WESH RACAILLE! #03 – Rap aus Frankreich

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Wesh Racaille“ ist unsere noch neue (naja…) Kolumne und widmet sich den aktuellen Veröffentlichungen bei unseren baguette- und weinaffinen Nachbarn. Unser Redakteur (und heute auch Meteorologe) Yacine hat hierfür mal wieder die besten französischen Gourmethäppchen in Afrotrap-Jus für euch gepickt. Bon appétit!

01

MHD – Bravo

Es ist Sommerrrrr in diesen unseren Gefilden #themoreyouknow! MHD weiß die Sonne zu genießen und hat sich einen Küstenausflug nach Marseille gegönnt. Der Pariser, der mit der nicht enden wollenden Afrotrap-Welle aktuell mehr Einfluss auf die deutsche Rapszene genießt als Dagi Bee (never forget), gönnt sich auf einer ansehnlichen Designeryacht a cold one with the boys und dreht sogar ne Runde auf nem Hummer. Endlich sind die Dinger zurück, Aller!!! Lieber Hummer fahren, als die Umwelt zu verbessern. Wenn sich jetzt noch dieser Trend durchsetzt, könnten wir fast nahtlos an Dipsetzeiten anknüpfen und das wollen wir alle! Bis dahin believen wir dem Hype und tanzen uns schon mal warm für die 1 Night in Paname-Bühne auf dem splash! Festival, wo uns dieser Hit garantiert in die Ohren massiert wird. Achtet auch mal, ob euch das Productplacement auffällt… Also im Video (und in diesem Text). Afrotrap is forever!

02

Black M – Frerot (ft. Soprano)

Es bleibt warm, wie unter Brüdern (go homo) und Sexion D’Assault Member Black M holt sich Marseiller Legende Soprano aufs Treppchen für eine Ode an den kleinen Bruder. Wie schon bei PNL dürfen in einem modernen Rapvideo natürlich auch Wildpferde nicht fehlen (z. B. bei Min. 1:55, einfach goldig).

03

Sopico – 3.33%

Zack Winter. Warum auch immer, releast Sopico jetzt einen erfrischend eisigen Clip, gedreht in den zwei wohl meist bestiegenen Locations nach deiner Mutter (ich bin fast 300 Jahre alt und finde sowas nach wie vor lustig). Man hat sich für den Berliner Spreepark und die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg entschieden. Auch am Alexanderplatz wurde gerappt. Fernsehturm: Check! Wenn jetzt noch das Brandenburger Tor und der Matrix Club zu sehen wären, hätte er das volle Touri-Programm mit 100% absolviert. Wo wir grad beim Thema sind: Den Spreepark umwabbert eine abnormale Story, die aus den tragischen Zutaten geplatzte Träume, Schulden, Peru und sehr viel Kokain angerührt ist. Koma spannend! Und für die Überdosis WOKEness sei dem geneigten User noch diese Dokumentation über den Teufelsberg in den Wirren des kalten Krieges ans Herz ranempfohlen. Each one teach one, ihr jungen Hüpfer!

04

GLGV – La Boheme

Auch die fünf Vereinsmitglieder von Goog Life Good Vibes fühlen sich der Culture verpflichtet und veröffentlichen kommenden Freitag ihr S6MPLE SCHOOL Projekt, auf dem (Achtung, Spoiler) Beats aus ungewöhnlichen Samples mit freshen Rhymes & tighten Flows vollgespittet werden (bitte nicht kleckern). Gute Güte, alles so RAP heute. Das Chanson-Sample wird sympathisch und artgerecht mit einer klassischen Café-Szene präsentiert, was mein Camembert-Herz buchstäblich zum schmelzen bringt. B.Ys Harry Potter Line am Anfang des ersten Parts lässt es zum Glück schnell wieder versteinern. Nur falls es wen interessiert: GLGV wären im Hogwartshaus Slytherin.

05

JuL – Beely

Zu guter Letzt etwas Heiterkeit von JuL, der mit seinen 27 Jahren bereits 11 Jahre davon mit rappen verschwendet/verbracht hat und mittlerweile aussieht wie das gutgelaunte Spiegelbild von Baba Saad. Sein Kumpel hat vermutlich Boobas Comme les autres Video gesehen hat und sorgt sich nun liebevoll um die Frische des Clips für JuL, weshalb er einen waschechten Bären mitbringt. Wie aufmerksam! JuL selbst weist ebenfalls darauf hin, dass das doch nicht nötig gewesen wäre und fragt seinen grand ami, was er jetzt bitte mit einem waschechten Bären im Studio soll. Wie dem auch sei, das Video wurde abgedreht und der waschechte Bär taucht ab und zu ohne Sinn im Video auf, weil kann ja bekanntlich net schaden.