Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Wir haben auch heute wieder alle verfügbaren Kräfte gesammelt, um euch die besten Tapes der Woche zu präsentieren. Jetzt aber ab in die Sonne, ab ins Wochenende, gute Musik genießen!

Ufo361 – 808

Wenn ein Album mit der Line „Ohne mich wäre deutscher Rap schon längst verlor’n“ einsetzt, weißt du, jetzt wird’s spannend. Denn Ufo präsentiert sich auf dem neuen Album zwar absolut größenwahnsinnig, aber das auch irgendwie zurecht. Denn er hat deutschen Rap wirklich umgekrempelt. Und liefert jetzt das State-of-the-Art-Album, auf das alle gewartet haben. Das ist auf voller Länge stimmig und neben dem schon bekannten Capital Bra-Part können sich auch die Features mit Yung Hurn, Trettmann, GZUZ & RAF verdammt noch mal sehen lassen.

Lieblingstracks: „Ohne Mich“, „Dream“

Princess Nokia – A Girl Cried Red

Princess Nokia veröffentlicht endlich das, was schon seit einiger Zeit als ihre Emo-EP angekündigt ist. Dementsprechend gibt’s 20 Minuten feinste soulige Produktionen und eine ausgewogene Mischung zwischen Gesangspassagen und wenigen, dafür souveränen Rapparts. Um richtig, richtig Emo zu sein, klingt das alles ein bisschen zu fröhlich, aber vielleicht soll ja genau darin die Paradoxie liegen, denn textlich geht’s dafür richtig zur Sache. Perfekt für die Summertime Sadness!

Lieblingstracks: „Look Up Kid“, „At The Top“

Smokepurpp & Murda Beatz – Bless Yo Trap

Wenn die 808s rattern, wenn die Bässe wummern, wie sie es hier tun, dann kann eigentlich nur Murda Beatz dahinterstecken. Der 24-jährige Kanadier liefert die Beatgerüste, über die Smokepurpp hier flext. Das Kollabotape ist geladen mit Bangern, die hoffentlich auch beim splash! 21 zum Einsatz kommen werden.

Lieblingstracks: „Mayo“, „Pray“

Novelist – Novelist Guy

Der Grime-Hype ist noch lange nicht am Abklingen. Grund dafür sind junge Talente wie Novelist. Dieser hat nach diversen Singles, Instrumental-EPs und hochkarätigen Features endlich sein Debüt-Album „Novelist Guy“ fertig. Das klingt nach dem sehr 80s-angehauchten Intro auch genauso wie man es sich vorstellt. Der Südlondoner rappt lässig über Beats, die teilweise so düster und roh klingen, als wären sie auf dem ersten Computer zusammengebastelt worden. Das bietet dem Rapper genau die richtige Stimmung und lässt ihm jede Menge Platz für seine oft sehr nachdenklichen Texte. Dabei ensteht am Ende vielleicht kein so Hit-dichtes Werk wie Skeptas „Konnichiwa“, dafür aber ein genauso hörenswertes Debüt, das man auschecken sollte.

Lieblingstracks: „Afro Pick“, „Stop Killing the Mandem“, „Whole 9 Yards“

Carnage – Battered Bruised & Bloody

Carnage ist momentan einer der heißesten Produzenten in den Staaten. Das liegt wohl vor allem an seinem sehr weiten musikalischen Spektrum, das ihm in der Vergangenheit ein ebenso großes Lineup an Kollaborationen bereitet hat. Dieses Konzept führt er auf seinem Album „Battered Bruised & Bloody“ konsequent weiter und lädt als Gäste unter anderem Mac Miller oder Steve Aoki ein. Dass Produzentenalben aufgrund der vielen Features sehr durchwachsen sein können, ist allgemein bekannt. Carnage treibt den Wahnsinn hier jedoch auf die Spitze. Neben gnadenlosen Bangern und smoothen Bay-Area-Tunes rutscht das Album zwischenzeitlich in sehr fragwürdige EDM-Gefilde, die in Anbetracht seiner früheren Werke und seiner regelmäßigen Auftritte beim Tomorrowland-Festival nicht allzu überraschend sein sollten. Insgesamt ist „Battered Bruised & Bloody“ ein auf absoluten Hochglanz poliertes Elektro-Trap-Monstrum, das trotz oder vielleicht sogar wegen seiner schrägen Ausfälle ziemlich gut unterhält.

Liebingstracks: „Headlock“, „Learn How to Watch“, „Motorola“

Lucki – Days B4 II

The Artist Formerly Known as „Lucki Eck$“ heißt mittlerweile nur noch Lucki und bringt mit seiner „Days B4 II EP“ den Nachfolger seines im letzten Jahr erschienenen Tapes „Watch My Back“. Der Chicagoer war damals einer der ersten jungen Rapper seiner Stadt, der eine Alternative zum vorherrschenden Drill-Movement bot. Er selbst bezeichnete sich mal als eine Kreuzung aus Chief Keef und Chance The Rapper. Das reicht allerdings nicht wirklich um zu beschreiben, was seinen Reiz ausmacht. Luckis Musik ist sehr unaufgeregt und seine monotone Nuschel-Delivery ist definitiv Geschmackssache. Dennoch gelingt ihm auf der EP erneut genau das, was seine Tapes zuvor schon so besonders gemacht hat – er sorgt für eine träumerische, düstere Stimmung, die deutlich ungefährlicher nachempfinden lässt wie es wohl sein muss, auf zwölf Xanax sabbernd auf der Couch zu liegen.

Lieblingstracks: „Root of All“, „Switch Blades“, „Distant“

Robert Glasper & Kaytranada – The ArtScience Remixes

Kaytranada hat sich dem letzten Album von Robert Glasper angenommen und in ein nues Gewand gesteckt. Der Neo-Soul Glaspers kriegt nochmal eine ordentliche Extra-Portion Bounce und eignet sich jetzt mindestens für eure gemmütliche Runde im Park. Die Sonne braucht dabei nicht mal zu scheinen, sie scheint direkt aus dieser EP heraus.

Lieblingstracks: „Thinkin Bout You“, „Day To Day“

Knxwledge – Gladwemet EP

Der experimentelle Producer aus L.A. releaset über Stones Throw seine neue EP mit dem Titel „Gladwemet“. Neben einer Reihe von Beats und Instrumentals ist der Song „Relapse“ mit Rapper Traffic, der auch Teil des Adult Swim-Projekts ist, vertreten. Die EP ist eine ausgewogene Mischung zwischen entspannten Beats und den eben genannten Titeltrack.

Lieblingstrack: „Relapse“