Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Diese Woche drängeln sich die Producer etwas in den Vordergrund: Kaytranada & MF Doom pushen Bishop Nehru, Knowsum pusht sich selbst und Sango pusht die Nordachse Seattle-Chicago. Was sonst noch so passiert ist, lest ihr hier.

Bishop Nehru – Elevators: Act I & II

Allein der Fakt, dass sich hier Kaytranada und MF Doom die Ehre geben, jeweils eine Hälfte von Bishop Nehrus Album zu produzieren, könnte das hier zum besten Tape der Woche machen. Wer allerdings dann in der ersten Hälfte schon mit Kaytras Genialität anfängt, muss auch damit rechnen, dass es gegen Ende etwas langweiliger wird. Das wird durch Bishop Nehrus textliche Kompetenz weitgehend wett gemacht, aber ihr wisst ja: Es ist wie mit Aufzügen, ein ewiges Auf und Ab.

Lieblingstrack: „Get Away“

Juse Ju – Shibuya Crossing

Auf seinem mittlerweile vierten Album erzählt Juse Ju erneut auf eine sehr ehrliche Art seine Stories vom Leben. Dabei bleibt er immer sympathisch bodenständig und ist sich nicht zu schade, mit Kritik bei sich selbst anzufangen. Neben einigen Trap-Experimenten klingt der Kirchheimer immer noch am besten auf klassischeren Produktionen, auf denen er ziemlich charmant unter anderem über die Provinz und seine Zeit in Japan reflektiert. Wem Authentizität im Sprechgesang wichtig ist, sollte auf jeden Fall „Shibuya Crossing“ auschecken!

Lieblingstrack: „Lovesongs“

reezy – feueremoji

Nur Flammenemojis für Reezy, und das nicht nur wegen dem Welcome-to-the-Interwebz-Titel – reezy liefert nämlich ohne viel Drumherum das erstes seiner zwei Emoji-Tapes. Wer den Frankfurter also noch nicht dank seinen verdammt stabilen Featureparts auf Bausas „Powerbausa“ kennt, der sollte sich reezy schleunigst auf die Watchlist schreiben. „feueremoji“ ist heiß (wow, Wortwitze heute nächstes Level).

Lieblingstrack: „osaft“

Sango – In The Comfort Of

Mit seinem neuen Langspieler beweist Sango, dass seine Fähigkeiten weit über den Titel des Producer-Geheimtipps hinausgehen. Der Seattle-Native weiß wie man Samples choppt, hat College Dropout sicherlich nicht nur ein Mal gehört und liefert mit „In The Comfort Of“ jede Menge gemütliche R&B-Smoothness. Mit der ein oder anderen gut platzierten 808 und ein bisschen IDM-Gefrickel hier und da, klingt das Ganze auch nicht zu nostalgisch-verklärt und lädt neben Slow-Jams mit talentierten Gastsängern auch des Öfteren zum stilvollen Arme-und Beineschütteln ein.

Lieblingstrack: „Khlorine feat. Smino“

Knowsum – The Whiff

Knowsum bringt ein Tape mit bisher unveröffentlichen Tracks und Skizzen und deine LoFi-ChillHop-Youtube-Playlist ist immer noch wack. Denn hier gibts was auf die Ohren, das ist funky, das knallt, das ist retrofuturistisch. Und vor allem nicht ganz so genau kategorisierbar, Knowsum lässt es eben lieber vage, anstatt klassische Songkonzepte wiederzukäuen. Zusammen macht das einfach verdammt viel Vorfreude auf das wohl bald kommende Album.

Lieblingstrack: „Green Eyes“