Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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It’s Friyay! Und ja, wir machen uncoole Wörter wieder cool, yolo. Diese Woche gibt’s zwei starke Tapes aus dem regnerischen Grime-Königreich, Bones viertes Album in diesem Jahr, zwei frischgeborene Erstlinge und massig Kiffer-Romantik von Hunney Pimp. Gönnt euch und LG an 2014!

Bones – Failure

Das bereits vierte Album dieses Jahres ist alles andere als ein Fehler – Bones steigt damit nämlich weiter in den Soundcloud-Olymp auf um uns von ganz oben, mit riesigem Ego und massig Verachtung gegen die restliche Szene, das nächste Sesh-Kunstwerk zu schicken. Und jeder der bei „Failure“ die Phrase „Stanni-Bones-Album“ in den Mund nimmt, hat wahrscheinlich nicht richtig hingehört. Innovation funktioniert nämlich auch im kleinen Rahmen und muss nicht immer die Neuerfindung des Rades bedeuten. Bei Bones bedeutet Innovation so viel wie Double Time-Rap-Parts, BoomBap-infizierte Drum-Kits (die „Hi-Fi“-Produktion würde genauso gut im Pro-Era-Zuhause funktionieren) und eine weitere Abgrenzung zu seinen Death-Core-Emo-Goth-Rap-Kollegen ohne sich selbst aus den Augen zu verlieren. Wir trauen uns zu behaupten, dass „Failure“ wohl eines seiner bis jetzt stärksten und überraschendsten Alben überhaupt ist.

Giggs – Wamp 2 Dem

Was passiert? Giggs droppt einfach so, ohne irgendeine Vorwarnung „Wamp 2 Dem“ – sein erster Langzeitspieler seit dem 2016 releasten Album „The Landlord“. In wenigen Sekunden wird im ersten Track die Stille um Giggs herum mit einem Nussknacker-Klavier-Sample (erinnert zumindest sehr stark daran, wir lieben Weihnachten) vernichtet und man erinnert sich wieder daran, wie sehr man den Grime-Honcho eigentlich vermisst hat. Der hat sich in den letzten Monate nämlich bis auf die Gastbeiträge auf Drakes „More Life“ nicht wirklich blicken lassen. Aber vergeben und vergessen, Giggs – vor allem mit diesen Features.

Hunney Pimp – Schmetterlinge

Der österreichische (Noch-)Geheimtipp Hunney Pimp hat uns schon mit ihrem Debüt „Zum Mond“ mehr als überzeugt. Mit ihren romantischen Liebeskummer-Rap säuselte sie sich süß in unsere verletzlichen Rap-Herzchen hinein und hat da einen ganz besonderen Platz eingenommen – denn die Oberösterreicherin spricht uns aus der Seele. Auch auf ihrem aktuellen Tape schwebt sie grazil wie ein „Schmetterlinge“ zwischen dunkelblauem Weltschmerz und weißen Rauchwolken daher und bettet uns mit ihrer sanften Stimme auf einem Tulpen-Bett aus wohltuender Melancholie.

Lil Pump – Lil Pump

Eine Handvoll Tracks haben bei Lil Pump völlig ausgereicht, um sich im Rap-Kosmos zu festigen – mit gerade mal 17 Jahren hat sich der Miami-MC in einem Jahr zu über 500K Soundcloud-Follower und YouTube-Klickzahlen im Millionenbereich hinaufgetrappt. Nun liefert er mit „Lil Pump“ einen Erstling, der alle Early-Adopter (Gott, was für ein dummes Wort) seiner Musik in ihrer frühen Liebe bestätigt. Mit hochkarätigen Features von Gucci Mane, Rick Ross, Chief Keef und noch einigen mehr, die wie ein Gütesiegel auf dem Langzeitspieler kleben, wird das Tape zu einem Hybriden aus lila Lean Lines, Dolla $igns in der Luft und einem Engelschor der himmlisch „Gucci Gang Gucci Gang Gucci Gang“ jubelt.

Trippie Redd – A Love Letter To You 2

Man liebt ihn, oder hasst ihn – mit seinem Mix aus roughem Facetatt-Drug-Swag, romantischem R&B, schnulzigem Pop und immer wieder mal straighten Rap-Parts hat er sich eine gemütliche Nische im Soundcloud-Universum eingerichtet, aus der er uns mit „A Love Letter To You 2“ den nächsten Pop-Rap-Mix schickt. Zwar haben Tracks wie „Back Of My Mind“ einen leichten, bitteren Radio-Hook-Beigeschmack, doch bleibt Trippie das sympathische Babyface, das mit seinem Tape ein verdammt eingängiges, genreprägendes Werk abgeliefert hat.

AJ Tracey – Secure The Bag!

Ok, was für ein schöner Tag heute! Erstens ist Freitag (Fast-Feier)-Abend, das mach das heutige Datum schon mal besonders angenehm. Und dazu kommt noch, dass wir zwei unglaublich starke Tapes aus England geschenkt bekommen haben. Entweder hatten wir das einfach nicht auf dem Schirm, oder wir haben es absichtlich wieder vergessen, damit die Überraschung größer ist (letzteres natürlich!). Aber egal, denn so oder so läuft die AJ Traceys „Secure The Bag!“-EP schon den ganzen Tag auf Dauerschleife. Für den UK-Youngster selbst ist es aber nur der nächste Schritt auf der Karriereleiter nach ganz oben und ein weiteres schlagkräftiges Argument dafür, dass AJ scheinbar keinen Tellerrand kennt.

Kelela – Take Me Apart

Bei Kelela dauert alles ein bisschen länger: Vor vier Jahren hat sie mit „Cut 4 Me“ ihr erstes Mixtape releast, 2015 erschien dann ihre „Hallucinogen EP“, bis wir nun endlich ihr Debütalbum in den (virtuellen) Händen halten. Aber ihr wisst: Gut Ding will Weile haben und „Take Me Apart“ ist sehr wohl gut Ding. Auch wenn alles teilweise sehr popinfiziert ist („LMK“), verliert man sich immer wieder in ihrer wunderbar souligen Stimme, die sich an den teilweise experimentellen Beats festklammert.