Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Kinder, die Zeit vergeht wie im Flug. Es ist schon wieder ’ne Woche vorbei und bis Weihnachten sind’s nur noch sechs Wochen. Wir krallen uns aber noch an unsere kurzärmeligen T-Shirts und wollen es nicht wahr haben, dass der Sommer vorbei ist. Aber genug mit dem Wetter-Smalltalk: die letzte Woche war wieder prall gefüllt mit guten Tapes. Habt Spaß und ein schönes Wochenende.

Gucci Mane – Mr. Davis

Was für ein Jahr für Gucci Mane! Mit seiner Biographie hat er den Buchmarkt – sorry für den Ausdruck, aber ist so – gefickt, sein eigenes Modelabel Delantic gegründet, eine Reebok-Kollabo designt und feiert bald die wohl größte Rap-Hochzeit überhaupt. Ach ja, ein Filmscript schreibt er anscheinend auch noch. Und nebenbei droppt er nun mit „Mr. Davis“ sein zweites Album dieses Jahr. Wären wir nur halb so produktiv, könnten wir uns bald auch so viel glitzerndes Ice leisten wie der Bricksquad-Honcho. Aber ja, irgendwer muss euch doch die Tapes der vergangene Woche servieren. Also, Gucci Mane hat heute „Mr. Davis“ gedroppt, und was für ein Wunder: es ist wieder mal verdammt stabil. Während sich Migos, Slim Jxmmi, The Weeknd, Ty Dolla $ign und die restlichen Featuregäste wahrscheinlich um die Plätze auf seinem Tape geprügelt haben, hat gefühlt jeder einen kleines Stücken vom Feature-Kuchen bekommen. Trotzdem steht Guwop mit seinem schneeweißen Lächeln und seinem unvergleichbaren Flow im Mittelpunkt – auch wenn es sein gefühlt 1237948273. Werk ist. Wir knien uns erneut vor unserem Gott nieder.

Miami Yacine – Casia

Legt das „Kokaina“ zur Seite (natürlich nur symbolisch, Kokain ist verdammt schlecht für euch und illegal), denn Miami Yacines Debütalbum ist endlich da. Zwischen Karibik-Danechall-Flair, harten Straßen-Trap über ja, Geld, Frauen und Drogen eben, und Features von Zuna, Azet und der restlichen KMN Gang, liefert Miami mit „Casia“ eine musikalische Reise an den Strand, bevor es zurück in dunkle deutsche Gassen geht. Dominiert wird das Werk neben südlichen Up Tempo-Nummern, die jeden Arsch in nahem Umkreis zum wackeln zwingen, nämlich von düsteren Trap-Gewummer. Und weil ein Album nicht genug ist, hat er gleich noch eine Deluxe Version gedroppt, mit Remixe und einer KMN Street EP.2 – KMN ist die Gang!

Lou The Human – Humaniac!

Ok, Lou ist ein Mensch (lol, heute wieder Jokes am Fließband), er ist unsere neuste Entdeckung aus dem tiefen, verstrickten Großstadtdschungel in NYC (Staten Island), hat soeben sein erstes Tape gedroppt und hat anscheinenden keine Ahnung was ’ne Hook ist. Oder vielleicht hat er auch einfach keine Lust auf eingängige Hooks. Auf jeden Fall ist es mehr als egal, denn seine teils unmelodischen, hastigen Bars und zerstreuten, wirren Soundkonstrukte, sind so interessant und fesselnd, dass wir das Tape auf Dauerschleife laufen lassen. Ganz nebenbei versteckt er in seinen Texten mehr Jokes, als wir jemals machen könnten. Keine Ahnung, was aus Lou The Human werden wird und wo das alles hinführen wird, aber wir sind Fans von ganzem Herzen.

Antwon – Sunnyvale Gardens

Ja, wir sind leider ein bisschen spät dran mit dem neuen Antwon-Tape. Trotzdem wollten wir euch dieses Meisterwerk nicht vorenthalten, also voilà: „Sunnyvale Gardens“, sein erstes Solo-Projekt seit seiner 2016 „Ecstasy“-EP. Alleine schon die Featureparts lassen unsere Herzen höher schlagen – Produktionen von Kaytranada, ein Track mit Shlomo und Lil Peep (ja, whaaaat?) und ein Gastbeitrag von dem Fidget Spinner-Kid. Hallo 2017!

Caleborate – Real Person

Nach „1993“ im Jahr 2016 ist er als „Real Person“ im Jahr 2017 angekommen – und Caleborate ist echter, als je zuvor. Mit seinen vielschichtigen Soul-Samples wandert er textlich durch Beziehung, Karriere und damit verbundenen Schwierigkeiten und sogar politische Themen. Alles viel erwachsener, reflektierter und doch immer noch genau so leichtfüßig wie sonst. Und obwohl unsere Ohren immer noch an „1993“ festhängen, liefert „Real Person“ mit Songs wie „Soul“ unseren Soundtrack für den Feierabend – ganz nach sonniger West Coast-Manier.