Die besten Tapes der Woche // Weekly Releases

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Egal ob Hangover oder aktives Wochenendprogramm: die musikalische Unterlegung der nächsten Tage ist gesichert. Denn wir haben wieder die besten Album-, Mixtape- und EP-Releases zusammengetragen. Zwischen DJ Khaleds Feature-Massaker, einem Beat-Diamanten von Knxwledge und Quavos Soloprojekt finden sich noch so einige Tape-Schmankerl. Plant also genug Zeit ein, die Release-Liste ist lang!

Vince Staples – Big Fish Theory

Kendrick Lamar, A$AP Rocky, Kilo Kish und noch einige mehr – aber eigentlich will man „Big Fish Theory“ erst gar nicht auf großartige Gastbeiträge reduzieren. Denn der Long Beach-Rapper liefert mit seinem neuen Langzeitspieler eine Sammlung an glatten Club-Bangern, die schneller dahin rattern als seine Bars. Textlich bleibt er aber weiterhin kritisch, bedacht und leicht pessimistisch. Vince Staples hält eben nicht viel von der gängigen Wahrnehmung, wie Rapper zu sein haben. Deshalb definiert er den Begriff und den HipHop-Kosmos um sich herum einfach neu und sinniert über die Schönheit des Rap-Daseins und über dessen giftige Eigenschaft.

Bones – NoRedeemingQualities

Wieso verdammt hat es eigentlich so lange gedauert, bis uns ein gemeinsamer Track von Bones und Danny Brown erreicht hat? Die beiden kommen nämlich aus derselben Gegend und während sie, zwar auf unterschiedliche Art, von irgendwelchen bewusstseinserweiternden Substanzen erzählen, sorgt der Feature Track auf dem neuen Album für so viel Dopamin, Serotonin, Endorphine oder was auch immer, dass wir uns erst gar nicht erst an irgendwelchen chemischen Mittelchen versuchen müssen. Aber „SeanPaulWasNeverGimmeTheLight“ ist keines Falls die einzige Suchtgefahr auf „NoRedeemingQualities“ – wie immer liefert Bones ein stabiles Album, das gegen jegliche „weniger ist mehr“-Prediger schlägt. Drei Langzeitspieler seit 2017 ist für das Team Sesh-Oberhaupt nämlich kein Problem.

DJ Khaled – Grateful

Wir wollen hier gar nicht erst anfangen die Feature-Gäste auf DJ Khaleds frischestem Kunstwerk vorzustellen, denn dann würden die nächsten Zeilen aus einer Aufzählung der gefühlt kompletten Rap-Welt bestehen. Zumindest der Schwergewichte dieser, denn anscheinend hält der Major Key-Schatzmeister nicht viel von Untergrund Talenten, viel mehr sammelt er wie immer alle großen Musik-Namen auf seinem Werk. Das ist natürlich nichts verwerfliches, Khaled ist eben „Grateful“ für seinen hochkarätigen Freundeskreis. Ach ja und Danke, Asahd!

Quavo – ATL

Irgendwann im Mai hat Travis Scott schon das Geheimnis um „ATL“ geflüftet und uns vor einem Suprise-Drop gewarnt. Doch „feat. Migos“ auf einem Quavo-Album scheint anfangs immer noch falsch – unsere auf das Trio getrimmte Ohren sind verwirrt, aber doch angetan von dem Soloalbum des Migos-Honchos. Quavo kann eben auch ohne Offset und Takeoff bestehen. Neben den Crew-Features gibt’s noch Parts von O.T. Genasis, Remy Ma, Rich The Kid, Partynextdoor und Ty Dolla $ign. Stabil trappig, doch irgendwie unvollständig.

Knxwledge – WT​.​PRT​.​11

Seit „Yes Lawd!“ ist Knxwledge hoffentlich jedem ein Begriff. Denn dank dem Mensch gewordenen Produzentenwissen wurde der Langzeitspieler mit Anderson .Paak zu einem der besten und souligsten Alben des vergangenen Jahres. Abgesehen davon, liefert das Philly-Producer-Genie regelmäßig frischen Sound und scheinende Groove-Diamanten. Mit „WT​.​PRT​.​11“ fügt er ein weiters Tape zu der ausgewogenen „Wraptaypes“-Serie hinzu und bastelt dabei unteranderem an Tracks von N.E.R.D., Kanye West und Lupe Fiasco (“evrywunnose”) und Meek Mill (“gtmestuntin.”) herum.

Domo Genesis – Red Corolla

Wo soll man bei Domo Genesis starten? Bei dem grenzgenialen Tape „No Idols“ mit The Alchemist oder doch bei seinem letztjährigen Debütalbum „Genesis“? Egal, denn wo man auch anfängt, man beginnt bei massig Talent, blumigem Odd-Future-Charme und der perfekten Verbindung von lyrischem Höchstniveau und groovigen Beats. In diesem Sinne ist auch das aktuelle Mixtape „Red Corolla“ des Inglewood, Cali-Rappers ein musikalischer Meilenstein in seiner hoffentlich bald steileren Laufbahn.

Deniro Farrar – Mind Of A Gemini II

Obwohl der North Carolina-Rapper die HipHop-Welt bereits seit 2010 regelmäßig mit musikalischem Output beliefert, bleibt er ein Geheimtip. Aber wer sich mit Ryan Hemsworth-Kollabos und unzähligen Gastauftritten von Künstlern wie Gucci Mane, Nacho Picasso und Denzel Curry schmücken kann, den sollte man auf dem Schirm haben. „Mind Of A Gemini II“ ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass der brutal ehrliche Lyricism und die groovigen Beats seines selbsternannten „Cult Rap“ nicht ignoriert werden sollten.

Gaddafi Gals – the death of papi

Gaddafi Gals, who dis? Wirklich viel ist noch nicht bekannt über die drei Artists, doch im Untergrund irgendwo zwischen Wien, Leipzig und Berlin erzählt man schon länger von Produzent walter p99 arke$tra und den zwei Rapperinnen blaqtea und slimgirl fat. „the death of papi“ ist nun das offizielel „Hallo“ an die restliche Musikwelt. Und wir grüßen mit viel Liebe zurück, denn der verführerische Singsang und die kunstvollen Raps der beiden Girls fesseln uns innerhalb weniger Sekunden.