Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Letzte Woche haben wir vier Alben vergessen, diese Woche haben wir dafür drei Tapes besprochen, die dann doch nicht erschienen sind. Tja Leute, das ist Rap und wir lieben es (nicht immer). Aber Spaß beiseite, hier gibt’s wieder die Mixtapes, EPs und Alben der letzten sechs Tage, die ihr unbedingt gehört haben solltet. Viel Spaß, Rap, schönes Wochenende, Peace Out.

Celo & Abdi – Diaspora

„Immer noch, immer noch – Ce & A auf der Jagd jeden Tag“ – Auch nach sechs Jahren in der Deutschrap-Elite haben die beiden ihren Hunger nicht verloren. Im Gegenteil: Die Beats klingen moderner, die Raps sortierter und irgendwie einfach on Point. Man bekommt das Gefühl, Celo & Abdi haben sich bei wirklich jedem Song richtig reingehängt. Nichts hieran ist belanglos, nichts klingt dahingerotzt, in Allem steckt irgendwie irgendwo ganz viel Wahrheit. Featuremäßig hält man’s mit den Jungs: Hanybal, Nimo, Capo, LX, Capital Bra, Olexesh. Ja, geil!

Dexter – Haare nice, Remix fly

Nachdem Dexy im Juni sein langersehntes erstes Solo-Rap-Album rausbrachte, erscheinen nun Neuinterpretationen ausgewählter Songs als Remix-LP. Beatnerdshit! Glenn Astro und Hubert Daviz liefern housige, aber entspannte Beats, Suff Daddy, Fid Mella und Maniac funky Bretter. Und irgendwie switcht alles nochmal mit der Mine-Kollabo auf dem Remix von „Keinen Tag Tauschen“. Die Sängerin liefert einen kleinen Gastpart und einen Beat, dessen Drum-Arrangement unser Herz höher schlagen lässt. Und wer den Kinderarztrap nicht mag, hört einfach nur die beiliegende LP mit den Instrumentals.

Meyhem Lauren & DJ Muggs – Gems From The Equinox

Cypress Hills DJ Muggs liefert seit über einem Jahrzehnt Bretter für verschiedenste Rapper, Kollaborationsalben unter anderem mit GZA, Ill Bill und Planet Asia. Diesmal mit Untergrundhoffnung Meyhem Lauren, der uns erst letztes Jahr seine „Piatto D’Oro“ serviert hat. Der spuckt die Lyrics rough über Muggs‘ soulige Beats und auch die Featureliste kann sich sehen lassen: Unter anderem stehen da Conway, Roc Marciano, Action Bronson (dreimal!) sowie ein posthumer Part von Sean Price. Das hier ist wohl das Street-orientierteste Album des heutigen Releasetags – es stimmt einfach alles.

Yo Gotti – Still I Am

Da muss erst Nicki Minaj daherkommen, dass es Yo Gotti in die Charts schafft. Dann landet der Song nicht nur auf dem Mixtape, sondern auch auf dem neuen Album „I Still Am“, dem Nachfolger des 2013er „I Am“. Und auf beiden Veröffentlichungen bleibt er der spannendste Song. Irgendwie hat man das Gefühl, Yo Gotti könnte mehr als das, was er seit über zehn Jahren macht. Aber irgendwie kommt es auch nicht dazu. Mehr Produktionen wie auf „Back Gate“ oder „2809“, weniger Trash-Features und das Album sähe schon ganz anders aus.

Snoop Dogg – Make America Crip Again

Wäre heute sonst absolut nichts erschienen, würden wir euch das neue Snoop-Album empfehlen. Zum Glück gibt es aber Alternativen. Das Album ist natürlich nicht schlecht, macht aber auch rein gar nichts neu, nicht mal modern. Man erwartet zwar von Doggy Dog nicht, dass er nach fast 25 Rap-Jahren was komplett anderes macht, trotzdem würde man sich hin und wieder ein bisschen Innovation wünschen. Das heißt dann aber nicht, dass man zwanghaft mit Autotune hantieren muss oder diese fragwürdigen Chris Brown-Features notwendig hat. Auch textlich wird’s nicht wirklich interessant, obwohl der Albumtitel auf harte Schellen gegen Trump hoffen lässt – nicht mal der Titeltrack, der sich noch am ehesten mit etwas wirklich wichtigem auseinandersetzt, wird niemanden eine Erleuchtung sein, der sich in seinem Leben schon mal mit politischem Zeitgeschehen beschäftigt hat.

OG Keemo – Neptun

Das neue Chimperator-Signing liefert die erste EP auf Instrumentales seines Sidekicks Funkvater Frank. Und die Beats sind enorm funky, irgendwie Boom-Bap, aber auch erfrischend modern. OG rappt sehr entspannt darüber, Flow und Stimme arbeiten einfach gut zusammen und alles ist irgendwie catchy. Alles in allem eine gute Rap-Rap-EP, mit der der Mannheimer beweist, was er kann und die insbesondere Lust auf mehr Songs wie „Henry Fonda“ macht, auf denen er auch textlich etwas mehr in die Tiefe geht.

Hamza – 1994

Könnt ihr euch noch erinnern? Damals, als Hamza noch cool und innovativ war. Damals, als uns der junge Belgier mit Tracks wie „Minimu“ oder „La Sauce“ eingeredet hat, dass er einer der nächsten großen Franz-Rap-Wunderkinder sein wird. Dieses Versprechen ist mittlerweile zwei Jahre her und seitdem hat sich nicht wirklich viel getan. Zwischendurch hat er dann noch mit „Zombie Life“ eine EP voller düsteren Trap-Brettern gedroppt, dann gab’s ne Afro-Trap-EP und nun nach „1994“ wirkt alles so, als wüsste Hamza selber nicht ganz was er denn eigentlich machen will. Das Album ist nämlich ein wirres Gemisch aus Dancehall-Beats, Pop-Songs und geleckten Club-Trap. Vielleicht würde es der Text rausreißen, dazu fehlen uns aber ganz einfach die Sprachkenntnisse.

L’Orange – The Ordinary Man

Und bevor wir uns dann mit dem französischen Rap rumschlagen, den wir nicht verstehen und nur hören weil es gut klingt (bzw. gut klingen sollte – ja, s/o Hamaza), hören wir lieber einfach das neue Album des Producers „L’Orange“. „The Ordinary Man“ ist hauptsächlich mit wohlklingenden Instrumentals gefüllt. Ein paar Features gibt es, beispielsweise von Oddisee, Elzhi, Blu und Del The Funky Homosapien und damit schon mal von vier Untergrunddauerbrennern. Die Songs sind ausnahmslos funky und trotzdem schön beruhigend, aber vor allem nie langweilig. Vokal- und Instrumentalsamples harmonieren wunderschön und alles verändert sich in angenehmen Abständen. Ganz eindeutig: Hörempfehlung!

Rico Nasty – Sugar Trap 2

Als wir vor einem Jahr das erste Mal über Rico Nasty gestolpert sind, waren wir noch ein wenig skeptisch. „iCarly“ war zwar mehr als authentisch, catchy und vor allem: wie könnte man einen Track namens „iCarly“ nicht gut finden (ja, die Serie war killer!). Trotzdem verblieb man unschlüssig darüber, ob Nasty weiter nach oben klettern wird. Der Sound war irgendwie nicht stimmig, doch die Bars waren damals schon straight forward ins Face aller Hater. Ein Jahr später sind wir nun bei „Sugar Trap 2“ angekommen und ja, wir sind überzeugt. Zwar wird’s ästhetisch teilweise etwas verwirrend und man kann sich sicher sein, dass die DMV-Rapperin mehr als polarisieren wird, doch hat sie sich in der kleinen, süßen Sugar Trap-Niesche ihr klebendes, mächtiges Königreich aus Zuckerwatte, verspielten Beats und harten Bars zusammengebastelt, das sie nun stolz regiert. Welcome to her Sugar Trap!

Yellow Days – Is Everything Okay In Your World?

Ja, bei uns ist alles okay. Es ist bald Feierabend und wir wurden diese Woche mal wieder mit unglaublich viel gutem Output verwöhnt. Und zwischen all dem Rap, hat sich mal wieder ein bisschen Psychedelic-Rock versteckt. So verstrickt wie King Krule, so relaxt wie Mac DeMarco und so talentiert wie kaum ein anderer. Yellow Days ist gerade mal 18 Jahre alt und was für ein Wunder, er kommt aus England. Der Singer/Songwriter/Producer wandert mit seinem neuen Tape quer durch soulige Bläser und funky Gitarren-Riffs direkt Richtung Entspannung. Und weil wir nun nicht mal ausschließlich Rap hören (ja, wir geben’s zu), können wir euch Yellow Days nur wärmstens ans Herz legen.