Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Und wieder haben wir eine (beinahe) erfolgreiche Arbeitswoche überstanden – um euch den Einstieg ins Wochenende zu versüßen, haben wir wieder einmal die besten Releases der letzten Tage gesammelt. Also, hört zu und genießt das Weekend.

Young Thug & Carnage – Martha EP

If Young Martha don’t trust you, I’m gon‘ shoot you. „Young Martha“, die kurze EP von Carnage und Young Thug ist draußen und soll das neue „Slime Season“ werden, was heißt: Mehr Musik von Thugger! Und gleichzeitig der immer wiederkehrende Herzschmerz, wenn er sich nicht an Releasedates hält. Aber konzentrieren wir uns auf das aktuelle Werk: „Young Martha“ ist musikalisch nicht sonderlich spektakulär, mit der ersten Auskopplung „Liger“ wurde auch der beste Song der EP schon gestern veröffentlicht. Der Abschlusstrack „Don’t Call Me“ lässt durchscheinen, dass Carnage in Vergangenheit mit Avicii, Hardwell, Martin Solveig und Co. zusammengearbeitet hat. Aber immerhin ist die Story hinter dem Titel süß: Carnage hat eine Doku über Martha Stewart a.k.a. „Amerikas beste Hausfrau“ gesehen und war so beeindruckt von ihrer Bosshaftigkeit, dass er die EP nach ihr benennen wollte. Aww.

Kalim – Thronfolger

Vor nicht mal einem Jahr erschien Kalims Studiodebüt „Odyssee 597“ und schon erscheint der Nachfolger, genaugenommen der „Thronfolger.“ Wie gewohnt zieht sich der rote Faden vom brachialen Hamburger Straßenrap durch das Album, aber man merkt auch, dass Kalim erwachsen geworden ist. Er zeigt sich oft nachdenklich, wie auf „1994“, aber auch die gewohnten Banger, die dazu verleiten, im Sommer mit dem Arm aus dem Fenster durch die Stadt zu fahren wie „38“ mit Gzuz und GriNGO44 oder „Tresi“ mit Luciano bleiben nicht aus. Insgesamt liefert Kalim die perfekte Mischung, die zeigt, dass die Features mit Bedacht gepickt wurden. Ob Ace Tees 90er-Soul oder Trettmanns Dancehall-Vibes, jeder Gast ergänzt „Thronfolger“ um seinen eigenen Sound und macht es zu einem abwechslungsreichen, aber runden Album.

Juicy J – Highly Intoxicated

Es sind laute Schreie durch Berlin gegangen, als wir Montag Abend den ersten Downloadlink zur Juicy J–$uicideboy$-Kollabo entdeckt haben. Schon vorab: Es mitunter das Beste, was uns dieses Jahr zu Ohren gekommen ist. „Highly Intoxicated“ ist keine „richtige“ Kollabo, so haben die $uicideboy$ aber neben Southside, DJ Smoky666, TM88 usw. dennoch den größten Produktionsteil gestemmt. Natürlich zieht sich der düstere $uicide-Sound durch das Tape, wobei man nicht vergessen darf, das dieser hauptsächlich Three 6 Mafia-inspiriert ist. So ist „Highly Intoxicated“ ein reines Referenzen- und auch Juicy-J-Selbstreferenzen-Massaker, was selbst alte Rapherzen wiederbelebt. Favoriten: „Freaky“ feat. A$AP Rocky & $uicideboy$, „Kamasutra“ feat. Cardi B und „Call My Lawyer“. SLOB ON MY KNOB!

BSMG – Platz an der Sonne

Genug Düsterheit, wir lassen jetzt die Sonne in unsere Releaseliste und in unsere Herzen. BSMG, das Moabiter Dreiergespann bestehend aus Megaloh, Ghanaian Stallion und Musa, haben mit „Platz an der Sonne“ das perfekte Album für das Ende des Sommers abgeliefert. Aber der fröhliche Sound und die positive Attitüde soll nicht täuschen. Auf „Platz an der Sonne“ werden wichtige und ernste Themen wie (Alltags-)Rassismus, dessen Ursprünge im Kolonialismus, die Suche nach der eigenen Identität und so weiter angesprochen. Aber besonders wichtig – die Kombination aus Sound und Inhalt sorgt vor allem für eines: Empowerment.

Edwin – DU WEISST AS EH

Direkt aus Gerards FuturesFuture-Talentschmiede liefert uns Edwin a.k.a der charmanteste Wiener überhaupt mit „Du weißt as eh“ seinen ersten Langzeitspieler. Mit seinem sympathischen Wiener Dialekt wandert er irgendwo zwischen Jugendchor-Singsang und Laid-Back-Sprechgesang und hat uns damit ab der ersten Sekunde an mehr als verzaubert – so süß wie „Kokosbusserl“ und eben ein echter „Gentleman“. Ach ja, Shoutout an den Pfeif-Part auf „Ocean“, wir haben ganz vergessen wie cool sowas sein kann.

Alex Wiley – Synthia, Pt. 1: Dial Tone

Alex Wiley ist unerklärlicherweise immer noch ein Geheimtipp, der sich großteils nur durch Nerd-Playlists zieht, obwohl der in Chicago geborene, jetzt in LA lebende MC schon seit 2012 regelmäßig mehr als stabile Tapes releast. Auch auf Chance The Rappers „Coloring Book“ sollte er eigentlich vertreten sein, doch aufgrund irgendwelcher Clearing-Probleme und Leaks landete der Feature-Track „Grown Ass Kid“ mit Mick Jenkins dann doch nicht auf dem Tape. Aber nicht weiterhin schlimm, denn nun liefert Alex endlich, über ein Jahr nach Ankündigung, „Synthia, Pt. 1: Dial Tone“ und macht nochmal klar, dass wir ihm endlich mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.

Rapsody – Laila’s Wisdom

Im Juli 2016 verkündete Jay-Z, dass er sich Lyricism-Göttin Rapsody ins Roc Nation-Kader geholt hat – seit dem haben wir gespannt auf ihr offizielles Label-Debüt gewartet. Und nun, ein bisschen über ein Jahr später, erreichte uns in der Nacht von Gestern auf Heute endlich „Laila’s Wisdom“. Bei den Feature-Gästen für das Tape pickte sich die North Caorlina-Rapperin wohl die Top-MCs quer durch die Rap-Bank – von Busta Rhymes, über Bj The Chicago Kid und Anderson .Paak bis hin zu King Kendrick Lamar und Terrace Martin. Ansonsten bleibt alles, wie von HipHops-#1 Powerfrau erwartet: schlagkräftiger, genialer Lyricism und energiegeladene Instrumentals.