Soundcloud Treasures: Zwischen Tränen, Grunge und Gitarren

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Irgendwo in einem Parallel-Universum, in dem wir immer noch schwarz gefärbte Emo-Frisuren tragen und immer traurig sind, oder zumindest so tun, sind die heutigen Soundcloud Treasures ganz bestimmt Über-Hits. Aber auch im Hier und Jetzt, wo wir die Haare halbwegs normal tragen und unsere Emotionen besser im Griff haben, sind solche Songs unersetzbar. Denn grungige Gitarren-Riffs, göttliche Nirvana-Vibes und hexenhafte Trap-Beats finden wir immer geil. Wenn man also die Ex-Emo-Vibes mit Kurt-Cobain-Feelingz kombiniert und noch ein paar rollende Bässe darunter legt, erhält man fünf Tracks die unseren Pain killen (#realrap). Nichts spricht gegen teils schiefen, teils wunderschönen klaren Sing Sang und einer Beat-Massage für unsere einsamen Seelen. Habt Spaß und steht zu euren Gefühlen. Bussi.

01

Soundcloud Classic: AbsoluteTerror – Return

Für die Faulen: Hätte sich Harry Potter der schwarzen Magie zugewandt, verkehrte Kruzifixe in seiner Besenkammer hängen und würde düster-trappige Beats machen, klänge er ungefähr so wie AbsoluteTerror. Man hört Krähen krächzen und das Glockenspiel im Hintergrund beamt uns in die Gemäuer von Hogwarts, wo tiefe Bässe und Geschrei aus den Kellern hervor rollen. Alles sehr atmosphärisch, mystisch und verdammt nochmal zauberhaft. Der Terror-Sound kommt aber nicht aus den mystischen Gefilden hinter Gleis 9 3/4 sondern aus Almería, Spanien. Das macht aber nichts, denn „Return“ lässt uns hoffnungsvoll auf die Brief-Eule aus der Beat-Zauberschule warten, damit wir noch mehr von dem verhexten Sound mitbekommen.

02

Smrtdeath – Gucci Shades (prod. by Savior)

Die Gitarren bei Smrtdeath lassen unser aller Grunge-Herzen höher schlagen und führen dazu, die HipHop-belasteten iTunes-Playlists mal wieder mit ein paar Nirvana-Tracks zu befüllen. Zumindest ist das bei uns so, wir haben unseren inneren Kurt-Cobain nämlich noch nicht zur Ruhe gelegt. Der liebevolle Sing-Sang klingt emotionslos und melancholisch zugleich, während die Snares uns Beat-technisch auf den harten Boden der Realität zurückholen. Wir verstecken unsere Tränen hinter den „Gucci Shades“ und besaufen uns zu Gucci Mane („Hide my tears behind some gucci shades/we’re gettin drunk listening to Gucci Mane“ ist offiziell die beste Line überhaupt). Außerdem gibt’s ein paar Feuer-Emojis für Smrtdeaths Style.

03

Fleá Diamonds – Lowkey (prod. Jake$and & F1lthy)

Also, bei diesem Track gibt’s drei Geheimtips auf einmal. Erstmal wäre da Fleá Diamonds, ein two-faced Killer aus Michigan, der Cloudrap zu Hellrap macht. Jake$and baut Beats, die von Satan höchstpersönlich aus der Hölle verbannt wurden, da sie zu krass sind. Und dann wäre da noch F1lthy, der mit seinen Produktionen mehr als nur unsere Trommelfelle zerschmettert. Packt man alle auf einen Track, dann kommt dabei sowas wie „Lowkey“ raus – ein herrlich höllischer Track, der die dunkle Seite unserer Seelen befriedigt.

04

Skean – Just Like Me (prod. by Gloomscott)

Skean füttert uns von Schweden aus mit kühlem, tristem Gitarren-Sound mit depressiven Lovesong-Vibes – und wir fühlen uns irgendwie wie in einem wahrgewordenen emotionalen VHS-Traum in Lo-Fi (damit man die Tränen nicht so gut erkennt). Wenn man von dem tieftraurigen Sound nicht genug bekommt, sollte man sich am besten zu seiner aktuellen EP „Midsummer Nightmares“ im Zimmer einsperren.

05

Lil Bo Weep – Untitled (prod. by Notmorgn)

Mit einer der sanftesten und beruhigendsten Stimmen des Soundcloud-Universums, schafft es Lil Bo Weep Texte über unendlichen Schmerz so wunderschön klingen zu lassen, dass man sich am liebsten darin betten würde – in einer Blase aus schmeichelnden, aber doch hart treffenden Beats. Irgendwie erinnert sie an Ariana Grande, wenn Ariana Grande cooler wäre, aufhören würde Pop-Müll zu machen und Liebeskummer auf soulig-trappigen Produktionen singen würde. Lil Bo Weep aka Winona kommt aus Down Under und setzt sich mit ihrer zuckersüßen Stimme in unseren Herzen fest. Für immer.