Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Endlich ist wieder Freitag. Diese Woche war nicht besonders ereignisreich, das ist aber keines Falls etwas schlechtes – so kann man sich neben dem ganzen Rap-Kram nämlich endlich mal auf’s echte Leben konzentrieren (LOL Joke, Rap ist unser Leben). Ihr merkt: unsere Einleitung wird immer witziger und die Tapes immer besser. Habt Spaß!

LGoony, Crack Ignaz & Soufian – New Level

Schon als sich im Januar 2016 LGoony und Crack Ignaz auf dem „Aurora“-Tape zusammenfanden, gab es im ersten Moment einige Zweifler – An ersterem haftete schon einige Weile die Debatte darüber, wie „real“ Rap sein müsse, letzterer wurde bis dahin irrtümlicherweise eher in die meistens trapferne Ecke seines Labels Melting Pot gesteckt. Doch das Tape überzeugte, die Vibes der Beiden harmonierten perfekt und so mauserten sie sich zu Stars des Deutschrap-Nachwuchses. Beim Kampf der Generationen beim diesjährigen Soundclash dürfen sie dementsprechend nicht fehlen, ins Team geholt haben sie dafür noch den Azzlackz-Youngster Soufian. Und wieder: Der 19-Jährige fügt dem Ganzen ordentlich Street-Cred und Roughness hinzu, von seinen Flows mal ganz abgesehen. Das Team New Level geht damit für uns mit dieser fünf Track starken EP schon vorab in 1:0-Führung.

Mick Jenkins – or more; the anxious

Das eigentlich für Oktober angekündigte „Another Mickstape“ bleibt uns der Rapper aus der Windy City weiterhin schuldig, dafür kam diese Woche überraschend „or more; the anxious“. Das erste größere Release seit dem Debütalbum soll laut Jenkins‘ Aussage das erste einer Serie sein, die das Publikum auf die musikalische Entwicklung hin zum nächsten Album vorbereiten soll. „As creatives we live in a world of time constraints imposed by illusive industry standards, anxious demands of appreciators, or even our own self reflections.“ Gut, dass Mick Jenkins weiß, wie er damit umgehen kann. Auf sieben Anspielstationen präsentiert sich hier ein durchweg solides Tape auf soulig-jazzigen, aber eher düsteren Beats, die Lyrics sind gewohnt selbstbewusst und -reflexiv. Besonders aufpassen sollte man beim lebhaften Storytelling auf „Brooklyn Vampire“ und dem großartigen THEMPeople-produzierten Featuretrack mit Saba.

DRAM – #1HappyHoliday

Ja verdammt, wir lieben Weihnachten. Aber nur wegen dem geilen Essen, der Lichterketten und der Musik – Christmas-Songs sind nämlich die besten Songs überhaupt. Und wären wir Musiker, würden wir das ganze Jahr über nur Weihnachtslieder droppen (Joke?). Deshalb freut es uns umso mehr, wenn auch in unserer geliebten Rap-Welt immer mal wieder X-Mas-Tapes auftauchen. Das erste dieses Jahr kommt von DRAM und bringt uns früh genug in Weihnachtsstimmung. Souliger Gesang, obligatorische Glöckchen und ein Feature-Part von DRAMs Mama – einfach schön!

Henace – Late Pick Ups

Willkommen im Beatcorner! Eine kurze Webrecherche zum neuesten Debütanten auf dem Mainzer Label Sichtexot ergibt nicht besonders viel: Der junge Herr scheint aus Mainz zu stammen, veröffentlicht seit Sommer 2015 Musik auf Soundcloud und Bandcamp. Das neue Album gibt es quasi seit der Minute des Bandcamp-Release‘ auch in voller Gänze auf Youtube, wo es von der Chillhop-Community durchgefeiert wird. Die Musik von Henace ist nämlich sowohl wunderbar zum Hin-, als auch zum Weghören und Runterkommen. Sie steckt voller Jazz und Soul, ab und zu wird ein kleiner Vocalcut eingestreut. Features kommen von den Producer-Kollegen nalim und Uwe, über die ebenso wenige unwichtige Details bekannt sind. Wichtig ist: Es hört sich gut an, es steckt Liebe drin, es ist dope. Viel Spaß!