Beginner: „Wir sind drei Spacken geblieben, die geilen HipHop machen.“
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Beginner: „Wir sind drei Spacken geblieben, die geilen HipHop machen.“

Beginner: „Wir sind drei Spacken geblieben, die geilen HipHop machen.“

Wenn man den durchschnittlichen Deutschrap-Sachverständigen 2015 gesagt hätte, dass die Beginner in gut einem Jahr nicht nur einen der denkwürdigsten splash!-Auftritte, sondern mit „Ahnma“ und einem noch denkwürdigeren Gzuz-Feature mal eben einen der größten Hits des laufenden Rap-Jahres abgeliefern würden, das Misstrauen wäre so überdimensonal ausgefallen, wie bei der Entdeckung von außerirdischem Leben. Doch im August 2016 lässt sich nur noch feststellen: die Beginner sind back. Around the Eck. Sowas von.

„Comeback des Jahres“ ist ein schönschreiberisches Idiom, das Musikjournalisten allzu gerne herausposaunen, sobald abgehalfterte Rap-Rentner sich nach jahrelanger Abstinenz wieder ins Studio bequemt haben. Im Falle der Beginner und ihrem am Freitag erscheinenden Album „Advanced Chemistry“ ist diese Redewendung aber mehr als eine Worthülse – es ist verdammtes Programm. 13 Jahre ist ihre letzte gemeinsame LP „Blast Action Heros“ her. Ihr ikonisches Album „Bambule“ wird in diesem Jahr sogar Volljährig. Eine Zeitspanne, in der beispielsweise Band-Drittel Eißfeldt aka Eizi Eiz aka Jan Delay vom Label-betreibenden Reggae-Alien zum radiotauglichen Funk-Missionar auf Mercedes-Benz-Niveau gewachsen ist. Hinter ihm, Denyo und DJ Mad liegt eine ganze Generation von Rap-Kids, die Songs wie „Hammerhart“ oder „Füchse“ allerhöchstens noch als Gassenhauer auf Deutschrap-Motto-Partys kennen, nicht als Soundtrack eines Pop-Paradigmenwechsels, der Rap in Deutschland einst erst emanzipierte, dann kommerzialisierte. Call it Pioniermanöver . In der deutschen Rap-Geschichte gibt es kaum eine Band, die eine komplette Dekade, ja eine ganze Musik-Epoche ohne musikalische Lebenszeichen so unbeschadet überstehen kann und gleichzeitig mit ihrem aktuellen Longplayer zu keinem Zeitpunkt in die Nostalgie-Falle tappt. Das schaffen nur die flashigen Drei. Marc Leopoldseder hat sich mit DJ Mad, Denyo und Eizi Eiz über Haltbarkeitsdaten, Hamburg und ein bisschen auch über HipHop unterhalten. Wo? Natürlich auf dem splash! 2016.

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