Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Die Selektion der Woche liegt heute im Spagat zwischen den Top of the Pops und dem ewigen Rap-Rap-Untergrund. Alles wie immer also.

Migos – Culture II

Ah, der Zeitgeist lässt grüßen. Und die Fortsetzung des 2017er State-of-the-art-Albums ist endlich da. Mit 24 Tracks und 1:45h Laufzeit ist definitiv Überlänge zu verzeichnen. Wie das dann so ist, gibt es eben bessere und schlechtere Hits, aber Hits sind es eben alle. Produktionen stammen von allen großen Namen der Szene, von Metro Boomin über Kanye West bis hin (angeblich) zu Migos own Quavo. Allerdings sind zum Releasetag auch Vorwürfe laut geworden, die Boyband hätte einen fremden Beat gestohlen und ihn als Quavos Produktion ausgegeben. Nicht der erste Skandal der letzten Tage, musste sich Offset doch gerade erst für ein paar homophobe Lines rechtfertigen. Ach, Zeitgeist…

Evidence – Weather Or Not

Kontrastprogramm: Vom Zeitgeist straight zu Altbewährtem. Evidence macht genau das, was er kann: Rap-Rap auf samplelastige Beats, alles etwas ruppig und dennoch entspannt hörbar. Auch unter den Featuregästen die üblichen Untergrund Dauerbrenner: Styles P, Defari, Rapsody, Krondon und noch ein paar mehr. Die bringen dem Ganzen auch die größteAbwechslung, die ihm recht gut tut. Ansonsten: souveränes Album, angenehmer Input für Fans, für alle anderen keine allzu großen Neuigkeiten.

Summers Sons – Undertones EP

Sehr entspannt oldschooliger Rap aus Bristol/London, veröffentlicht über das Kölner Label Melting Pot Records. Allein, dass Twit One das Duo bestehend aus Slim (Beats) und Turt (Raps) aus dem Untergrund gefischt und auf seine Platte „Hay Luv“ geholt hat, sollte Qualitätsmerkmal genug sein. Mit viel Ruhe und Jazz begehen die beiden ihr Debüt und begleiten unsere grauen Regentage perfekt.

Pierre Sonality – Miami 420

Der Vater der Funkverteidiger macht auf „Miami 420“ nicht viel neu, aber alles ein Stück perfekter als alle Alben zuvor. Der Sound ist rund, entspannt und klingt, als hätte er das ganze Album aus der sonnenbeschienenen Hängematte heraus geschrieben. Die Beats sind selbstgeschmiedet, die Cuts kommen von Dennis aus Europa und wenn das wirklich das letzte Album des Bördekreislovers ist, hat er etwas geschafft, was nur sehr wenige emeritierte Rapper hinbekommen: Kein wackes Album rausgebracht.

Kaas – Zucker EP

Kaas macht den Drizzy. Er war in gewisser Weise schon immer das Orsons-Viertel, das die Boygroup in Richtung Charts gezogen hat – Auf seinem neuen Soloprojekt gibt es dementsprechend fünf Hits. Man könnte sie auch Pop oder Schlager-Rap nennen, aber das ist schon ok. Aus seiner männlichen, heteronormativen Perspektive erzählt er Geschichten zwischen Liebeskummer, Bettgeschichten und der Suche nach dem Glück und das ist auch irgendwie alles hörbar. Lieber Pop als die Jamaica-EP, die wir als letztes von ihm bekommen haben.