Splash! goes south – so war das splash!.ZIP

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Es war eine Heimkehr. Auch für jene, die das erste Mal in München waren. Denn das splash!.ZIP verwandelte die kleine Olympiahalle im Münchner Olympiapark an jenem Samstag, den 3. Dezember 2016, in eine Miniatur-Variante vom splash! – mit allem, was der Stammgast aus Ferropolis gewohnt ist: Turn Up, Taumel und Top-Performances.

Splash.ZIP München - Danny Brown

Splash.ZIP München – Danny Brown

Das Konzept von Festivals.zip ist so einfach wie genial: Man nehme ein Festival und komprimiere es zu einem Ein-Tages-Event, das alles mitbringt, was den großen Bruder ausmacht– nur schneller und intensiver. Nach den .zip-Trips in Hamburg (Kosmonaut Festival) und Köln (Melt Festival) markierte das splash!.zip den würdigen Abschluss der ersten drei Festivals.zip-Komprimierungen.

Neben zahlreichen HipHop-Jüngern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Teilen Europas, lies es sich auch die internationale HipHop-Elite nicht nehmen, der komprimierten Version des besten Festivals der Welt einen Besuch abzustatten. Mit gleich zwei gegenüberliegenden Bühnen, der Aurba Stage und der Main Stage, rief die Location am Fuß des Olympiaturms gleichermaßen Heimweh nach Ferropolis wie wundervolle Erinnerungen an den Soundclash aus dem letzten Jahr wach. Und die Auftritte sollten sich auch hier nur gegenseitig überbieten

Gleich am frühen Abend stimmten die bajuwarischen Boss-Barden Liquid und Maniac die schon gut befüllte Aruba Stage mit astreinem Mundart-Rap auf lokale Gepflogenheiten ein – call it bayrische Gastfreundschaft. Quasi im Staffellauf übernahm dann sogleich Joey Purrp auf der Main Stage und demonstrierte noch einmal anschaulich, warum sein Mixtape „iiiDrops“ 2016 zu den besten Releases des Jahres zählte. Schlag auf, Schlag unterzogen sich Deutschrap-Newcomer Ce$, die Afrotrap-Zöglinge Y Du V und die britsche Grime-Hoffnunge Sneakbo im folgenden ihrer intimen und vor allem heißen splash!-Feuertaufe. Woanders wird sich warmgelaufen, beim splash!.ZIP fixiert man lieber gleich die Explosion. Spätestens als Futuristic seinen mittlerweile erstaunlich großen Hit-Katalog feilbot, sollte auch den eher skeptischen Besuchern klar geworden sein, was die nächsten Stunden zu erwarten war.

In der Vorhalle luden unterdessen Festival-erprobte Imbiss-Köstlichkeiten wie Currywurst oder Pommes Frites zu der erlesenen Selection von Ecke Prenz ein – manche nannten es auch die Green Stage der Herzen. Wer die hitzige Stimmung mit etwas frischer Luft abklingen lassen wollte, konnte sich aber auch ein Kuschlplätzchen in einem der zahlreichen Wohnwagen im Außenbereich suchen und einen Hirschburger aus lokalem Wild probieren – das splash!.ZIP war eine Erfahrung für die gesamte Sinnespalette.

Die belgische Rap-Sängerin Coely zählte zweifelsohne zu den größten Überraschungen, die die Mainstage an diesem Abend gesehen hat – und wies sich als ein weiteres Indiz dafür aus, dass das beste Festival der Welt auch in der Mini-version noch Neu-Entdeckungen bereithält. Für die beiden Berliner Shooting Stars Chima Ede und UFO361 sowie Trap(-Gay-)Lord Juicy Gay mit samt seinen Freunden LGoony und Ignaz war es viel mehr eine Heimkehr mit splash!-gewohntem Turn-Up-Begrüßungskomitee. Doch Stimmung hatte gerade einmal ihren Siedepunkt erreicht, als sich die derzeitgen Könige der britschen Insel Section Boyz und Krept & Konan das Grime-Zepter im 140-BPM-takt zu warfen – bei so viel Power kam einem der beruhigen Storyteller.Vibe von Chefket gerade recht. Ein ebenfalls erfolgreiches Jahr ging auch für Megaloh in München zu Ende, der -gemäß alter splash!-Familienfeier-Tradition- seinen Moabiter Schützling Chima Ede nochmal auf die Bühne holte und zeigt, wofür HipHop 2016 steht: Liebe. Eine Atmosphäre, die wenig später den Detroiter Chef-Wierdo Danny Brown während seiner gewohnt mitreißenden Monster-Perfromance auch tatsächlich umgehauen haben soll – wir hoffen, es war nur Liebestaumel, der ihn aus den Schuhen warf. Mit einer inbrünstigen Leidenschaft fing Schoolboy Q das große Finale mit Leichtigkeit in umjubelte Sphären auf – ein begeisterter Auftritt, wie man ihn eben doch nur auf dem splash! erleben kann. Home is where the Winkekatze ist. Am Ende glitt man aus der unterirdischen Eventlocation am Luz-Long-Ufer hinaus in eine sternenklare Nacht, die perfekter hätte kaum enden können. Wir bedanken uns bei allen Künstler, Partnern, Beteiligten, Freunden und Fans. Wir wünschen einen guten Rutsch in das neue Jahr und freue uns mit euch schon auf den Sommer und den 20. Geburtstag des splash! Danke!