Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Langsam aber sicher sind wir nach der ganzen Festtags-Völlerei und dem Silvester-Trubel wieder auf dem Boden der Rap-Tatsachen angekommen. Das ist womöglich auch der Grund, wieso unsere heutige Weekly-Liste wieder etwas besser gefüllt. Also, hinsetzten, zuhören und nochmal eure Vorsätze für’s neue Jahr überdenken.

Maxo Kream – Punken

Über ein Jahr nach seinem „The Persona Tape“ gibt’s nun endlich das Debütalbum des Housten-Rappers. Und wie es sich für den ersten, offiziellen Eindruck eben gehört, wird der Featureanteil herunter geschraubt und der Fokus auf Maxo gleichzeitig aufgedreht – mit Trippie Redd, D Flowers und 03 Greedo bleiben die Gastbeiträge unaufdringlich und fein selektiert. Und wenn es zur Songauswahl kommt, steht ganz klar „Bussdown“ an der Spitze – und das nicht nur, weil Maxo auch unser Fitnesscoach ist.

Lil Skies – Life of a Dark Rose

Lil Skies war plötzlich da und niemand weiß so recht, woher er kam. Sein Video zu „Red Roses“, bei dem Cole Bennett Regie geführt hat, steht mittlerweile bei 23 Millionen Views, der Nachfolger „Nowadays“ bei 19 Millionen – Tendenz steigend. Der perfekte Zeitpunkt also, ein neues Mixtape zu veröffentlichen. Die darauf enthaltenen Songs könnte man als hypnotisierend beschreiben, was gleichsam faszinierend wie einschläfernd bedeuten kann. Sehr viel Innovation bringt Lil Skies zwar nicht, rückt die melodisch-wolkige Tendenz im aktuellen Rapgame aber noch ein Stück weiter in Richtung Perfektion.

Haiyti – Montenegro Zero

Output-Königin Haiyti hat uns die letzten Jahre mit einem Song nach dem anderen beglückt – Ende letzten Jahres hat sie bei Universal gesignt und kurz inne gehalten. Das Ergebnis davon ist ihr Major-Debüt „Montenegro Zero“. Ob sich dadurch was geändert hat? Nicht wirklich. Auch auf „Montenegro Zero“ vereint unser liebster Girlboss-Gangster Kunsthochschule mit Straße und die großen Gefühle mit Prollerei. Soundtechnisch reizt sie die volle Palette aus: Dancehall-Banger, romantische Balleden und NDW-angehauchte Pop-Hits. „Montenegro Zero“ – das Album für die ganze Familie.

Klap$e Mane – Ein Leben auf Droge

„Ich sehe schwarz aber ziehe weiß“ – Die Hook von „Lila Kreis“ könnte kaum besser als Motto des Debüt von Klap$e Mane dienen. Denn darauf wird alles abgehandelt, womit sich ein junger, depressiver Pimp in der Großsstadt so herumschlagen muss. Die stimmliche Präsenz ist beachtlich und die Beats bewegen sich zwischen Trip und Trap, insgesamt könnte dieses Tape kaum mehr nach Berliner Jugend klingen. Steglitz ist back on tha map!

Chima Ede – Sand EP

Wir durften diese Woche einem äußerst seltenen Ereignis beiwohnen: Chima Ede hat ein Release veröffentlicht. Insgesamt ist das die dritte EP, die erste seit April 2016. Auf fünf Tracks breitet Chima recht persönliche Themen aus, mal leicht melancholisch, mal optimistisch. Die Beats sind dabei stimmig und modern, rennen aber keinen Trends nach, das einzige Feature (OG Keemo) extrem gut gewählt. „Alles selber aufgebaut und ich schwör ich hör nicht auf“ – Vielleicht wird ja 2018 endlich sein großes Jahr, wir würden uns freuen.

Monk – Monk EP

Noch mehr Berlin-Rap. Diesmal Schöneberg, genau so viele Drogen, dafür noch mehr Trap und weniger Gangster. Monk liefert zwischen Autotune-Gesangspassagen und innovativen Flows humorvolle Untergrund-Raps, die Features kommen von den üblichen BHZ-Crew-Genossen. Male Gaze-Sex-Rap finden wir in weiten Teilen zwar immer noch recht cringy, ansonsten ist das aber eine sehr entspannente, unterhaltsame EP, die wir gerne weiterempfehlen.

KO-OP – Season 1

Was KO-OP ist, haben wir an anderer Stelle schon erklärt. Das Beat-Projekt des Kölner Labels MPM hat zum neuen Jahr seine erste Staffel abgeschlossen und dementsprechend in voller Gänze veröffentlicht. 14 Beats führen uns durch die junge Beatmakerszene aus aller Welt und eignen sich nicht nur als Hintergrundgeräusche, wenn man die eigene Einsamkeit ohne Musik nicht erträgt, sondern stecken auch voller liebenswerter Details, die es lohnt, aktiv zu hören.