Die besten Tapes der Woche // Weekly Release

von am

Samstag ist Weekly Release-Tag und uns gehen langsam die Ideen für sinnvolle Einleitungen aus. Denn ihr wisst: wir sammeln die besten Releases der letzten sechs Tage. Aber eine Einleitung ist eigentlich eh nicht so wichtig, denn es geht ja um die Musik – also: sieben Tapes, alle gut, viel Spaß! Bussi.

Bladee, Ecco2k, Thaiboy Digital & Whitearmor – D&G

Die Tage kursierte ein „You vs. the guy she told you not to worry about“-Meme im Interwebz. Links: Das „D&G“-Cover von Bladee, Ecco2k und Thaiboy Digital, rechts Ufo361 mit „Ich bin 3 Berliner“. Wir mussten lachen und euch unbedingt davon erzählen, denn Memes sind Memes und Memes sind lustig, aber eigentlich besteht da kein Zusammenhang, außer dass die Mund-Ästhetik von beiden Parteien gerne ausgeschöpft wird. Das „D&G“ ist übrigens irreführend, Dolce & Gabbana oder andere Luxusbrands werden kaum berappt – D&G steht vermutlich ganz einfach für Drain Gang, zu der noch Yung Sherman gehört, der sich aber nicht an diesem Tape beteiligt hat. Dafür gibt es zwei Yung Lean-Features. Insgesamt ist „D&G“ so wie erwartet: melancholisch, romantisch, verträumt, sphärisch.

Fashawn – Manna

Während sich Rap-Releases in der Regel immer verspäten, macht es Fashawn anders rum: Wie schon das 2015 erschienen „The Ecology“, droppt er auch seine „Manna“-EP ein paar Tage vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin. Aber hey, wir wollen uns nicht beschweren. Neun Tracks, keine Features bis auf ja, Snoop Dogg eben. Wer sonst? „Pardon My G“ wird dadurch, neben „Mother Amerikkka“, ganz eindeutig zu einem weiteren Standout-Track der EP. Fashawn ist also wieder vollkommen zurück aus seiner gefühlt ewigen Release-Pause (es waren nur zwei Jahre ohne Langzeitspieler).

Chip – League Of My Own II

15 Jahre alt war Chip(munk), als er 2007 mit „League Of My Own“ sein Erstlingswerk releaste und zu Grimes neuer Nachwuchshoffnung wurde. Danach war es lange Zeit ruhig um den selbstbetitelten Retter des Grime. 10 Jahre später nun kommt sein langerwarteter Nachfolger „League Of My Own II“ raus und die Erwartungshaltung ist dementsprechend. Soviel sei verraten: die hohe Erwartungen werden restlos erfüllt. Neben Grime-Bangern der ersten Stunde finden sich auch Dancehall-, Soul- und Ragga-Anleihen und sorgen für Abwechslung, ohne dass der typische Chip-Sound verloren geht. Seine fünf(!) Singleauskopplungen haben die Richtung vorgegeben, aber auch die unbekannten Songs wissen zu überzeugen uns machen „League Of My Own II“ zu einem gelungenen Comeback!

Sean Price – Imperius Rex

Mit Sean Price ging vor ziemlich genau zwei Jahren (08. August 2015) ein absolutes Rap-Schwergewicht von uns. Dem ehemaligen Heltah Skeltah-Mitglied wurde wegen seiner ehrlichen Rhymes und seiner unprätentiosen Attitüde von allen Seiten Respekt entgegengebracht. Und so kann man sich „Imperius Rex“ nicht ohne eine gehörige Gänsehaut und einem mittelgroßen Kloß im Hals anhören. Insbesondere, wenn sein Sohn die ersten vier Lines des Album spittet und seinem Vater die Bühne bereitet. Was einen dann aber erwartet, ist ein unglaublich stimmiges, druckvolles Rap-Album, das mit detailverliebt gesampleten Beats jeden, der länger als drei Jahre Rap hört, vor Entzückung mit der Zunge schnalzen lässt. Hervorzuheben ist neben dem Intro besonders die MF Doom-Kollabo „Negus“ und „The 3 Lyrical Ps“, das neben einem großartigen Styles P auch einen Prodigy-Part aufbietet und neben einem heftig nickenden Kopf ein weiteres tränendes Auge verursacht. Rest In Power, Sean Price, aka Imperius Rex.

Massiv – BGB X

Wer kommt mit dem Turban im Versacedress? Natürlich nur Massiv. Zugegebenermaßen war der Hype um sein aktuelles Album „BGB X“ nicht so groß wie beim Vorgänger „Raubtier“. Vielleicht liegt es an der Abstinenz verrückter Deluxe-Box-Zugaben, denn das beigesteuerte Blut wurde diesmal durch Handtuch und Wasserflasche ersetzt. Klingt nach Fitness-Rap, ist es aber nicht. Eine Übereinstimmung bleibt aber: „BGB X“ ist ohne Ende energiegeladen und durch und durch motivierend. Man hört Massiv an, dass er richtig Bock hat, wenn er gegen die gewaltigen Gun-Sounds ankämpft. Aber: Trotz aller Brachialität verliert er seinen Humor nicht.

Dizzy Wright – The Golden Age 2

Als der Las Vegas-MC Dizzy Wright 2013 das Mixtape „The Golden Age“ releaste, war klar: Herr Wright wird uns noch einige Zeit erhalten bleiben. Denn obwohl er schon seit 2010 immer wieder ziemlich stabile Langzeitspieler gedroppt hat, begann Dizzys goldenes Zeitalter mit diesem Mixtape – nennen wir es Breakout-Tape. Fast auf den Tag genau vier Jahre später liefert er mit „The Golden Age 2“ nun den Nachfolger der Erfolgsrezeptur – Gastbeiträgen von Big K.R.I.T., Euroz, Demrick und noch einigen mehr, gekonnter Laid Back-Flow und soulige Produktionen.

Aesop Rock & Homeboy Sandman – Triple Fat Lice

Zwei Jahre, drei gemeinsame Tapes: Aesop Rock (alle die ihn jemals auf Grund seines Namens mit A$AP Rocky verwechselt haben, sollen sich schämen!) und Homeboy Sandman liefern nach dem 2015er „Lice“ und dem 2016 Nachfolger „Lice Two: Still Bugging“ nun mit „Triple Fat Lice“ das Ende der Käfer-Trilogoie. Traurig, aber vielleicht gibt es ja doch noch weiter Insekten-Rap-Attentate der beiden. Bis dahin huldigen wir die wohl sympathischste Hook des Jahres: „I wanna eat Pizza and Burgers everyday but I get fat.“ – wir fühlen euch und ordern nebenbei stolz einen Salat.