Voll am Start II – Saufen am Tagebaurestloch 17

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Horst Hasser kommt zurück. Der natural born Spassvogel verbreitet wieder beste Laune und hat nur gute Worte und sehr viel Lob für das splash!, die dort spielenden Bands und die Welt. Ab sofort gibt es die Kolumne unter Umständen montags so gegen 12 - 13 Uhr. Da wacht Horst auf und ist besonders gut drauf.

Hallo,

ich werde nicht zum Splash fahren. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, mit tausenden besoffenen Idioten in Badeshorts auf einer verstrahlten Industriebrache irgendwo in der DDR um die Wette zu stinken und herauszufinden, welcher aufgepumpten Stotterkartoffel die versammelten Hände-hoch-Zombies dieses Jahr am lautesten zujubeln. Ich hätte auch dieses Jahr liebend gerne den zurückgebliebenen Kumpel meines kleinen Bruders gefragt, ob er noch Platz für mich und meinen verschimmelten Schlafsack im Twingo hat. Ich hätte mir klaglos sechs Stunden das kindische Strumpfhosenrapper-Gejaule reingezogen, das dieser Depp für „geile Sommermucke“ hält. Ich hätte mich auch diesen Sommer wieder köstlich über den Dialekt dieser tribaltätowierten Dorfpomeranzen amüsiert, die an sächsischen Tankstellen ihr Hartz aufstocken. Und dank meiner immer grauer werdenden Schläfen wäre es dieses Jahr bestimmt noch leichter, mit der Zivilbullenmasche reichen bayrischen Scheißkindern ihr Weed abzuluchsen. Aber, wie gesagt: Ich werde nicht auf dieses Festival fahren.

Dass die U-Haft ein paar Monate länger als den eigentlich eingeplanten Neujahrstag dauerte und ich jetzt regelmäßige Gesprächsangebote wahrnehmen muss, hat damit aber nichts zu tun. Mit den restlichen K.O.-Tropfen würde ich schon noch an ein Splash!-Ticket kommen, aber das ist es mir bei dem Line-up nun wirklich nicht wert. Außer Afrob, 5 Sterne Deluxe und Prinz Pi kenne ich keinen, der da auftritt. Für Ersteren fahre ich bestimmt nicht irgendwo nach Sibirien, der spielt doch eh in jedem Kuhdorf. Fünf Sterne waren früher schon scheiße, außerdem ist bestimmt schon die Hälfte von diesen Heroin-Clowns an einer Überdosis gestorben. Und seit meiner Hodentorsion vorletztes Jahr hab ich auch nicht mehr so viel Bock drauf, ins Backstage zu klettern, nur um diesen zwergwüchsigen Bonzenfriedrich seine dumme Designerbrille fressen zu lassen. Und der Rest: irgendwelche Teenies, die sich allen Ernstes „Sorgenkind“, „Pimf“ oder „Schoolboy Q“ nennen. Irgendwelche obskuren Abkürzungen wie „SSIO“, „DLTLLY“, „DCVDNS“, „YG“, „KIZ“ oder „JAW“. Menschen (?) mit Tiernamen wie „Alligatoah“ oder „Antilopen“. Und was soll ein „Karate Andi“ sein? Ich bitte euch.

Was ich mich angesichts so eines schwachsinnigen Line-ups frage: Für wen macht ihr eigentlich dieses Festival? Für HipHopper? Oder doch für kleine Mädchen, die sich mit metrosexuellem Geweine von irgendwelchen Ahzumjots darüber hinwegzutrösten versuchen, dass ihnen noch keine Titten gewachsen sind? Entscheidet euch mal. Ich hab mich jedenfalls entschieden: Am 13. Juli findet in Haßloch das Sommernachtsfest des Vereins für Deutsche Schäferhunde statt – da gibt’s zwar auch keinen Rap, aber die tun wenigstens nicht so, als würde da was gehen.

Fickt euch,

euer Horst

P.S.: Fuck, ihr habt Outkast gebucht? Hoffentlich sagen die ab!