WESH RACAILLE! #08 – Rap aus Frankreich

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Moin Moin, Matrosen! Ist nicht Französisch, ABER JUCKT. Dafür ist die folgende Musik französisch AF. Black M, Ninho, Rohff… dat schmeckt. Alors on danse!

01

Black M feat. Kalash Criminel– Dress Code

Ich stelle mir das ungefähr so vor: Black M, Sternzeichen Sexion d’Assault und derzeit erfolgreich wandelnd auf solopfaden, stellt eine Feature-Anfrage an einen der chaudsten Utilisateurs des Jahres, Kalash Criminel. Er schickt ihm seinen Part + Hook, auf diesen Beat mit der gar wunderlichen Melodie und freut sich auf die Antwort. Vielleicht waren sie auch gemeinsam im Studio. Wie auch immer. Kalash Criminel hört sich diesen bemerkenswerten Vorschlag an – die viel zu lauten harten Horns, das lustige Flöten-Element, alles random zusammengeklebt wie aus dem Afrotrap-Generator – und denkt sich: „Okay“. Folgendes könnte sich weiter zugetragen haben:

Kalash Criminel: „Du, Alpha“? (realname v. Black M, Anm. d. Red)

Black M: „Ja bitte?“

Kalash Criminel: „Also, ich find du hast da was ganz besonderes gemacht, echt klasse. Aber… Was hältst du von einem coolen Plotttwist: Ich bring einfach meinen eigenen Beat mit und rappe dann was völlig anderes zwischen den nächsten zwei Refrains?“

Und so kommt es zu seinem gewohnt hervorragenden Part, der sich noch besser ohne den absurden Mumpitz drum herum machen würde. Naja. Man muss die Feste feiern wie sie fallen.

02

Kalash – Mwaka Moon ft. Damso

Bleiben wir bei der gefährlichsten Waffe der Welt: Kein Wort wurde dieses Jahr öfter in Münder genommen als „Kalash“, vielleicht abgesehen von „Trump“. Kévin Valleray trug allerdings schon bei seinen ersten Erfolgen mit Dancehall- und karibischen Folklore-Liedern den Namen der verbotenen Kriegswaffe, als er sich 2010 auf den französischen Antillen und auf Martinique einen Namen machte. Bisschen rumeur zum Café au lait gefällig? Eigentlich naheliegend für den informierten Rap-Benutzer, dass Kalash und Spotify-Gewinner Damso nach der mittlerweile legendären OKLM Cypher letztes Jahr nun auch ihr offizielles Feature klar machen. ALLERDINGS: Nachdem Kalashs langjähriger Kumpel Booba ihm Gerüchten zufolge verbieten wollte in Trappes (die Hood heißt wirklich so, damn son), der Stadt seines Erzfeindes Lafouine, aufzutreten, es zudem Streitereien um 92i Schützling Shay gegeben haben soll und sich Booba und Kalash in bester Deutschrapmanier gegenseitig auf Instagram entfolgt sind, ist es schon interessant, dass dieser Track sogar als Singletrack veröffentlicht wurde. Profis eben.

03

Ninho feat. Sofiane – Laisse pas traîner ton fils

Ninho hat alles was ein anständiges Video braucht: Motorcross-Wheelys, gestapelte Autoreifen für ein Rapfeuerchen, Geldmaschinen und alle 3 Sekunden wird pantomimisches Geballer angedeutet. Das lob ich mir. Wie zu erwarten, wenn Sofiane auf ein Kollabolein vorbeischaut, gehts hektisch und brachial zu, während dem Klassiker von Suprême NTM ein neuer Kontext hinzugefügt wird: „Lass deinen Sohnemann nicht rumstreunern, am Ende wird er Pusher“. Beste Line: „Sogar der Anwalt ist geschockt von der Menge an Stoff“. Armer Advokat…

04

Rohff – BROLY

Rohff ist zurück, und zwar mit Pauken und Trompeten. Der Mafia K’1 Fry-Mitbegründer und Veteran ist auf seine alten Tage wahrscheinlich fitter, als die meisten Newcomer vom Bloc, wie dieses Trainingsvideo in toonyesker Tradition eindrücklich unter Beweis stellt. Track ballert gut, nicht umsonst wurde er 1999 als Begründer des französischen „Hardcore-Rap“ bezeichnet (lol). Grüße übrigens auch an die Frau aus L’Algerinos „Les Menottes“-Video, die ab der zweiten Hälfte des Clips zum Kuscheln vorbeischaut. 🙂

05

Sneazzy Ft. Hankock – Sérieux

Soundcloud funktionierte auch in der Grande Nation das ein oder anderen Kinderzimmer zum Tor zur Welt um. Der 25-jährige Sneazzy, seines Zeichens Mitglied der 1995-Crew um Nekfeu, wusste die Musikplattform geschickt zu nutzen und etabliert sich nun auch langsam außerhalb des Internets als veritabler Hiphop-Magga. Zusammen mit Superheldenkollege Hankock beschwört er auf chillig im Bademantel seine Seriosität und nicht nur die Retro-Optik des Clips erzeugt ein Gefühl, als wäre er schon ewig dabei.