Soundcloud Treasures: Post-Grammy-Therapie

von am

Während wir uns noch von Beyonces Grammy-Auftritt erholen, oder zumindest versuchen, das historische Ereignis unser aller Queen zu verarbeiten und nicht im Gedanken daran zu ertrinken, haben wir hier eine kleine Post-Grammy-Therapie für euch. Um uns also nach dem ganzen Celebrity-Spektakel wieder auf ein Normalsterblichen-Level zurückzuholen, präsentiert Nina Nagele wieder einen Haufen Artists, die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zwischen t.A.T.u.-Remix, TeamSESH-Alter-Egos und Big-K.R.I.T.-Feature gibt’s noch ein Dallas-based Multitalent und einen dänischen Flow-Gott.

01

Soundcloud-Classic: Purple – Not Gonna Get Us (t.A.T.u.)

t.A.T.u. verkörperten die (musikalische) Revolution einer unterdrückten Generation, in einem Land, das Jugendträume und Weiterentwicklung seit jeher zerschmettert. Gleichzeitig waren das zwei junge Damen, die dank cleverer Marketing-Strategie zu einem rebellischen Lesben-Pärchen wurden. Anfang der 2000er waren t.A.T.u der Inbegriff der Pop-Sternchen (…und ja, wir waren Fans). Was mittlerweile aus den beiden geworden ist, weiß man nicht so genau, um aber der Herrlichkeit weiterhin zu huldigen, gibt’s als heutigen Soundcloud-Classic einen Remix ihres größten Hits. Purple zaubert aus „Not Gonna Get Us“ eine moderne, aber genau so mitreißende Revoluzzer-Hymne, die uns ins Jahr 2002 zurück katapultiert.

02

Wolfe de Mchls – Naive & Sober

Wolf de Mchls aka Wxlf Gxd aka das Producer-Genie hinter Maxo Kreams bedrohlichen Sound füllt seinen Soundcloud-Channel seit ungefähr zwei Jahren mit seinem moody-melancholischen, aber modernen, treibenden R&B. Außerdem darf der North-Brompton-MC schon ein Big-K.R.I.T.-Feature auf seine Rechnung schreiben. Wer nach „Naive & Sober“ noch nicht von Wxlf Gxds Talent überzeugt ist, sollte seiner aktuellen EP „Naked“ eine Chance geben und versuchen, sie tot zu hören (unmöglich!).

03

FXXXXY – Lip Service 6 (prod. by FXXXXY)

Gleich mal zu Beginn: Fxxxxy spricht man aus wie Foxy und wandert irgendwo zwischen HipHop, Trill und Genre-Hybriden umher. Seine aktuelle EP „Cartel Shawty“ ist komplett selbst produziert und lässt den Dallas-Based Rapper-Schrägstrich-Producer in einem gebührenden, himmlischen Licht erstrahlen. Das Earl-Sweatshirt-Co-Sign ist somit vollkommen verdient und Fxxxxy auf dem besten Weg, mit seiner Musik ein durchaus sexy Monument zu erbauen, und das nicht nur aufgrund der Artworks – sein Sound ist großteils nämlich wirklich sexy.

04

Surrenderdorothy – Whatgreateyesyouhave

Ok, Surrenderdorothy ist kein echter Geheimtip – zumindest nicht für alle TeamSESH-Kenner. Denn hinter dem Wohnzimmer-Sessel-Profilbild steckt niemand geringeres als SESH-Oberhaupt Bones und Gitarren-Sample-Fetischist Greaf. Wer also auf melancholische Riffs à la Nirvana kombiniert mit rollenden Bässen steht und sich an Bones‘ sanften Sing-Sang nicht satt hören kann, der findet bei Surrenderdorothy alles was unser klägliches (Punk-)Herz begehrt.

05

Felix De Luca feat. Kojey Radical – Since A Youth

Während euch Kojey Radical mittlerweile schon ein Begriff sein sollte, soll es hier viel mehr um Felix De Luca gehen. Das Hypebeast aus Kopenhagen hat (wie man sieht) mittlerweile schon eine Complex-Premiere hinter sich und somit eines der unzähligen medialen Gütesiegel aufgeklebt bekommen, die man als ambitionierter Rapper so einheimsen kann. Sein Soundcloud-Channel ist eine Fundgrube für Laid-Back-HipHop, gelebten American Flow und Texte voller Beer, Girls & Weed.