Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Wir haben diese Woche nicht nur die Berliner Fashion Week, sondern auch den Jahrhundertsturm Friederike heldenhaft überlebt, nur, um euch an dieser Stelle die beste neue Musik zu präsentieren. Es war uns eine Ehre.

Juicy J – #shutdafuckup

Uff, was soll man da noch groß dazu sagen? Wir sind dem Juicy J-$uicideboy$-Cocktail schon bei „Highly Intoxicated“ voll und ganz verfallen. Dass diese perfekte Kombination nun weitergeführt wird, ist, als wären unsere Gebete erhört wurden. Die Produktionen werden ein weiters mal großteils von den $uicideboy$ gestemmt und oben drauf gibt’s noch Features von Lil Peep, Lil Pump, Cardi B und eineigen mehr. Highlight bleibt aber ganz klar der Track mit unserem Crybaby. Rest in Peace, Lil Peep.

SiR – November

Auf SiRs erster LP als TDE-Signing geht es hauptsächlich um ein ihm altbekanntes Thema: Die Liebe. Dennoch kein Süßholzgeraspel, keine Ehegefühle, vielmehr dreht sich der Kalifornier textlich stets um eine romantische Unsicherheit, die durch innere und äußere Umstände geschaffen wird. Musikalisch folgt SiR weiterhin einem aktuellen Trend des R’n’B-Genres, zu seinen Wurzeln zurückzufinden, so klingt alles sowohl etwas old-schoolig als auch zarter als der futuristische Chart-Arm der Szene (Grüse an Justin Timberlake). Die zwei Featuregäste (ScHoolboy Q & Etta Bond) sind auf den im Vorfeld veröffentlichten Singles zu bewundern und dann reicht es auch. Den Rest kriegt SiR nämlich einwandfrei alleine gestemmt.

Rejjie Snow – Dear Annie Vol. 1

„Dear Annie Vol. 1“ scheint der erste Teil von etwas zu sein, das sich bis zum 16. Februar zu Rejjie’s Debütalbum entwickeln soll. Dazu gab er dem Fader folgende Aussage: „I wanted it to feel like you’re slowing dying and losing your mind throughout [the album].” Wir sterben nach dem ersten Song (inkl. Aminé-Feature) erstmal einerseits am Liebeskummer-Mitgefühl und andererseits am Ohrwurmfaktor. Und das wiederholt sich mit jedem Track, ohne langweilig zu werden. Im Gegenteil liegt hier einfach eine wunderschöne EP vor uns, die uns wohl noch einige Zeit begleiten wird. Wir schwören, das sind Regentropfen unter unseren Augen.

Joey Bargeld – 1.1

Neues aus der KitschKrieg-Familie: Schützling Joey Bargeld kann nicht nur verdammt gut Support für Trettmann spielen, sondern kommt jetzt auch mit seiner zweiten EP um die Ecke. Man nehme den vibigen Approach des Großmeisters Tretti und mische ordentlich Roughness unter – denn Joey kommt (lt. eigener Aussage) von der Straße – Schon hat man eine EP, die auch 2018 Straßenrap auf ein neues Level im Hinblick auf Musikalität hievt. Das einzige Feature auf dem vier Tracks zählenden Release stammt von Bonez MC und bleibt damit auch irgendwie in der Fam. Die kurze Spielzeit bleibt ein Manko, das sich wohl nur durch ein richtiges Albumrelease beheben lässt. Joey, du bist dran.

Dexter – Nicht auf Arbeit sondern Tour EP

Dexter geht demnächst auf Tour und was wäre eine Liveshow schon ohne ein paar zum Turn Up passende Bonustracks? Genau, immer noch eine geile Show. Trotzdem hat uns Dexy mit einer vier Track starken EP beschenkt, auf der nochmal alle Homies gefeaturet sind, von Newcomer Kuchenmann bis AbFfL Jaques Shure. Und wer nicht auf die EP gepasst hat, ist zumindest in der Videoauskopplung zu sehen. Die Beats sind nochmal stimmungsmäßig hochgeschraubt, die Texte gewohnt selbst- und rapreferenziell und alles schreit nach Zugabe. Die gibts auch in Form der beiliegenden Instrumentals.

Aem16 & Apfel – Schwarz/Wald

Viel ist passiert, seitdem wir euch 2015 das Rapper-Produzenten-Team in einer splash! Mag-Premiere vorgestellt haben. Der Wohnschwerpunkt verlagerte sich von Freiburg nach Berlin, die Jungs aus der Schaft sind zumindest in Kennerkreisen durch Teenie-Produzenten-Legende Kuso Gvki wohlbekannt. Entwicklung spürt man auch auf der neuen Platte der beiden: Die jazzigen Beats sind feiner ausproduziert und weisen mehr Struktur auf, die Texte gehen tiefer und sind pointierter geschrieben. Aus den Freiburger Spaß-Rappern wurden ernstzunehmende Untergrundkünstler.

Ozoyo – Lost Beats

Ein Beat-Tape aus Istanbul oder einfach ein Geschenk an unsere wärmesuchenden Seele. Irgendwo zwischen wunderschön organischen Beats, feinen Jazz-Anleihen und der immer benötigten Dosis Hip Hop liefert Ozoyo die perfekte musikalische Unterlegung für’s kalte Wochenende. Also ab auf’s Sofa, ein Gläschen Tee (vielleicht mit Rum) und ab in die Soundwelten von Ozoyo.