübinger Hinterland kommt, ist mittlerweile schon ein alter Hase im Modebusiness: Jedes Jahr erscheinen mindestens zwei große Kollektionen. Nun folgt direkt der nächste Streich, die brandneue Herbst/Winter-Kollektion namens „des pièces fortes“. Labelchef Sebastian Sickinger stand uns Rede und Antwort.

Mit deinem Label Yallentins bringst du zweimal im Jahr Kollektionen raus, die meist weit mehr als 20 Teile beinhalten. Steckst du ganz alleine hinter dem Label oder gibt es da noch weitere fleißige Helfer?

Auch wenn ich alleiniger Inhaber des Labels bin, so würde es mit nur einer Person gar nicht mehr zu bewältigen sein. Das Label hat Menschen hinter sich stehen, ohne die es so nicht funktionieren würde. Wir sprechen immer von einer „Yalle Crew“ – der eine Texter oder Fotograf, der andere Grafiker oder Programmierer – und alle zusammen tragen dazu bei, dass wieder eine neue Kollektion online geht.

Gemeinsam mit 0711 habt ihr vor kurzem eine Kollaboration herausgebracht. Wie kam es dazu? Und gibt es vielleicht weitere Wunschkollaborationen, die du gerne einmal eingehen würdest?

Yallentins und 0711 verbindet eine Freundschaft. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir zusammen etwas mit Textilien machen. Die Kooperation war keine einmalige Sache, sodass schon bald mit einer Fortsetzung gerechnet werden kann. Für mich sind Kooperationen mehr als reine gemeinschaftliche Interessen im Bezug auf das Produkt. Es gibt keinen Wunschkandidaten, aber im näheren Umfeld von Yallentins gibt es viele talentierte Menschen, mit denen ich mir vorstellen kann, eine Kooperation umzusetzen.

„Ich hatte noch nie in meinem Leben einen Kleiderschrank.“

Sebastian Sickinger

Wie gehst du an eine neue Kollektion heran? Spielen musikalische Einflüsse auch eine Rolle?

Inspiriert durch das Reisen und dadurch, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, sammle ich Eindrücke von Dingen, die mich beeindruckt haben. Alles wird gesammelt in einem Ordner oder Buch. Nach und nach kristallisiert sich heraus, was mich im Moment am meisten fasziniert und so entsteht das „Thema“, auf welchem die Kollektion aufgebaut wird. Über die Jahre wurden die Kollektionen immer breiter und tiefer, es kommen also immer mehr Teile hinzu. Trotzdem kann man davon sprechen, dass die Kollektion einem gewissen Aufbau folgt. Musikalische Einflüsse spielen natürlich auch eine Rolle, denn auch beim Feiern und auf Konzerten gewinnt man Eindrücke, die gespeichert werden und in die Kollektionen mit einfließen. Musik läuft bei uns den ganzen Tag.

Die neue Kollektion trägt den französischen Namen „des pièces fortes“. Was steckt dahinter?

Ein Teil meiner Familie stammt aus Frankreich, da wurde es mal Zeit, einer Kollektion einen französischen Namen zu geben. Ich bin mir sicher, der ein oder andere Besuch einer französischen Metropole in jüngster Vergangenheit hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Kollektion zu dem geworden ist, was sie heute ist.

Wenn man sich das neue Lookbook so anschaut, könnte man auch meinen, dass es sich um einen Nachfolger der „Into the Woods“-Kollektion aus dem vorletzten Jahr handelt. Versuchst du dich mit jeder Kollektion weiterzuentwickeln oder ist dir eher ein gewisser Wiedererkennungswert wichtig?

Natürlich versucht man sich weiterzuentwickeln, zu steigern. Täglich und von Kollektion zu Kollektion sowieso. Es war kein beabsichtigtes Anknüpfen an die vergangene „Into the Woods“-Kollektion, aber ja, sie haben Gemeinsamkeiten. Könnte daran liegen, dass ich seit dieser vergangenen Kollektion einen Hund besitze, mit ihm ständig in der Natur unterwegs bin und dort meine Inspirationen sammle.

Trägst du privat auch Teile aus deinen Kollektionen oder ist das für dich eher ein No-Go?

Natürlich trage auch ich Teile aus den Kollektionen. Ich stehe zu 100% hinter dem, was wir machen. Es gibt also keinen Grund, die Produkte nicht zu tragen. Ich bin nur kein großer Fan von plakativen Prints, daher erkennt man nicht immer sofort, dass es vom eigenen Label ist.

Wo siehst du dich und dein Label Yallentins in den nächsten zwei Jahren? Und wird es vielleicht irgendwann einmal einen eigenen Store bzw. Pop-up-Store geben?

Weiter wie bisher, gesundes Wachstum und nie den Spaß dabei verlieren – auch wenn es nicht immer so läuft, wie man es erwartet hat. Und mal wieder einen Pop-up-Store oder so was in der Art könnte durchaus bald passieren …

Was darf deiner Meinung nach in keinem Kleiderschrank fehlen?

Ich hatte leider noch nie in meinem Leben einen Kleiderschrank. Aber ein Yalle-T sollte einfach in keinem Schrank fehlen!