WESH RACAILLE! #09 – Rap aus Frankreich

von am

Wesh Racaille serviert uns den leckersten Camembert aus Frankreich im Zwei-Wochen-Takt. Die zugehörige Playlist findet ihr jetzt auch auf Spotify. Abbonez salopards! Bisou bisou.

01

XV – Saiyan

Dragonball Z ist ja mittlerweile das 5. Element von Frankreichs „Rapper Szene“. XV, bis grade eben noch bekannt als XVBARBAR, stammen definitiv eher aus Universum 7 als aus Universum 6, wo es wohl auch ein XV Arrondissement geben muss, was wiederum den Crew-Namen erklärt, worauf ich mit diesem Satz hinaus wollte. Die Barbaren Bande um Cheu B flext sich ordentlich einen ab, Beat von Neoz412 ballert gut, mehr will man doch gar nicht. Der Name „404 Error“ vom kommenden Album auch koma rigolo, mit Zahlen haben sie es irgendwie.

02

A.L.A feat. TOTO – Nharzin

Viel bekommt man hier nicht mit, von den RAP Welten fernab unserer westlichen Bouble. Sobald „Looked Up“ Legende Akon sich beispielsweise entschloss, den afrikanischen Kontinent zu erobern (und nebenbei auf chilliger Basis 600 Millionen Menschen mit Solarenergie zu versorgen), war er in unserer Wahrnehmung plötzlich weg vom Fenster. Als mein Vater mir 2010 mit den Worten „du magst doch dieses HipHop“ das erste Mal ein Lied von El General zeigte, das dieser drei Tage vor dem Blow Up des sogenannten arabischen Frühlings veröffentlichte und dafür verhaftet wurde, war es für mich das erste Mal, Rap aus unserem Bled (franco-arabisches Mixwort für Heimatland) Tunesien zu hören. Seitdem (und natürlich auch schon vorher) hat sich viel getan und die tunesische Szene wächst und gedeiht in die verschiedensten Richtungen, worauf auch dieser sehr gute Artikel hinweist. A.L.A rappt hauptsächlich auf arabisch, aber gerne auch mal auf französisch oder englisch und gehört mittlerweile zur Oberliga des Maghreb, wie es sich für einen Rapper mit dem Nachnamen Ferchichi eben gehört. Dementsprechend Zeit wurde es, sich mit einem weiteren Schwergewicht der nordafrikanischen Future zusammenzutun und mit dem marokkanischen Toto einen wahrhaftigen Banger rauszuhauen. Saha!

03

Niska – Salé

Das mächtigste Stimmenvolumen Frankreichs setzt seinen Siegeszug durch Gallien unbeirrt fort und spendiert seiner liebsten Chanson des aktuellen Albums „Commando“ ein Video. Viel bleibt zum Charo eigentlich nicht zu sagen, ist er doch mittlerweile regelmäßiges Thema in dieser luxuriösen, pornohaftigen, fünfsternehaftigen, mofuckin Kolumne aus St. Tropez. Auf Salé (= „dreckig“) behandelt der 21jährige aus meiner Geburtstadt Évry bei Paris <3 die Beobachtung, dass viele auf der Straße wie Tony Montana sein möchten, allerdings selten dazu bereit sind die Konsequenzen zu tragen. Touché!

04

Niro – Sors de ma tête

Niro, ebenfalls bereits hier vorstellig geworden und ano dazumal eher für Weisen der härteren Gangart berüchtigt, präsentiert sich auf dem aktuellen Album „#OX7M8RE“ von einer eher zarten Seite. In seiner neuesten Schnulze fordert er die von ihm Auserkorene auf, doch bitte seinen Kopf zu verlassen, weil er es nicht erträgt sie mit einem anderen zu sehen, obwohl sie ja eigentlich für ihn bestimmt sei. Désolé Bruder, aber Frauen neigen heutzutage dazu ihre ganz eigenen Entscheidungen zu treffen. Gemütliche Möglichkeit, bei einem Spaziergang durchs All über eine tiefere Bedeutung von Respekt nachzudenken.

05

13 Block – Somme

Etwas neues: 13 Block, aus der beliebten Jihadisten-Banlieue Sevran bei Paris, besteht aus den Membern DeTess, OldPee (was für ein Name!), Zefor und Zed. Der Gang Gang Gang Name spielt vermutlich auf Luc Bessons Parkour Classic „Banlieue 13“ an, abgesehen davon, dass sie dort nun einmal hausen. Mit ihrer letzten Single gelang es ihnen die Mio zu knacken und auch „Somme“ ist auf dem besten Weg ins sechstellige Glück.