Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

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Das beste an dieser Weekly-Release-Liste ist, dass sie das Ende einer weiteren überstandenen Arbeitswoche symbolisiert. Dazu kommt noch, dass diese Woche wieder verdammt geniale Tapes dabei sind. Lil B The Based God hat endlich sein „Black Ken“-Mixtape releast. Ferg macht mit „Still Striving“ den Month Of The Mob noch schöner, Lil Peep liefert seinen Erstling und noch so viel mehr!

Lil B – Black Ken

„History!!! This extremely rare collectable is produced and composed by „The Basedgod“. This Lil B’s first official mixtape. I love you!“ – eine Soundcloud-Caption die mitten ins Herz trifft. Denn als unser aller Basedgod das Release seines lang ersehnten „Black Ken“-Mixtapes ankündigte, stand die Welt für ein paar Sekunden still. Sieben Jahre sind vergangen seit er das Cover veröffentlichte und uns darauf vorbereitet. Nun beschenkt uns der Godfather of Positivity, unser aller Schutzengel endlich mit diesem musikalischen Diamanten – ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Mehr können und wollen wir dazu nicht sagen, denn keine Worte dieser Welt können Lil B und sein Schaffen jemals gebührend beschreiben.

A$AP Ferg – Still Striving

Mit „Still Striving“ erreicht der „Month Of The Mob“, der uns bereits einige Songs. Videos und A$AP Twelvyys großartiges Debütalbum beschert hat, seinen vorläufigen Höhepunkt. Fergie löst sich ein wenig von seinem Weg zwischen tiefpersönlichen Songs und EDM-Geballer, den er noch auf seinem Album „Always Strive & Prosper“ verfolgte, sondern findet zurück zu tatsächlichen Hits. Dazu holt er sich Unterstützung von allem, was Rang und Namen hat und präsentiert uns Banger nach Banger. Ob das Harlem-Gipfeltreffen mit Cam’Ron („Rubber Band Man“), einen New School-Remix („Matress“) mit Famous Dex und Playboi Carti oder den Oldschool-Remix („East Coast“) mit Busta Rhymes und Snoop Dogg – mit „Still Striving“ haut der Hood Pope sein bisher bestes Solo-Werk raus!

Lil Peep – Come Over When You’re Sober (Part One)

Teen-Angst incoming, Lil Peep hat endlich sein Debütalbum releast. Hat er sich die vergangenen Jahre fleißig in die Herzen aller Soundcloud-Fanaten und WWW-Kids gesungen, ist er nun ganz offiziell im Mainstream angekommen und von jeglichen Medien zum Posterboy einer kompletten Generation erklärt worden – eine Generation zwischen Grunge, Emo und Rap. Wir fühlen uns wieder wie 16, weinen unserem Jugendschwarm hinterher und grölen die mit Suizid- und Drogen-Lines gefüllten Texte des Long Island-Emoboys mit. „Come Over When You’re Sober (Part One“) ist ein weitere Schritt Richtung Emo-Weltherrschaft und wenn das so weiter geht, tragen wir nächstes Jahr dann wieder zehn Kilo Eyeliner und Seitenscheitel.

Dave East – Paranoia: A True Story

Nachdem der Harlem Rapper im September 2016 bei Def Jam unterschrieben hat, warten seine Anhänger auf sein erstes großes Studiorelease – ein halbes Jahr später hat das Warten endlich ein Ende. Dave East releaste mit „Paranoia: A True Story“ eine 13 Track starke EP, die neben ziemlich stabilen Soloauftritten mit hochkarätigen Gästen besetzt ist. Neben Wiz Khalifa, French Montana und Chris Brown (den wir mit gutem Gewissen einfach mal ignorieren) ist auch Daves Mentor Nas auf dem Tape vertreten, der außerdem auch als Executiv Producer seine Finger im Spiel hatte. Man muss zugeben, dass „Paranoia: A True Story“ keinesfalls ein weltbewegendes Meisterwerk ist, sondern viel mehr ein Label-Erstling, der die Spannung auf kommende Projekte steigen lässt: mit dem Herz auf der Hand.

BRKN – Einzimmervilla

Strahlemann BRKN hat seinen Weg offensichtlich gefunden – auf „Einzimmervilla“ verbindet der Berliner Sänger/Rapper seinen melodiösen Singsang mit zwar poppiger, aber angenehm akustisch und handwerklich gut geklöppelter musikalischer Untermalung. Mit Radio-freundlichen, augenzwinkerndern und sympathischen Texten schafft er mit Bravour den Spagat zwischen Masse(nkompatibilität) & Klasse. Daraus entsteht ein eigenständiges Soundbild, das dem Album eine wunderbare Stimmigkeit verleiht und es zur wundervollsten Radiomucke macht, die man sich vorstellen kann. Lasst etwas Sonne in euer Herz. hört mehr BRKN!

Mozzy – 1 Up Top Ahk

2016: 12 Langzeitspieler. 2017: zwei Kollabo-Tapes und ab heute ein Soloalbum. Mozzy ist ein Arbeitstier, soviel ist klar und „1 Up Top Ahk“ ist nun endlich das offizielle Debütalbum des Sacramento-Rappers. Und ja, er hat sich verändert. Ist er immer noch einer der realsten MCs überhaupt, geht er viel reflektierter an die ganze Sache heran – immer noch gibt’s Lines über Drogen, Gewalt und Mord, doch findet alles in einem viel durchdachteren Konzept statt. Er selbst sagt: “Once upon a time, I didn’t talk about nothing but murder, selling drugs, and crazy shit. If you listen to my music now, it’s about the consequences of this shit.” Besser könnte man sein Tape wohl nicht zusammenfassen.

Kodak Black – Project Baby 2

Ende 2013 veröffentlichte ein damals noch unbekannter Teenager namens Kodak Black aus Florida ein Tape mit dem Namen „Project Baby“ (teilweise produziert übrigens vom Wittener Bietschmied Rooq) – dreieinhalb Jahre später ist Kodak Black Multimillionen-Rapper, kommt aber immer noch nicht ganz aus den Projects raus. Gefängnisaufenthalt, dann Fußfessel und Bewährung. Aber das alles konnte ihn nicht davon abhalten, mit „Project Baby 2“ ein 19-Track starkes Tape auf die Beine zu stellen. Und wie sein Debütalbum steht das Tape unter der Prämisse „Painting Pictures“. Zwischen Braggadocio und Stripclub-Besuchen finden sich immer wieder eindrückliche Schilderungen des alltäglichen Lebens im Project wieder. Man mag nicht immer einer Meinung mit dem „Tunnel Vision“-Rapper sein, aber er schafft es, ein kohärentes, nachvollziehbares Bild seiner Sichtweisen und Erfahrungen zu zeichnen. Melodiöse Trap-Beats schaffen die Untermalung, die wenigen Features (Quavo, XXXtentacion, sein Bruder John Wicks und JackBoy) ordnen sich stimmig ein. Man mag sich gar nicht vorstellen, was Kodak zustande bringen könnte, würde er mal ein komplettes Jahr ohne Gitterstäbe auskommen.

No Malice – Let The Dead Bury The Dead

1999 nahm das Produzententeam The Neptunes, alias Pharrell Williams & Chad Hugo, ein bis dato unbekanntes Brüderpaar aus Virginia unter seine Fittiche – Malice & Pusha T harmonierten mit ihren unnachahmlichen Flows und authentischen Drug Dealer-Storys perfekt mit den reduzierten Beats und Clipse startete ihren Triumphzug. Doch irgendwann trennten sich die Wege, Pusha wurde Präsident von GOOD Music, Malice konvertierte zum Christentum, nannte sich fortan No Malice und bekam einen Grammy als Teil eines Gospel-Albums. Nun hat No Malice mit „LTDBTD“ ein neues Album und wer Angst vor christlicher Missionierung hat, kann beruhigt sein. Hier wird nicht mehr missioniert als auf einem durchschnittlichen Kendrick-Album. Viel mehr konzentriert sich der Rapper aus Virginia voll auf seine Stärken – reduzierte, melodiöse Beats, auf denen der unglaubliche Flow immer noch eine unglaubliche Strahlkraft entwickelt. Sozialkritische Themen werden aufgegriffen, ohne dass es Oberlehrerhaft wirkt. No Malice weiß, wo er herkommt, weiß wo er hin will und hat eine klare Meinung zu den Geschehnissen, die die Staaten grade beschäftigen. Perfektes Beispiel ist die Vorabsingle „Fake News“, der soundtechnisch direkt von „Hell Hath No Fury“ stammen könnte, abgesehen von den reflektiven Verses. Auf Features wird komplett verzichtet, auf eine Clipse-Reunion wartet man also vergeblich. Nachdem No Malice aber eindrucksvoll beweist, dass er nix an Talent und Können eingebüßt hat, hofft man umso mehr!