Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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EPs, Mixtapes, Newcomer, Nonames. Abseits der Charts geht’s diese Woche heiß her. Die besten Tapes an diesem Funky Friday findet ihr natürlich in unserem Weekly Release.

Rapkreation – RK.EP.NR.02

Hood-Love-Lines mit verkürzten, aber verständlichen Aussagen auf progressiv-agressiven Sounds – Rap kreieren liegt dem Duo aus Kreuzberg im Blut. Mit ihrer EP „RK.EP.NR.02“ hat Rapkreation vier Tracks veröffentlicht, die die Gratwanderung zwischen beständigem Stil und Innovation einwandfrei meistern. „Rap kommt aus Kreuzberg und sticht wieder direkt in dein Herz“, rappen die Berliner in „Moshpit“. Bei so direkten Texten und spannenden Soundexperimenten können wir nur zustimmen!

Lieblingstrack: „Moshpit“

Mauli – Autismus x Autotür

Noch bevor irgendwas zu Mauli bald kommenden Album „Autismus x Autotune“ bekannt war, wurde das Snippet zu dieser EP hier gedroppt und sorgte für einige Verunsicherung. Jetzt ist die EP da und zumindest als Promomove verdammt spannend: Denn um zu zeigen, dass man eigentlich alles kann, was alle anderen machen, interpretiert man einfach mal mit kleinem Augenzwinkern die vier aktuell größten US-Hits neu. Ist auf jeden Fall unterhaltsam und steigert die Vorfreude auf das Album.

Lieblingstrack: „Keine neuen Freunde“

reezy – tropfenemoji

Nach seinem sehr Banger-lastigen ersten Mixtape sorgt reezy mit „Tränenemoji“ für einen radikalen Stimmungswechsel. Auf einem Lovesong nach dem anderen beweist der Newcomer dabei vor allem ein gutes Gefühl für Melodien und Hooks. Sein Gesang klingt dabei so on point, dass der Autotune-Regler meistens auch nicht zu weit aufgedreht werden muss. Ähnlich wie Kollege Bausa und das große Vorbild Drake muss sich reezy mit jeder Menge Fake Love zurechtschlagen, was das Dasein als aufstrebender Rapstar eben so mit sich bringt. Mit sehr stabilen Produktionen, interessanten Genremixes und einer unerschütterlichen Stilsicherheit schafft er es jedoch trotzdem, dem Thema auf den zehn Songs seinen eigenen Twist zu verleihen.

Lieblingstracks: „testament 1995“, „déja vu 1997“

Naru – Rudeboii

Naru macht Deutschrap wieder sexy. Denn auf seinem Debütmixtape wimmelt es nur so von flirty Tracks voller zuckersüßer Komplimente, die uns zum Schmelzen bringen. Doch auch abseits davon geht es gut ab: Zwischen Ticken und Partys, zwischen Schlaflosigkeit und Tagen, an denen man’s sich einfach gut gehen lässt, erzählt der junge Herr aus seinem Leben. Die wolkig-wattigen Beats und Narus einprägsame Stimme tun dann den Rest.

Lieblingstrack: „LL“

Calman – Gleise EP

Auf Calman sind wir durch sein Video zu „Kleiner als Drei“ aufmerksam geworden. Der Newcomer rappt offen und ehrlich, dabei immer ebenso voller Liebe wie Trauer. Das macht seine Texte zwar hier und da ein wenig pathosgeladen, vor allem aber wahnsinnig interessant. Der Mann steht ja auch noch recht weit am Anfang seiner Karriere. Dazu kommt, dass er durch vielfältige und spannende Beats auch eine 3-Track-EP zu einem langlebigen Genuss macht.

Lieblingstrack: „You’re Lying“

Calez – Poppa EP

Mit seiner „Poppa EP“ versorgt uns Calez wieder mal mit Vibes on Vibes. Der Chicagoer klingt auf Jazz-Samples genau so zuhause wie auf 808s und dirigiert am Mikro mit einer ungewohnten Bestimmtheit und Druck in der Stimme. Man kann einfach hören, dass der Mann Bock hat, zu rappen. Mit Features wie Mick Jenkins und Alex Wiley lädt er sich zusätzlich noch seinem Skill entsprechende Gäste ein. Leider ziemlich kurz das Ding. Bitte schnell mehr.

Lieblingstracks: „Cool“, „Boss Sh!t“, „Concrete Rose“

Priesemut – Oppa Green

Priesemut ist ein aufstrebender LoFi-Producer aus Köln, uns zuletzt aufgefallen dank seiner groovy Produktion für nepumuks „what’s gucci?“. Aus den Tiefen des Internets und der Frühdigitalisierung steigen zehn Beats ins Skizzenlänger hervor, die ebenso zum Kopfnicken wie als Hintergrundmusik geeignet sind. „Mein Leben der letzten Monate ist in diesem Album zusammengefasst.“ – Klingt entspannt.

Lieblingstrack: „Cyberspace“