Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Das splash! 20 ist leider vorbei, das Melt Festival ist aber gerade in vollem Gange. Um euch aber nicht ganz im Stich zu lassen, gibt’s hier wieder die besten Tapes der vergangenen sechs Tage. Mit dabei sind dieses mal wieder Beat-Genie Knxwledge, ein Side-Prject von unseren Lieblings Schweden Yung Lean, Mura Masas wunderbarer Erstling, ein frischer Langzeitspieler von Cousin Stizz und French Montanas nächstes Album (ganz ohne Delay).

Knxwledge – HEX. 10.8

Der unermütliche Beatschmied aus Los Angeles scheint keinen Schlaf und keine Pause zu brauchen, in solcher Regelmäßigkeit beglückt er uns mit neuen Releases. Auf seinem neuesten Remix/Instrumental-Tape holt sich die eine Hälfte von NxWorries die halbe HipHop-Welt sampletechnisch auf den Tonträger. Die gewohnt jazzig-souligen Tracks featuren Samples von Nas, Biggie, Drake, Yeezy und vielen Anderen. Die detailverliebte Produktion wird jeden Beat-Enthusiasten begeisternd mit der Zunge schnalzen lassen. Aber auch alle kommen mit entspannten Vibes und sanften Melodien auf ihre Kosten.

Jonatan Leandoer127 – Katla

Das Nebenprojekt des (unserer Meinung nach) größten schwedischen Musik-Exports seit ABBA , Yung Lean, nimmt ungewohnte Formen an. Sakrale Gesänge und atmosphärische Flächen sorgen für die Untermalung der Autotune-getränkten Zeilen Jonathans, die oft mehr an Spoken Word als an Rap erinnern. Thematische Anleihen holt sich der Cloudrap-Papst aus der Bibel und aus dem Astrid Lindgren-Buch „Die Gebrüder Löwenherz“. Wer seinen Horizont etwas erweitern möchte, dem sei dieses Projekt wärmstens ans Herz gelegt.

Mura Masa – Mura Masa

Es ist unglaublich, wie wenig Zeit der Junge von der Ärmelkanal-Insel Guernsey benötigte, um vom Soundcloud-Geheimtipp zu UKs nächstem Produzenten-Star zu werden. Während Mura Masa selbst sagt, sein Sound sei hauptsächlich aus der geographischen Isolation entstanden, hat man selbst das Gefühl, dass er die Sounds und Rhythmen aus den unterschiedlichsten Melting Pots der Erde gezogen hat. So harmonisch und stimmig klingt das Gemisch aus HipHop, Dubstep, Trap, EDM, Ambient und Bubblegum-Rock, das trotzdem unnachahmlich nach Mura Masa klingt. Dass da etwas ganz Großes entsteht, blieb auch in Übersee nicht verborgen und so featuret seinen bisher größten Hit „Love$ick“ niemand Geringeres als A$AP Rocky. Zusätzlich finden sich mit Nao, Damon Albarn, Desiigner, Charli XCX und A.K. Paul weitere Hochkaräter ein, um dem Debütalbum eine auch stimmliche Vielfalt zu verleihen.

Cousine Stizz – One Night Only

Einer der Most Underrated ist der Rapper aus Boston schon eine ganze Weile. Und man möchte ihm wünschen, dass ihm mit „One Night Only“ nun endlich der endgültige Durchbruch schafft, aber vielleicht ist sein Content auch einfach zu edgy, zu dunkel, um die große Masse zu begeistern. Dabei hat Cousin auch auf seinem neuesten Longplayer wieder etliche Hits versteckt, wie das hypnotische „Lambo“, die Vorab-Single „Headlock“ mit Flötenbeat und Offset-Part oder das zumindest musikalisch tatsächlich etwas fröhlicher daherkommende „Doubted Me“, das mit einer entspannten DJ Mustard-Bassline rumspielt, bevor dann doch knackige 808 die (Subbass-)Macht an sich reißen. Insgesamt wieder ein mehr als stabiles Release!

French Montana – Jungle Rules

French Montana und seine Albumreleases sind meist eine unendliche Geschichte aus jahrelangen Verspätungen und Leaks. Sein Major Label-Debüt „Excuse My French“ kam ungefähr ein Jahr später, doch die Release-Story rund um „MC4“ war noch viel schlimmer. Die Veröffentlichung wurde immer wieder verschoben, dann wurde es in den Regalen des Grocery-Riese Target geleaked bis French Montana es schlussendlich komplett gecancelt hat. Oder eher beinahe, denn „MC4“ erreichte uns dann doch als Free Mixtape. Da war es dieses mal umso überraschender, dass bei „Jungle Rules“ alles so gut geklappt hat. Mit gewohnt hochkarätigen Gästen wie The Weeknd, Pharrell, Quavo, Future, T.I., Young Thug und Travis Scott gehen die sechs Solo-Songs auf dem Langzeitspieler leider ein wenig unter – alles in allem liefert Meister Montana aber wieder ein ziemlich stabiles Album ab.