Soundcloud Treasures: Best Of 2017 // Jahresrückblick

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Ihr wisst nicht, wie traurig es eigentlich ist, dass keine Zeit für die wöchentlichen Soundcloud Treasures blieb. Um dieses Trauma (das euch hoffentlich auch betrifft) ein wenig abzuschwächen, gibt’s hier die besten Wolken-Funde des Jahres. Und ich garantiere euch: es gab dieses Jahr – vielleicht sogar im bisherigen Leben – keine schwierigere Aufgabe, als diese Songs für euch zu selektieren. Deshalb seid gnädig und genießt die wunderbaren, tiefvergrabenen Schätze. Bussi Baba.

Oncé Rivers – Good Weed, Good Sex/Fly Away

322 Follower, sieben Songs und keine 2000 Plays auf diesen Track – Das liegt vielleicht daran, dass Oncé River (fragt mich nicht wie man das richtig ausspricht, soweit bin ich noch nicht) diesen Ohrwurm erst vor 22 Tagen auf seinen Channel geladen hat. Umso erstaunlicher, dass er seit diesen 22 Tagen auf Dauerschleife läuft und schon seinen Platz in dieser unglaublich wichtigen und krass meinungsbildenden Liste findet. Zwar schmerzen die Drums ein wenig und man könnte mit dem richtigen Mixing und Mastering noch so einiges rausholen, trotzdem verzaubert dieser dreckige DIY-Beigeschmack immer wieder. Naja egal, krasser Track.

Kamandi & Bzkt. – Distant

Wer fleißig in unserem wunderbaren Magazin stöbert, muss schon das eine oder andere mal über Kamandi gestolpert sein. Als Haus- und Hof-Produzent von dem genialen und immer noch underrated af Azizi Gibson hat er sich die vergangenen Jahre in den Rap-Feinschmeckerkreisen einen Namen gemacht um 2016 dann mit seinem „Sicklove Paradise“-Tape alle bis dato gestellten Erwartungen zu übertreffen. Ich bin mir nicht ganz sicher wie das Neuseeland-born-LA-based-Beat-Genie es macht, doch er schafft es jedes verdammte mal einen Hit abzuliefern. Also wacht endlich auf Leute, Kamandi IS THA SHIT! Neben dem All-Time-Kunstwerk „Distant“ mit Bzkt. hat er dieses Jahr außerdem noch ganz nebenbei den Beat zu „High“ beigesteuert und den Track somit zum Highlight von Azizis „Memoires Of The Reaper“ gemacht.

mindbody&beats feat. Chester Watson – 8

Mit diesem Track fertigen wir gleich zwei, oder eigentlich drei unglaubliche Künstler ab. Angefangen bei Chester Watson: Das North Miami Rap-Misfit sollte eigentlich jedem, der sich als Rap-Connaisseur betitelt, ein Begriff sein. Mit Tapes wie „Tin Wooki“ und Tracks wie „Phantom“ hat er sich schon vor einigen Jahren zum Geheimtipp der Musik-Kenner und Soundcloud-Digger hinaufgearbeitet. Letztes Jahr hat er dann mit seinem Tape „Past Cloaks“ sogar die Pitchfork-Kritiker überzeugt, beleibt aber unverständlicher Weise (oder vielleicht auf Grund der Unverständlichkeit seiner Weirdness) weiterhin ein Geheimtipp. Das Salt Lake City–Duo Mindbody&Beats, die Zuständigen für den wohlwollenden Beat dieses Kunstwerks, sind da wohl etwas leichter zugänglich, trotzdem im Wolkenuniversum nur bei rund 7000 Follower. Egal, denn ihre Atmos füllen den ganzen Raum und heben uns mit „8“ auf ein unergründliches, psychedelisches Level, das man auch ohne Räucherstäbchen fühlt.

Deom – Cryin‘

Mit einem Beat von dem französischen Producer-Genie Stwo kann man eigentlich nichts falsch machen. Das dachte sich auch Deom und droppte mit „Cryin'“ ein kleines, aber ausgesprochen feines Meisterwerk. Und weil der Corned Beef-Turkey-Part für immer in unseren Köpfen hängen bleiben wird, ist es der perfekte Song für den After-Weihnachtsfresserei-Blues.

Chicho – Ich Gebs Aus

So, bisschen Ösi-Support muss natürlich auch sein. Ich habe zwar keine Ahnung wer dieser Chicho eigentlich ist, oder wie man C H I C H O richtig ausspricht, doch was ich euch sagen kann: „Ich Gebs Aus“ ist ein verdammter Hit und wenn ihr ab jetzt mit Crocs rausgeht und währenddessen einen fetten Ofen pickt (österr. für „Joint rollen“) solltet ihr nichts anderes als diesen Track im Kopf haben. Bussi nach Österreich.

Balance feat. Indica – Layaway

Was für ein mystischer Mensch dieser Balance doch ist: Sein Instagram-Account ist voller Workout-Videos von trainierten Frauen und sein „Best Of“-Album klingt, als hätte man es 1990 schon gedroppt. Aber ey, dieser eine Track mit Indica reißt das alles wieder raus – „Layway“ ist nämlich sowas von 2017-Soundcloud-RnB-Rap, das ich mir das ganze einfach nicht erklären kann.

Mechatok feat. Uli K & Bladee – Here X Now

Der in München geborenen Wahlberliner Mechatok ist in der elektronischen Szene schon längst kein Geheimtip mehr und auch wenn sein gewohnter Sound vielleicht nichts für uns HipHop-Kinder ist, musste „Here X Now“ mit Uli K und Bladee unbedingt in diese Soundcloud-Liste. Wieso? Hört doch einfach selbst.

Shinza & Kleiner Junge – Ich weiß nicht was es ist

Ja, eigentlich wär es meine journalistische Pflicht herauszufinden, wer diese mystischen Cloud-Gestalten eigentlich sind. Doch wie soll das funktionieren? Ihr könnt euch sicher vorstellen, was man findet wenn man Shinza & Kleiner Junge googelt. Irgendwie stehen die beiden in Verbindung mit den Berliner BHZ-Jungs, doch mehr, als dass sie sich auf Soundcloud reposten, kann ich euch nicht erzählen. Also Shinza und Kleiner Junge, meldet euch doch bitte wenn ihr das lest und danke für diesen Ohrwurm.

Kweku Collins – International Business Trip

Ach Kweku, du wirst für immer einer meiner Lieblings Soundcloud-Funde bleiben. Ob einer seiner ersten Uploads „One„, der Daughter-Sample-Überhit „Lonely Lullabies“ oder sein Video zu „Stupid Roses“ – Man muss bei dem Illinois-Rapper nicht lange nach schlagkräftigen Argumenten suchen, wieso er sich für immer einen Platz in unseren Rap-Herzen verdient hat. Punkt.

IAM$ANI feat. TH – Get Enough

Producer/DJ IAM$ANI ist einer der Highlights und somit der perfekte Abschluss dieser Liste. Als Teil des Berliner Torimōto Collectiv liefert er seit geraumer Zeit Untergrund-Hits irgendwo zwischen dreckigen Kellerclub-Future-Beat-Bangern und wohlwollender Free-Drink-Fashion-Party-Ambient. Spätestens nach „Get Enough“ sollte er ab jetzt in all euren Playlists vertreten sein. Danke und Ciao.