Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Freunde, der Sommer ist endlich da. Wir liegen hier in Berlin schon längst an der Spree unter Palmen (natürlich aus Plastik) und schlürfen eiskalte Cocktails. Ok, war nur ein Joke. Aber wenigstens haben wir wieder die besten Tapes der Woche für euch gesammelt. Genießt!

Cardi B – Invasion of Privacy

Niemand hat Rap 2017 so schnell und allumfassend für sich erobert wie Cardi B. Auf ihrem Debüt-Album „Invasion of Privacy“ kann man hören, was sich seitdem in ihrem Leben getan hat und wo sie überhaupt herkommt. Der erste Track ist direkt ein Statement. Die New Yorkerin zeigt, dass sie es ernst meint und den Titel als neue Queen of Rap verdient hat. Diese Energie zieht sich auch durch den Rest des Albums. Darüber Hinaus gibt es jede Menge Hits wie die Singles „Drip“ und natürlich „Bodak Yellow“. Neben sehr ernsten Songs, in denen Vertrauensprobleme in ihrer Beziehung mit Migos-Drittel Offset angesprochen werden, gibt es auch Tracks wie den extrasüßen „Mittelfinger-an-die Haters“-Anthem mit Chance The Rapper. Insgesamt schafft es Cardi einfach ziemlich gut, ihre laute Persönlichkeit in die 13 Songs einzubringen, was „Invasion of Privacy“ nie wirklich langweilig werden lässt.

Fav Tracks: „Get Up 10“, „Drip“, „Thru Your Phone“

Kali Uchis – Isolation

Wir geben zu, Kali Uchis haben wir zuerst durch Tyler, The Creator auf dem Schirm gehabt – dafür küssen wir aber seine Augen, denn Kalis EP „Por Vida“ wurde seit Release 2015 nonstop gehört. Jetzt, endlich, veröffentlichte sie mit „Isolation“ ihr verträumtes Debütalbum, welches uns gedanklich ins Jahr 1960 katapultiert und uns ausmalen lässt, wie wir gerade mit Sonnenhut am Strand sitzen. Auch wenn ihre Ästhetik und ihr Soundbild auf dem ersten Blick sehr nostalgisch und altmodisch (auf Englisch klingt „vintage“ vermutlich schöner) sind, ist Kali Uchis einzigartig und auf ihre Art futuristisch. So paart sich ihr eigener Stil perfekt mit modernem HipHop oder Uptempo-Reggaeton-Beats. Te amamos, hermosa Kali.

Lieblingstracks: „Tyrant“ feat. Jorja Smith, „Nuestro Planeta“ feat. Reykon

Saba – Care For Me

Nachdem Saba im Oktober 2016 sein „Bucket List Project“ rausgebracht hat und mitten in der Vorbereitung für die dazugehörige US-Tour war, schlug das Schicksal hart zu. Sein Freund und Pivot Gang-Member John Watt wurde erschossen. Aus diesem Grund rief der jungen Rapper aus dem Chicagoer Westen die John Watt-Foundation ins Leben. Im August 2017 gab’s nach dem traurigen Ereignis dann wieder erstmals neue Musik von Saba zu hören und wie nicht anders erwartet, knüpfte er mit „There You Go“ nahtlos an den großartigen Sound seiner vorherigen Releases an. Nun hat uns mittlerweile schon der nächste Langzeitspieler erreicht und auch „Care For Me“ beweist ein weiteres mal, dass Sabas Melodieführung von Genialität durchzogen ist und seine gedankenvolle und motivierenden Lines für immer mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Zwischen wunderbare frischen Gospel- und Jazz-Einflüssen, sanften Bläsern und straighten Raps lässt er die Sonne über Chicago aufgehen.

Lieblingstrack: „Calligraphy“

Lil Xan – Total Xanarchy

Wer immer noch glaubt, dass Lil Xan einer dieser Pillen glorifizierenden Wolken-Rapper ist, liegt falsch. Ja, auch wenn sein Name etwas verwirrend sein kann, ist der Kalifornier strickt gegen die Beruhigungsmittel und hat sich mit seiner Anti Xanax-Hymne „Betrayed“ in die Soundcloud-Elite gesungen. Und wenn man dann mal das ganze Gelaber rund um den polarisierenden Rapper, der mit einer Aussage gegen 2Pac den Hass aller Realkeeper auf sich zog, vergisst und sich auf seinen Erstling konzentriert, stolpert man dann doch über einen kleinen Haufen Talent. Zwischen betäubtem Turn Up, wummernden 808s und den gewohnt melancholischen Gejammer gibt’s zwar nicht wirklich viel Abwechslung, dafür aber massig Rohmaterial, das sich langsam beginnt zu formen.

Lieblingstrack: „Moonlight“

Flatbush Zombies – Vacation In Hell

Nach dem 2016er Tape „3001: A Laced Odyssey“ sind wir schon längst wieder ready für den nächsten Zombie-Langzeitspieler – Vor allem nach dem Video zu „Headstone“ und der noch frischen Single „U&I“, die sich als wahres Meechy-Kunstwerk entpuppte. Wenn uns Juice, Meechy Darko and Erick The Architect also mit auf Urlaub nehmen, stehen wir am Flughafen schon am Gate bevor das Boarding überhaupt begonnen hat (das ist aber auch der EINZIGE Grund für dieses Verhalten!) und haben unsere Badehosen im Gepäck – der sonnige East Coast-Sound der Zombies passt nämlich perfekt zum sonnigen Wochenende!

Lieblingstrack: „Headstone“

DJ Critical Hype – The Damn. Chronic

Nachdem er vor zwei Jahren die Chicagoer Rapikonen Chance The Rapper und Kanye West auf einem Mixtape vereinte, zog es DJ Critical Hype jetzt musikalisch an die Westküste. Compton ist die Hood von Kendrick Lamar und Dr. Dre – und damn, was würde besser passen als Kendrick mit seinem Flow, verschiedenen Stimmen und Stilen auf Dres unglaubliche Beats rappen zu lassen? Problem war laut DJ Critical Hype bei „The Damn. Chronic“ vor allem das Zusammenfügen der Geschwindigkeiten – letztendlich sind die Blends aber unfassbar clean, die Auswahl der Vocals und Beats dope. So sind zwar nicht nur Parts aus „Damn.“ Und „The Chronic“ auf dem Mash Up Mixtape zu finden, aber wer könnte „Bitch Don’t Kill My Vibe“ auf dem Beat von „Forgot About Dre“ widerstehen?

Lieblingstrack: „Backseat Freestyle“