Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Zu Ostern gibts heute eine geballte Ladung neuer Tapes. Ob Deutschrap, Amirap, Beatmaker, enttäuscht wird hier nicht. Zum Glück habt ihr ja gerade viel Zeit, euch alles anzuhören.

MC Bomber – Gebüsch

Nach unzähligen Tapes ist einer der wahrscheinlich berühmtesten und definitiv berüchtigsten Personen aus Prenzlauer Berg am Start mit seinem Album, das den bezaubernden Namen „Gebüsch“ trägt. Beats: Mischung aus Boom Bap und Techno (!). Style: Battlerap. Themen: Wie gewohnt. Mehr dazu seht ihr in unserem Interview mit ihm.

Lieblingstrack: „Gebüsch“

John Known & SugaBoy – S01E03

Der Boy mit der grauen Mütze und grünen Jacke entführt uns mit Wellness-ähnlichen Trap-Sounds und smarten, cleanen Punchline-Raps wieder in seine eigene Boombap-Welt. Für seine dritte EP-Release »S01E03« hat sich der Newcomer Unterstützung von SugaBoy und für einen Song von OG Keemo geholt und sieben fette Tracks produziert, die unsere musikalische „Welt aus den Angeln“ heben, wie er in »Felsenfest (Super-Saiyajin)« ankündigt.

Lieblingstrack: „Non Moriar“

Rich The Kid – The World is Yours

Rich The Kid bleibt einer der Fleißigsten im Game. Nach Feature-Parts auf gefühlt jedem zweiten Song und Kollabo-Projekten mit Labelkollegen Famous Dex und Jay Critch kommt jetzt auch schon sein nächstes Soloalbum. Natürlich wird auf „The World Is Yours“ geflext wie gewohnt. Auch was die Struktur des Albums angeht, bleibt sich der Rapper aus Atlanta ziemlich treu. Neben unbestreitbaren Hits wie „Plug Walk“ und „New Freezer“ gibt es selbstverständlich auch den obligatorischen Lovesong mit Chris-Brown-Feature. Dass man die Migos grundsätzlich ohne Takeoff auf sein Album holt, scheint mittlerweile auch unter Rappern ein Running Gag geworden zu sein. Insgesamt bleibt das Niveau der Songs ziemlich weit oben und Rich schafft es mit dem Album auf jeden Fall, seine Position zu sichern. Jetzt bleibt es eigentlich nur noch abzuwarten, ob es eine Reaktion auf den Lil Uzi Vert Disstrack geben wird.

Lieblingstrack: „Plug Walk“

DJ Esco – Kolorblind

Wer Futures Karriere schon eine Weile verfolgt, kennt mit Sicherheit auch DJ Esco. Der beste Freund und Tour-DJ des Rappers hostet nicht nur dessen Mixtapes, sondern veröffentlicht ab und zu auch selbst welche. Dabei nimmt er eine ähnliche Rolle ein wie DJ Khaled und bringt zusammen was an Talenten zusammengehört. Darunter sind auf „Kolorblind“ offensichtliche Kandidaten wie Young Thug oder Rich The Kid, aber auch Überraschungen wie Nas, die für einen angenehmen Kontrast sorgen. Future ist natürlich auf jedem Song dabei – mindestens für die Hook. Abgesehen davon hat Esco das Tape mit ein wenig Hilfe von Metro Boomin komplett selbst produziert. Heraus kommt dabei zwar nichts, was man noch nicht aus dem FBG-Camp gehört hat, dafür aber auf 11 Tracks sehr straff und konsistent ist.

Lieblingstrack: „Code of Honor“

MF DOOM & Czarface – Czarface Meets Metal Face!

Eine post-apokalyptische Landschaft, der Master of Lyrics MF DOOM und das Rap-Trio Czarface als letzte Überlebende. „What do you say we do a little team-up?”, fragt CZAR in »Close Talker« und wir denken uns nur: Sag ja! Dem HipHop-Himmel sei Dank ist das gemeinsame Album „Czarface Meets Metal Face!“ entstanden. 16 Tracks, die eine Comic-inspirierte und dennoch Realitäts-kritische Geschichte erzählen und mit einem klassischen Rapstil, simplen einprägsamen Beats und dem punktuellen interessanten Einsatz von Hi-Hat- und Funk-Keyboard-Sounds überzeugen.

Lieblingstrack: „Stun Gun“

Ronson x mdmx – 3×7 EP

Nachdem das Video zum Track „Nächte töten“ ästhetisch überzeugt hat, ist Ronson mit seiner EP „3×7“ erstmals neben Soundcloud auch auf Spotify und Apple Music zu hören. Auf vier von mdmx produzierten Songs rappt der Moabiter gefühlvoll über das Leben und Lieben in der Hood, klingt dabei sehr ehrlich und nicht zu kitschig. Mit dabei ist natürlich auch Chari.

Lieblingstrack: „Nächte töten“

SAINt JHN – Collection 1

Schamlos ehrliche Texte, unglaublich abwechslungsreiche Musik und ein natürliches charismatisches Selbstbewusstsein – all das liefert uns SAINt JHN auf seinem Debüt-Album „Collection One“. Man merkt, dass der Brooklyn-Native nicht neu im Biz ist – als Songwriter arbeitete er schon für Usher, Joey Badass, Hoodie Allen und einige mehr. Der Künstler rappt, singt und rap-singt (ja Style-Shifting kann er) von wilden Nächten, materiellem Reichtum und emotionaler Armut. Gekonnt switcht er zwischen Tracks (z.B. »GOD BLESS THE RATCHETS«), die einer SoundCloud Trendlist angehören könnten, und Trap-lastigen R&B-Bangern.

Lieblingstrack: „N*a Sh*t“

AsadJohn – 90s Kids (will remember)

Wer in den 90ern geboren wurde, hat in seiner Kindheit und Jugend eine ganz merkwürdige kulturelle Phase mitbekommen: Die 2000er. Alles entwickelte sich unfassbar schnell, die Digitalisierung schlug voll zu. Und ebenso schnelllebig war die Popkultur. Gut, dass uns AsadJohn mit seinem neuen Remix-Tape nochmal dran erinnert, wie geil Musik aus den 00ern eigentlich sein kann. Ganz fernab von Retro-Trash-Partys.

Lieblingstrack: „Cassie – U & Me“

Hulk Hodn – Lost Ish

Hulk Hodn hat ordentlich im Archiv gekramt und ein paar Instrumentals ans Tageslicht geholt, was man schon lange verschollen geglaubt hat. Was auf „Lost Ish“ zu finden ist, sind nicht nur die Beats zu einigen unserer Lieblingstracks aus dem entbs-Umfeld, sondern auch noch ein paar unveröffentlichte Perlen. Wenn die Sonne das nächste mal rauskommt, geht in den Park, macht dieses Tape an und genießt die nostalgische Entspannung.

Lieblingstrack: „Klappmesser“

YAYA- Crack EP

Ein Beattape, neun Tunes und unendlich viele musikalische Überraschungen. Auf der „Crack EP“ führt das Producer-Duo YAYA aus Köln ihren wolkigen Sound, den man schon von ihrem ersten Track „2133“ kennt, auf ein neues Level. Irgendwo zwischen retro und futuristisch, zwischen organischen und elektronischen Klängen balancieren die Künstler mit einer Leichtigkeit, die sowohl den Cool-Down- als auch den Turn-Up-Tunes eine smoothe, chillige Note auferlegt.

Lieblingstrack: „Turnt“ & „Layup“