Soundcloud Treasures: Mehr als ein paar Tausend

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Einige von den Artists aus der dieswöchigen „Soundcloud Treasures“-Liste wurden bereits in Fader-Artikeln besprochen, haben mehr als nur ein paar Tausend Soundcloud-Follower, Feature-Tracks mit großen Namen und im Ami-Land schon eine beachtliche Fan-Base akkumuliert. Und doch hat man aus unerklärlichen Gründen in Schland immer noch wenig Ahnung von diesen Underdogs. Zwischen Eamon-Remix und Denzel-Curry-Feature präsentiert Nina Nagele wunderschöne Musik-Nerd-Experimente und ein Internet-Begräbnis.

01

Soundcloud-Classic: Vassh – Fuck It…

Ja, wir lieben Eamon – oder besser, haben ihn geliebt. 2003 trauerten wir zu seinem herzzerreißenden Lovesong „Fuck It“ unseren Jugendlieben nach. Mittlerweile kann man den Track nur noch im Geheimen anhören (wenn überhaupt). Wer sich von der Gangster-Schnulze aber immer noch nicht trennen kann, der ist bei Vassh genau richtig. Denn das Beat-Genie macht aus dem kitschigen Klassiker einen modernen Soundcloud-Classic – auch für alle Internetkidz, die das Original höchstens aus der Babyschaukel kennen. Aber „Fuck It…“ ist längst nicht alles, was der Produzent zu bieten hat: Vassh füttert seinen Channel mit Stormzy-Remixen, Tupac-Samples und eigentlich allem, das sich irgendwo zwischen R&B, Future Garage und Chilltrap herumtreibt.

02

Mojek – Bingo

Bis vor kurzem war Mojek „nur“ Producer, oder besser gesagt einer von Chicagos Underground-Zauberern, die ganz eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdienen. Bester Beweis dafür ist seine EP „World Of Mojek„, die seit ein paar Monaten auf Dauerschleife läuft. Mit elektronischem Neo Soul und vom Soulection-Flair-inspirierten Produktionen wagt er auf „Bingo“ den Schritt ans Mic – und zwar mit Bravur. Klar, denn wer könnte besser auf Mojek-Beats Rappen, als der Meister himself.

03

Daye Jack feat. DP & Denzel Curry – Raw (Remix)

Tech-Freak, Ex-Informatik-Student und Internet-Fetischist – Daye Jack ist besessen vom WWW und lässt diesem Faible in seiner Musik freien lauf. Seine ersten drei Projekte lassen alle Computer-Herzen schon beim Lesen des Titels höher schlagen: „Hello World„, „Soul Glitch“ und „Surf The Web“ finden wir schon mal gut. Noch besser ist „Raw“ mit Feature-Parts von Denzel Curry und Dp: eine Ode an alle Kids, die nie in die vorgegebenen Schubladen unserer Gesellschaft gepasst haben, und ein Song, der den ATL-Youngster zu einer zukünftigen, hoffentlich wwweltbewegenden Rap-Revolution macht.

04

Trapo – Road

Trapo ist das Paradebeispiel für einen Musik-Nerd. Seit der fünften Klasse bereichert er die Welt mit experimentellen Tunes aus seinem Kinderzimmer und scheißt auf Partys und große Aufmerksamkeit. Aber eigentlich auch egal, denn alles was wir brauchen sind seine meist selbstproduzierten Romanzen, seine blühenden Jugendträume und die süchtig machenden Hooks. „Road“ kommt mit teils rauer Stimme, teils mit sanftem Sing-Sang und jazzigen Beats – eine kurze Erinnerung, was für ein enormes Talent in Trapo schlummert. Sein großzügig gefüllter Soundcloud-Channel ist ein Fundus an intellektuellem Musikgut und experimentellem Nerd-Material.

05

Wifisfuneral – Numb ft Danny Towers (Prod. Nuri)

Direkt aus der Hölle zu über 50K-Followern – Wifisfuneral ist, zumindest auf Soundcloud, längst kein unbekannter Hobby-Produzent mehr. Vielmehr hat er mittlerweile sein kleines Imperium mit einer beachtlichen Anhängerschaft aufgebaut, für die er düsteren Sound und Death-Ästhetik salontauglich macht. Glaubt ihr nicht? Der Fader, XXL-Mag und sonstige HipHop-Medien sind ganz unserer Meinung. Wem das immer noch nicht reicht, sollte sich am besten sein aktuelles Release „When Hell Falls“ reinziehen.