Die besten Tapes der Woche // Weekly Releases

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Falls ihr euch gerade am Kosmonaut volllaufen lässt: habt Spaß! Falls ihr aber zu Hause rumhockt und nicht wisst, was ihr machen sollt: hier sind wieder die besten Tapes der Woche. Thugger hat endlich sein Gesangsalbum releast, Nimo ist mit „K¡K¡“ am Start, αMob liefert ein hartes Memphis-Massaker, Ramirez lässt G59 aufleben und 2 Chainz weiß, dass schöne Frauen Trap mögen – war also eine gute Woche, wie man sieht!

Young Thug – Beautiful Thugger Girls

Die Zeit scheint für Thugger schneller zu vergehen als für andere, normale Menschen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass man am 27. April ein “singing album this week” ankündigt und es tatsächlich am 16. Juni dann erscheint. Aber das Thugger nicht von dieser Welt ist, sollte keine Neuigkeit sein. Alles erträglich, wenn denn das Album die Erwartungen erfüllt. Und, goddammit, das tut es. Dabei unterscheidet sich E.B.B.T.G. (= Easy Breezy Beautiful Thugger Girls) nicht so sehr von vorherigen Releases, wie man vielleicht vermuten könnte. Seine melodische Vortragsweise ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Thugger seit jeher so unique gemacht hat und genau diese wird hier bis aufs Äußerste ausgereizt. Die musikalische Untermalung ist im Schnitt etwas poppiger, auch Folk- und Country-Anleihen werden ausgepackt und stimmig über 808-Gewitter gelegt, wie im Opener „Family Don’t Matter“ oder dem an Bright Eyes „First Day Of My Life“ erinnernde „Me Or Us“. Der vor Ausdruck strotzende Stimmeinsatz sorgt dennoch jedes mal wieder für freudiges Juchzen. Die wenigen Feature-Gäste, wie etwa Snoop Dogg und Lil Durk auf dem G-Funk angehauchten “Get High“, oder Future auf „Relationship“, haben einen echten Mehrwert und scheinen sorgsam ausgesucht zu sein. Die Frage bleibt: Wie gut kann man sein, in dem was man macht? Young Thug setzt die Messlatte für künftige Gesangsausflüge seiner Kollegen auf jeden Fall nahezu unerreichbar hoch.

Nimo – K¡K¡

Das langersehnte Album unseres 385-Habibis Nimo ist endlich da. Zwischen altbewährtem Azzlack-Sound mit (erwarteten) Camp-Featuregästen à la Hanybal, Haftbefehl und Celo & Abdi, erweitert er seine künstlerische Seite als „Michelangelo“ aus und wagt Experimente „wie Falco“ mit Ufo361 und Yung Hurn. Insgesamt präsentiert sich Nimo auf K¡K¡ äußerst selbstbewusst und emanzipiert – und liefert einen würdigen Nachfolger für sein Debüt-Mixtape „Habeebeee“.

Ramirez – The Grey Gorilla

„G59 bis in den Tod“ grölt es durch die Straßen in San Francisco, wenn sich Ramirez aus seinem Untergrund-Königreich erhebt und uns seinen nächsten Langzeitspieler schickt. „The Grey Gorilla“ ist nach der EP „Judgement Day: Revelations“ im Februar schon das zweite Höllenwerk dieses Jahr und uff, es tummeln sich hochkarätige Gäste darauf rum – Fat Nick, $uicideboy$, Nell, Shakewell und Mikey The Magician.

2 Chainz – Pretty Girls Like Trap Music

F.k.a. Tity Boi erhebt sich mit seinem neuesten Machwerk endgültig in den Rap-Olymp. Dem inzwischen vierten Album merkt man die Reife des inzwischen 39-jährigen Trap-Veteranen aus Atlanta an. Es ist eine Ode an Charakterstärke, an den Hustle und die Selbsterkenntnis. Wie auch auf Kendricks “DAMN.” gibt es auf „PGLTM“ etliche religiöse Anspielungen. Eröffnet wird der letzte Song des Albums “Burglar Bars” zum Beispiel von dem langjährigen Nation of Islam-Leader Louis Farrakhan, der in nahezu salbungsvollen Worten die Aura 2 Chainz preist: “There’s a certain power presence that he gives off”. Thematisch werden alle Aspekte und Seiten 2 Chainz abgedeckt und gewürdigt. Ob über das gute Leben sinniert wird wie in “Good Drank” mit Gucci Mane und Hook-Gott Quavo, oder in “4AM” mit Travis Scott die Verknüpfung zwischen Erfolg und Arbeitsmoral besungen wird – auf meist zurückhaltenden, doch druckvollen und ausgeklügelten Produktionen von Mike Will Made It, Murda Beatz, Pharrell u.a. präsentiert sich das ehemalige Playaz Circle-Mitglied durchweg in Topform.

αMob – Swaffle Phonk

αMob bzw. AlphaMob ist ein DJ und Produzent aus Hamburg. Er selbst beschreibt seine Musik als 666 Phonk Trill Memphis Stoner 808 Ghetto Purple Southside Geeked Up Trippy Alien 503 Rap 90s Purrr No Lazer Countryside Swamp Adult Smoked Out Sesh Doom Evil Shit. Easy, oder? Auf seinem (noch sehr unterschätztem) „Swaffle Phonk“-Tape veranstaltet er ein reines Memphis-Massaker und lässt Haiyti, Caramelo, Skinny Finsta und viele mehr draufhüpfen. Wir sind gespannt auf mehr.